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Neuer Anlauf : Suche nach Nutzungsmöglichkeiten für die „Panzerplatte“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Situation ist nicht schön: Ein abgesperrter freier Platz direkt am Südstrand. Jetzt sucht die Stadt nach Wegen, diese Fläche zu nutzen. Die Eigentümerin wollte dort ein Hotel bauen, hat aber kein Baurecht.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 19:06 Uhr

Eckernförde | Der südliche Ortseingang von Eckernförde bietet derzeit auf der Wasserseite keine schönen Anblick. Der einstige Parkplatz neben der WTD 71 ist nicht nur verwaist, sondern mit Flatterband, Gittern und Ketten abgesperrt. Die wegen der massiven Betonbauweise auch „Panzerplatte“ genannte Fläche mit Zugang zum Südstrand gehört Krimhilde Mann aus Leverkusen, die das 2800 Quadratmeter große Gelände für 300  000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilienanlagen (Bima) gekauft hat, um dort ein Hotel zu bauen. Das wiederum lehnt die Stadt mit Hinweis auf den Außenbereich und das angrenzende Landschaftsschutzgebiet und FFH-Gebiet ab. Folge: Es gibt dort im Moment kein Baurecht. Nachdem die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) die angepachtete Parkfläche nach einer Pachterhöhung gekündigt hat, sperrte die Eigentümerin ihr Grundstück.

Was nun?, fragen sich das Bürger-Forum und der SSW. „So kann es nicht bleiben“, betonte der Vorsitzende des Bauausschusses, Matthias Huber (Bürger-Forum) am Mittwochabend im Ratssaal. Sein Fraktionskollege Thorsten Peuster brachte den Prüfantrag der Fraktionen in die Sitzung ein und bat die Verwaltung, folgende Fragen zu beantworten oder die Verträglichkeit zu prüfen:

>Was für eine Nutzung der „Panzerplatte“ ist für eine weitere Nutzung des Südstrandes für Großveranstaltungen unschädlich?

>Durch welche Nutzung könnte die Attraktivität des Südstrandes ganzjährig gesteigert werden?

>Welche rechtlichen Maßnahmen müssen erfolgen, um auf dem Grundstück von Frau Mann Baurecht zu schaffen?

Peuster wollte das als „Auftrag an die Akteure“ verstanden wissen, sich noch einmal mit diesem Thema zu beschäftigen und wurde darin von seinem Vorsitzenden unterstützt.

Auf wenig Gegenliebe stieß der Antrag bei der SPD und den Grünen. Frauke Piechatzek (SPD)erinnerte daran, dass die Stadt der Politik mehrfach mitgeteilt habe, dass dort keine Bebauung stattfinden können und das der Ankauf durch Frau Mann ohne Baurecht erfolgt sei. „Wir möchten die Panzerplatte nicht bebauen“, sagte sie. Außerdem sei es schwierig, dort Baurecht zu schaffen.

Bürgermeister Jörg Sibbel wies darauf hin, dass der Besitzer am Zug sei und eine Planung entwickeln müsse. Die Stadt habe ihre rechtliche Einordnung vorgenommen und mitgeteilt. Dass das erworbene Grundstück im Außenbereich der Stadt liege, sei bereits Anfang 2011 Bestandteil des Exposés der Bima gewesen, sagte Sibbel. Nach der jetzigen Ausweisung sei dort keine Bebauung möglich. Falls man dies aber wünsche, müsse man versuchen, dies zu ändern. Bauamtsleiter Roy Köppen wies auf den gerade vorgestellten Masterplan Küste hin (siehe EZ v. 26. November), der auch den Südstrand betreffe und eine naturnahe Entwicklung vorsieht. Man sollte Nutzungen entwickeln und dann auch die Eigentümerin zugehen. Wichtig sei es aber, „am Südstrand im Zusammenhang zu denken und nicht Einzelflächen zu betrachten.“

„Wir können was ändern, wenn wir es wollen“, sagte Thorsten Peuster (Bürger-Forum). Der Antrag und der Masterplan widersprächen sich nicht. Georg Bicker (CDU) verwies auf die „Begeisterung“ über das Hotel-Projekt im Gestaltungsbeirat. „Wir können uns theoretisch ein Hotel vorstellen“, sagte Bicker. Daher sei der Antrag schon interessant.

Edgar Meyn (Die Grünen) hingegen lehnte den Antrag rigoros ab. Schon der Sandkrug sei für ihn „eine Bausünde“. Es dürfe dort nicht mehr gebaut werden, auf der Wasserseite „gibt es nichts außer der Natur“.

Die Antragsteller Bürger-Forum und SSW sowie die CDU und die Linke (6) stimmten für den Antrag, SPD und Grüne (4) waren dagegen, ein Mitglied enthielt sich.

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