Schäden : Sturm reißt Mühle Anna Flügelteile ab

Zwei Flügel der Mühle Anna  wurden beim Orkan Christian stark beschädigt. Die Holzteile waren auf dem Mühlenhof und in Nachbargärten wieder gefunden worden. Zudem riss der Sturm zahlreiche Schieferschindeln vom Mühlenkopf.
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Zwei Flügel der Mühle Anna wurden beim Orkan Christian stark beschädigt. Die Holzteile waren auf dem Mühlenhof und in Nachbargärten wieder gefunden worden. Zudem riss der Sturm zahlreiche Schieferschindeln vom Mühlenkopf.

Umfangreiche Schäden hat der Verein für Museum und Chronikarbeit Rieseby an der Mühle Anna nach dem Orkan Christian registriert. Reparaturen an der Mühlenkappe und den teils abgerissenen Flügeln sollen bis zum Mühlentag 2014 abgeschlossen sein.

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08. November 2013, 06:00 Uhr

Schäden deutlich über 10 000 Euro verursachte der Orkan Christian an der Mühle Anna in Norby. Der Sturm hatte zwei Flügel zerschlagen, deren Holzteile auf dem Hof und in Gärten von Nachbarn landeten. Dazu riss der Sturm zahlreiche Schieferplatten von der Verkleidung des Turms, wie Karl-Heinz Lappöhn, Vorsitzender des Vereins für Museum und Chronikarbeit Rieseby berichtete.

Die ersten Angebote für Reparaturen hat Lappöhn bereits erhalten. Weitere Fachleute, auch von Versicherungen, werden noch erwartet. Bevor allerdings die Holzflügel erneuert werden, werde noch etwas Zeit vergehen, „Vorrang haben bei den Handwerkern erstmal Dachstühle“, sagt Lappöhn. Einzig vorrangig sei an der Mühle die Erneuerung der Halterung am Flügelkreuz. Die war nach dem Sturm provisorisch befestigt worden.

Vermutlich deutlich größer wäre der Schaden an der Mühle gewesen, wenn nicht Lappöhn und Bürgermeister Jens Kolls noch am Sturmnachmittag die Bremse der Flügel arretiert hätten. „Mit Herzklopfen und einer Spur Ehrfurcht sind wir in die Mühle hoch geklettert“, berichtet Lappöhn. Sie hätten gerade in Norby an einem anderen Gebäude zu tun gehabt, da sahen sie, wie sich die Mühlenflügel plötzlich drehten.

Im Mühlenkopf sahen sie dann, wie sich die Welle bewegte, die Bremse hatte sich im Sturm gelöst. Beängstigend sei es gewesen zu sehen, dass der mächtige 30 mal 30 Zentimeter starke drei Meter lange Eichenbalken als Lager der Welle samt rund 100 Kilogramm Auflagegewicht sich im Sturm bis zu zehn Zentimeter hob und senkte, so Lappöhn. Mit großen Schraubzwingen stabilisierten sie den Balken und konnten auch die Bremse für die Flügel wieder anziehen. Wäre das nicht gelungen, so der Vereinsvorsitzende, hätte auch die Gefahr bestanden, dass durch die Hitzeentwicklung der sich drehenden Metallwelle auf dem Holz Feuer im Mühlenkopf ausgebrochen wäre. „Das kam früher oft vor“.

Als die Mitglieder des Vereins am Dienstag nach dem Sturm zur Mühle kamen, mussten sie auch eine starke Birke zersägen, die vom Nachbargrundstück in Richtung Sägerei gestürzt war. Ihre Spitze hatte den Türvorbau getroffen, aber nur wenig sichtbare Schäden verursacht, berichtet Mitglied Horst Goldschmitz. „Wenn der auf die Remise gestürzt wäre, wäre der Schaden deutlich höher“, sagt er.

Lappöhn und der Vorstand des Vereins hoffen, dass die Mühle zum Deutschen Mühlentag an Pfingsten wieder in alter Schönheit erstrahlt, samt Flügel.

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