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Schutzgebiet : Südliches Schleiufer hat neue Betreuer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Amt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume überträgt die naturschutzfachliche Betreuung auf das Schleiinformations- und Erlebniszentrum

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2015 | 06:11 Uhr

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die naturschutzfachliche Betreuung für das südliche Schleiufer – zwischen der Großen Breite und Arnis – auf das Schleiinformations- und Erlebniszentrum (SIEZ) übertragen. Karl Walther, Vorsitzender des SIEZ, und Dr. Thomas Holzhüter vom LLUR unterzeichneten den Vertrag, der zunächst für drei Jahre gültig ist und jeweils um weitere sechs Jahre verlängert werden kann. Anwesend waren auch die Bürgermeisterin von Ulsnis, Heidrun Karaca, der Bürgermeister von Kosel, Hartmut Keinberger, Elke Vollmer, die seitens der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde fachlich zuständig ist für das Gebiet, und Volker Hildebrandt als beratender Ansprechpartner im LLUR.

Das südliche Schleiufer ist Bestandteil des insgesamt 8748 Hektar großen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes „Schlei inclusive Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe“. Die FFH-Gebiete und die EG-Vogelschutzgebiete sind Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. In Schleswig-Holstein wurden insgesamt 46 EG-Vogelschutzgebiete und 271 FFH-Gebiete von der Europäischen Kommission benannt. Von den in der Europäischen Union besonders geschützten Habitattypen kommen im betreuten Schleiabschnitt im landes- und sogar bundesweiten Vergleich ökologisch höchst wertvolle Strandseen, Salzwiesen und Steilküsten vor. Bedingt durch die von Natur aus geschützte Lage blieben die Schleiufer auf weiten Strecken frei von Küstenschutzbauwerken. Anders als an der offenen Ostsee schließen sich hier deshalb etwas oberhalb der häufiger bei Hochständen von salzhaltigem Schleiwasser erreichten Strandlinie vielerorts noch besonders naturnahe Küstenwiesen mit sonst kaum noch zu beobachtenden Pflanzenarten an. Letzte Erhebungen ergaben für die Schlei rund 60 gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten.

Die Schlei ist als größtes Brackwassergebiet Schleswig-Holsteins für zahlreiche Wasser- und Küstenvögel ein international bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Zu den Aufgaben im Rahmen der Betreuung gehört es, die Entwicklungen im Schutzgebiet zu dokumentieren, den Naturschutzbehörden notwendige Projekte vorzuschlagen, diese nach Genehmigung durch die Naturschutzbehörde auszuführen und die Öffentlichkeit über das Schutzgebiet zu informieren. Über die geleistete Arbeit wird dem LLUR jährlich Bericht erstattet.

Die Betreuung von Naturschutzgebieten hat bereits eine lange Tradition in Schleswig-Holstein. Seit 2009 überträgt das LLUR die Betreuung auch für Gebiete, die Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 sind. Insgesamt werden jetzt 159 Naturschutzgebiete, 43 Natura -2000-Teilgebiete und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ von 41 Naturschutzvereinen, fünf Einzelpersonen, den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sowie von Kreisen, Städten und Gemeinden und der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste des LLUR betreut.

 

 

>Informationen zu den Natura 2000-Gebieten: www.natura2000.schleswig-holstein.de



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