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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 20:23 Uhr

Kirchplatz : Suche nach der Müll-Lösung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadt will mit Kirche über das Mülltonnenproblem auf dem Kirchplatz sprechen. Die Anlieger stellen ihre Mülltonnen dauerhaft auf Kirchengrund ab. Der Anblick ist für die Passanten unschön.

von
erstellt am 11.Mär.2016 | 06:45 Uhr

Die offene Mülltonnenansammlung auf dem Kirchplatz harrt weiterhin einer Lösung. Die unbefriedigende Situation treibt Passanten und Kirchenbesucher um und ist seit geraumer Zeit regelmäßig und mehrfach Gegenstand kritischer Anfragen in Einwohnerfragestunden sowohl der Ratsversammlung als auch der Ausschüsse. Eine konkrete Lösung gibt es bis heute nicht. Ein von der Abfallwirtschaft vorgestelltes Niederflur-Sammelsystem mit einer verdeckten Unterbringung der Tonnen im Boden scheidet offenbar aus Kostengründen aus. Die Stadt hat die 14 Grundstückseigentümer rund um den Kirchplatz mit der Bitte um eine Stellungnahme angeschrieben. Sieben haben geantwortet, alle haben das Unterflursystem aus Kostengründen abgelehnt und sich für eine kostengünstige Variante ausgesprochen. Wie genau die allerdings aussehen soll und wer für den Bau und die Kosten aufkommt, ist ungeklärt.

Bürgermeister Jörg Sibbel ging am Mittwochabend im Umweltausschuss auf die Mülltonnenproblematik Kirchplatz ein. 21 Mülltonen unterschiedlicher Größe seien an drei Stellen rund um die Nicolaikirche im öffentlichen Raum abgestellt. Fast alle ohne Sichtschutz. Nur auf einem Abstellplatz im westlichen Bereich werden wenige Tonnen von einem Efeugewächs verdeckt, alle anderen Mülltonnen stehen sichtbar und ungeschützt zwischen historischen Bauten auf historischem Grund aus Kopfsteinpflaster, das wiederum der Kirche gehört.

Verantwortlich für die Lagerung der Mülltonnen sind wie überall im Stadtgebiet die Eigentümer. Sie stellen ihre Tonnen auf Kirchengrund ab. Die Stadt fragt sich nun, ob sie öffentliche Gelder dafür einsetzen darf und soll, um die Mülltonnen von Privatanliegern auf Kirchengrund mit einem Sichtschutz vor den Blicken der Passanten und Kirchenbesucher zu verbergen. Eine Aufgabe, die originär den Anliegern zukommt, wie der Bürgermeister betonte. Auf der anderen Seite gebe es ein öffentliches Interesse, weil der unschöne Anblick nicht im Sinne der Stadt ist. „Die Kirche würde es begrüßen, wenn wir uns kümmern“, sagte Sibbel.

Was wiederum den Ausschussvorsitzenden Edgar Meyn (Die Grünen) etwas in Rage versetzte. Die Eigentümer seien gefordert und müssten sich kümmern. Die aber „bleiben hinterm Busch, das ist befremdlich“, sagte Meyn, der jetzt einen Ortstermin mit der Kirche forderte. Anwohner in historischer Umgebung hätten auch eine Verpflichtung, in ihrem Bereich für Ordnung zu sorgen.

Rainer Beuthel (Die Linke) attackierte die Kirche, die sei „in der Pflicht“. Einerseits versuche die Kirchengemeinde, „die Musik auf dem Weihnachtsmarkt zu bestimmen, wenn es aber um das öffentliche Wohl geht, darf sie auch gerne in die Hufe kommen“.

„Machen müssen wir was“, sagte Dirk Willi Möller (CDU). Die Frage ist nur, wie weit die Stadt hier gehen soll. Bürgermeister Sibbel wies darauf hin, dass man damit gegebenenfalls einen Präzedenzfall schaffe und sich auch andere Bürger dann darauf berufen könnten, dass die Stadt ihnen einen Sichtschutz für Mülltonnen baut.

Georg Bicker (CDU) schlug vor, die Fläche von der Kirche zu pachten: „Pachten, bauen, verfügen“, lautet sein Motto. Anwohner und Kirche fänden es „super“, und die Stadt löse das Problem, so könne es auch nicht gehen, sagte Matthias Huber (Bürger-Forum), der von einer „Ungerechtigkeit“ sprach. „Kostenfrei kriegen die Betroffenen es sowieso nicht“, ließ Martin Klimach-Dreger (SPD) wissen. Schließlich müsste alle anderen Bürger und Wohnungsunternehmen wie das GWU auch die Kosten dafür tragen.

Jetzt wird die Stadt Gespräche mit der Kirche führen mit dem Ziel, eine Lösung zu finden und den Anblick auf dem Kirchplatz spürbar und nachhaltig zu verbessern.

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