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Tolle Knollen : Suche nach der leckersten Kartoffel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

20 Personen lassen sich beim Testessen in der Alten Schule verschiedene Sorten schmecken / Allians und Bamberger Hörnchen liegen vorn

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Allians und Bamberger Hörnchen waren die Gewinner des Abends. Zum vierten Mal trafen sich in der Alten Schule in Holtsee Menschen, um Kartoffeln neuer und alter Sorten zu testen.. Sind sie gut zu pellen? Fest? Mehlig? Wie ist die Farbe, wie der Feuchtigkeitsgehalt? Und wie schmecken sie? Auf all das galt es beim Kartoffeltestessen zu achten und Noten von 1 für sehr gut bis 5 für ungenügend zu vergeben.

„Die Ergebnisse nutzen wir, damit sich die Landwirte danach ausrichten können“, erklärte Gerd Tiedemann, Fachbereichsleiter Pflanzenbau, Abteilung Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Umwelt bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Etwa 25 Testessen macht er im Jahr – teilweise mit bis zu 100 Teilnehmern. In Holtsee waren es rund 20.

„Weltweit gibt es 5000 Kartoffelsorten“, sagte Tiedemann. „250 sind in Deutschland vom Bundessortenamt zugelassen.“ In Holtsee kamen sieben Sorten von der mehligen Lilly über die vorwiegend festkochende Sorten Arnika und Laura hin zu den festkochenden Sorten Allians, Bamberger Hörnchen und Sissi auf die Teller. Auch die relativ mehlige Blaue St. Galler, eine blaufleischige Kartoffel, wurde getestet. „Wenn Sie die essen, machen Sie die Augen zu“, riet Gerd Tiedemann.

Trotz dieses Tipps konnte die Blaue St. Galler die Holtseer nicht überzeugen: Sie landete mit einer Benotung von 3,3 auf dem vierten und damit letzten Platz. Platz eins teilen sich mit einer Gesamtnote von 2,3 Allians und Bamberger Hörnchen. Auch Platz zwei wurde zwei Mal vergeben: Sissi und Laura erhielten die Gesamtnote 2,4. Die Gesamtnote 2,7 erhielten Lilly und Arnika, die beide den dritten Platz erhielten.

Damit liegen zwei festkochende Kartoffeln auf dem ersten Platz. „Schleswig-Holstein ist das Land der festkochenden Kartoffeln“, berichtete Tiedemann vor dem Testessen. Früher hätten 70 Prozent zu festkochenden Kartoffeln gegriffen, „mittlerweile greifen auch immer mehr zu überwiegend festkochend“. Vorwiegend festkochende Kartoffeln hätten einen etwas höheren Stärkegehalt als festkochende, berichtete der Experte. „Die schmecken besser“, war er der Meinung. Zudem seien die vorwiegend festkochenden Kartoffeln vielseitig, weil sie als Salzkartoffel, Bratkartoffeln und als Kartoffelsalat gegessen werden könnten. Allerdings würden die Menschen auch sehr darauf achten, für welches Gericht sie die Kartoffeln verwenden würden: Für Kartoffelpüree seien mehligkochende Sorten geeignet, für Bratkartoffeln festkochende.

Beim Testessen gab es Kartoffel pur. Als Pellkartoffel. Nicht in Salzwasser gekocht. „Kartoffeln können auch einen sehr intensiven, guten Eigengeschmack haben“, sagte Tiedemann. „Der erste Eindruck zählt.“ Beim Testen sei es wichtig, nicht lange zu kauen, da Speichel den „Kartoffelbrei“ verbessere.

Silke Neitzel mag Kartoffeln „fest, gelb und oval“. Sie pflanzt selbst welche an und wollte beim Testessen sehen, welche Sorten gut schmecken, um sie dann selbst zu ziehen.

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