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Bahnhofsareal : Studie: Neue Achse entlang der Bahn

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Architekt Gregor Sunder-Plassmann hat am Mittwochabend im Gestaltungsbeirat seine Studie zur Neugestaltung des Bahnhofsareals vorgestellt. Geplant sind große Baukörper am Schulweg und eine Verlegung des ZOB.

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erstellt am 15.Dez.2016 | 06:17 Uhr

Eckernförde | Der erste Aufschlag für das Zukunftsprojekt „Bahnhofsareal“ ist gemacht. Der Kappelner Architekt Gregor Sunder-Plassmann war damit beauftragt und hat seine Studie gestern Abend erstmals öffentlich im Planungs- und Gestaltungsbeirat vorgestellt. Geprägt wird die Studie von einer massiven Bebauung im nördlichen Bereich zwischen Schulweg und Bahnhof, der Verlegung des ZOB auf die westliche Seite der Bahnstrecke, den Bau eines abgestuften Parkdecks am südlichen Ende des Grünen Wegs sowie einer lichten Architektur für das Bahnhofsgebäude und die geplante Fahrradstation mit kleinen Gewerbeeinheiten südlich davon. Kosten und andere Realita wie eine wirtschaftliche Machbarkeit spielten in diesem Frühstadium der Planung noch keine Rolle.

Der erfahrene Architekt benannte die Schwerpunkte seiner Studie: Nutzungsverdichtung, Stadtkantenbildung, Neuordnung der Parkraumsituation, Neuordnung des ZOB und des Bahnhofsgebäudes sowie Untersuchung der Wegebeziehungen vom Bahnhof zum Strand und zur Innenstadt. Sunder-Plassmann stellte neun Planungsvarianten vor, um am (vorläufigen) Ende in Abwägung aller Vorgaben und Entwicklungsmöglichkeiten einen Vorschlag zu unterbreiten, den er in einem Modell veranschaulicht hat und der weiter diskutiert werden soll (siehe Foto).

Die Studie umfasst ein von der Politik vorgegebenes großes Planungsgebiet zwischen Lornsenplatz, Schulweg und Reeperbahn. Auf den ersten Blick fällt die massive Bebauung auf dem jetzigen P+R-Parkplatz Schulweg auf. Dort sollen im Erdgeschoss Gewerbeeinheiten und Läden entstehen, dadrüber soll geparkt werden und ganz oben sind Kinosäle angedacht. Die Gesamthöhe dürfte nach Auskunft des Architekten zwischen 19 und 20 Metern liegen. 270 kostenfreie Parkplätze gibt es dort jetzt, nach der Überplanung sollen es 590 sein. Weitere 140 Stellplätze im nördlichen Gebiet sollen am Grünen Weg parallel zur Bahnstrecke auf dem von der Stadt angekauften 3. Gleis entstehen. Im südlichen Grünen Weg ist in der Studie eine abgestufte Parkpalette mit 450 Parkplätzen zu erkennen, weitere 50 sollen auf dem ehemaligen Wohnmobilstellplatz angelegt werden. In der Gesamtrechnung soll die Zahl der Parkplätze von derzeit 780 auf 1229 steigen – ob die ebenfalls wie derzeit alle kostenfrei sind, ist später zu entscheiden. Laut Parkraumkonzept der Stadt sollte die Zahl der Parkplätze auf 1290 erhöht werden – das wird nicht ganz erreicht.

Sundermann-Plassmann fand beim Gestaltungsbeirat Unterstützung für seinen Ansatz, zu Lasten von Parkflächen die Wohnbebauung in dem attraktiven, zentralstädtischen Bereich zu erhöhen.

Die Parkplätze sind das eine, die Bebauung und städtebauliche Neuordnung das andere. Das wenig ansprechende Bahnhofsgebäude würde durch einen lichten Baukörper mit Glasdach ersetzt. Neu hinzu käme südlich davon eine Fahrradstation mit Gewerbe-Einheiten. Der ZOB käme auf die andere, westliche Seite der Bahnlinie und würde über den Grünen Weg von den Bussen des Regionalverkehrs angefahren. Dadurch würde die Verkehrsbelastung in der Reeperbahn, die verkehrsberuhigt ausgebaut werden soll, spürbar abnehmen.

In der Aussprache äußerte Georg Bicker (CDU) schwere Bedenken wegen der Massivität der Bebauung im nördlichen Bereich . Die Gebäude in der Reeperbahn würden erdrückt, so Bicker. Der Gestaltungsbeirat konnte dem nicht folgen. Eine klare Absage erteilte der Beirat dem Hinweis, in dem Gebiet doch gleich eine neue Stadthalle mit Bücherei und Kino zu berücksichtigen.

>Weiterer Bericht folgt

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