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Eckernförder Zeitung

22. November 2017 | 06:27 Uhr

WBV : Stromsparen durch Digitalisierung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

WBV Mittelschwansen investiert bis 2019 2,5 Millionen Euro in Digitalisierung, Energieeffizienz und Anlagenerhalt

von
erstellt am 27.Okt.2017 | 06:57 Uhr

Waabs | Fast 2,5 Millionen Euro wurden und werden in der Zeitspanne von 2015 bis voraussichtlich 2019 im Wasserwerk des Wasserbeschaffungsverbands Mittelschwansen (WBV) verbaut. Sorge, dass dadurch der Wasserpreis für die rund 6500 Haushalte in 14 Gemeinden steigt, sind unbegründet. Möglich macht das die Investition in modernste digitale Steuerungstechnik und Pumpen sowie die Anwendung der Zertifizierung nach DIN 50 001 für Energie-Management. Dadurch wird der Stromverbrauch gesenkt, so dass Investitionen sich relativ schnell amortisieren, wie Carsten Boldt, technischer Leiter des Wasserwerks, erklärt.

„Wir haben das Wasserwerk schlau gemacht“, stellt Verbandsvorsteher Horst Böttcher überaus zufrieden fest. Erklärtes Ziel des Wasserverbands sowie der Mitarbeiter ist die Reduktion des Stromverbrauchs um 20 Prozent nach Abschluss des aktuellen Investitionsrahmens. 2014 lag der Strombedarf des Gesamtbetriebs noch bei rund 900 000 kWh/Jahr, fügt Böttcher an.

Bereits jetzt lässt sich bei einzelnen Anlagenbereichen eine entsprechende Reduktion des Stromverbrauchs feststellen, ergänzt Marta Kraft, Leiterin der Verwaltung. Nach der Umrüstung der Pumpen im Zwischenpumpwerk Loose sank dort der Stromverbrauch um jene 20 Prozent. Zugleich betont sie, dass der gesamte Umbau im laufenden Betrieb erfolgte, ohne dass die Kunden Störungen oder Einschränkungen hatten.

Rund Zweidrittel der Energiekosten des WBV werden durch Pumpen verursacht, macht Boldt das Einsparpotenzial deutlich. So wurde beispielsweise beim Brunnen 3 die Pumpe erneuert. Bei dem Brunnen wurde zugleich ab 100 Metern Tiefe ein 70 Meter tief reichender Edelstahlwickeldrahtfilter eingebaut. Dadurch war es gelungen, den Brunnen zu retten. Er drohte im Ansaugbereich einzustürzen. Die Investition für die neu installierte Pumpe hat sich durch den Stromspareffekt nach vier bis sechs Jahren gerechnet, so Boldt. Bei zwei weiteren Brunnen sollen dieses Jahr und in 2018 die Pumpen ebenfalls ersetzt werden.

Pumpen zu ersetzen ist das Eine, sie effektiv zu steuern und zu regeln das Andere. Durch die IT-gestützte Steuerung sämtlicher Anlagenbauteile ist es nun möglich, das „System effektiver, gleichmäßiger und mit weniger Druckschwankungen zu fahren“, erklärt der technische Leiter. Dank Glasfaserkabel laufen alle Parameter der Anlagen (unter anderem Brunnen, Filter, Reinwasserbehälter und Abgabepumpen) in Echtzeit zusammen. Über interaktive digitale Schaubilder können die fünf technischen Mitarbeiter alle Anlagen bedienen. Störungen werden umgehend sichtbar. Zugleich sorgen die neuen Pumpen in Kombination mit der neuen Steuerung dafür, dass zur Steigerung der Energieeffizienz Pumpen zu- oder abgeschaltet werden. Drei Pumpen laufen mit weniger Drehzahl sparsamer als zwei Pumpen mit höherer Drehzahl, macht Boldt deutlich. Die neu erfassten digitalen Betriebskennzahlen auszuwerten, ermöglicht eine neue Software. Sie führte in dieser Woche auch zur Überführung einer unerlaubten (unbezahlten) Wasserentnahme im großen Stil aus einem Hydranten. „Das System läuft einwandfrei“, stellt Boldt fest. Wiederholt hatten sich auch schon andere Wasserwerker die Anlage in Waabs angeschaut, die „zu den modernsten im Land gehört.“

Größte Investitionen waren zuletzt der Neubau eines fünften Filters (850 000 Euro). In dieser Woche hat die Sanierung des Reinwasserbehälters I (450000 Euro) begonnen. In 2018 folgt noch Nummer II.

Mit den Investitionen wird die Versorgungssicherheit und Qualität des Trinkwassers weiter erhöht, beziehungsweise gesichert, ist Böttcher überzeugt. Zugleich wird der wirtschaftliche Betrieb durch das Energiemanagement verbessert. Dies könnte dazu führen, dass Gebühren sinken, denn Gewinne darf der WBV nicht erwirtschaften, so der Verbandsvorsteher.

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