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kreative kunstwerke : Stühle aus Büchern und Samtsessel mit Nägeln

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Klasse 12c der Peter-Ustinov-Schule arbeitete drei Monate lang an einer außergewöhnlichen Sitzmöglichkeit. Nun stellten sie ihre Kunstwerke für Mitschüler und Lehrer im „Blumenflur“ aus.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 06:26 Uhr

„Eine Sitzgelegenheit entwerfen“ lautete im Oktober des vergangenen Jahres die Aufgabe an die Klasse 12c der Peter-Ustinov-Schule. Danach hatten die Jugendlichen drei Monate Zeit, um ihr eigenes Kunstwerk zu entwerfen und zu bauen. Ihre Ergebnisse haben die Schüler gestern im „Blumenflur“ ausgestellt.

Rund 20 Stühle reihen sich an den Wänden des Durchgangs auf, jeder von ihnen sieht außergewöhnlich aus. Davor oder darunter liegen bunte Plakate, die den Entwurf der Sitzgelegenheit zeigen. Einige Schüler haben einen richtigen Stuhl gebaut, auf dem sie sitzen können, andere entschieden sich für ein Modell. Schließlich gab es keine Vorgaben und alle konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Ein Stuhl, der komplett aus Büchern hergestellt wurde, fällt sofort ins Auge. Er gehört Lisa Mertin. Da die 18-Jährige eine Leseratte ist , fiel die Entscheidung für die Gestaltung ihres Kunstwerkes schnell. Ihre Mutter lieferte dafür das Material. „Die Bücher habe ich ineinandergesteckt und dann teilweise festgeklebt“, erklärt die Schülerin. Die Sitzfläche bestehe aus Holz und einer Schicht Büchern. An insgesamt sieben Tagen haben sie und ihr Vater an der Sitzgelegenheit gearbeitet. „Wir haben zwischendurch immer wieder gelesen, das hat viel Spaß gemacht“, erinnert sich Mertin. Aber auch das Tackern mit der Pistole hat ihr gefallen.

Die 18-jährige Vivien Schink hat einen Kinderschokolade-Stuhl gebaut, der wortwörtlich zum Anbeißen aussieht. Sogar die Beine haben die Form eines Kinderriegels. Ihr Mitschüler Laurin Bock präsentiert einen Stuhl mit einem Gestell aus gepressten Heizungsrohren und einer Sitzfläche und Rückenlehne aus alten Kassetten, die mit Plastikbändern zusammengehalten werden. „Die Kassetten habe ich von meiner Mutter bekommen“, erzählt er. So sei eine Erinnerungsarbeit entstanden. Bei Eike Schütte ist die Idee für ihren roten Sessel mit den schwarzen Nägeln nach langem Nachdenken entstanden. Das Möbelstück hat ihr Vater aus der Polsterei beigesteuert. „Die Nägel einzusetzen hat am längsten gedauert“, erinnert sich die 18-Jährige. „Zehn Stunden.“

Die Arbeit hat sich für die Schüler gelohnt. Und das ist auch wichtig, denn das Ergebnis fließt in die Endnote des Kunstunterrichts ein. Lisa Mertin schaut ein kleines bisschen enttäuscht, als die ihre Note für den Stuhl verkündet. Sie hat einen Punkt Abzug bekommen, weil die Sitzfläche laut ihrer Lehrerin in weiß schöner ausgesehen hätte. „Sie gefällt mir aber besser, so wie sie jetzt ist“, sagt sie und zeigt auf die Buchseiten, auf denen man Platz nimmt. Ihren “Sella biblion“ möchte sie auf jeden Fall behalten – „er bekommt einen Platz in meinem Zimmer“. Eike Schütte wird ihren roten Sessel verkaufen, denn darin sitzen möchte sie nicht.

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