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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 20:32 Uhr

Strenge Dozenten und so mancher Streich

vom

Abschlussjahrgang 1963 der ehemaligen Bauschule erinnert sich an die Studienzeit

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Eckernförde | Ein bisschen brauchte es, bis alle Ehemaligen des Abschlusssemesters 1963 der Staatsbauschule zu ihrem 50-jährigen Klassentreffen eintrudelten. Immerhin: Von den 16 Ex-Bauwesenstudenten, die Organisator Hilmar Hoyer zugesagt hatten, hatten nicht wenige eine längere Anreise aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik. Inzwischen einheitlich im Ruhestand, zeichnen sich die damals insgesamt 23 Absolventen für zahlreiche Tiefbauprojekte auch im Ausland verantwortlich und ermöglichten dabei verschiedene Brücken oder Industriegebiete.

50 Jahre liegt ihre Entlassung nun zurück. Grund für die einstigen Studienkollegen, sich noch einmal wiederzusehen und abseits der Besichtigung der nach Renovierungsarbeiten sowie Umfunktionierung ihrer alten Schule (heute unter anderem BSI-Campus und Galerie 66) auch an manche Strolcherei vergangener Tage zu erinnern.

Die Liebe zu ihrem Beruf haben sie ihr Leben lang behalten, da sind sich die Ehemaligen des Jahrgangs 1963 einig. 38 Jahre ist beispielsweise Hans Stühmer bei seiner Arbeitsstelle auf Helgoland geblieben. Inzwischen ist der 73-Jährige pensioniert wie alle seine damaligen Studienkameraden, mit denen er eine schöne Zeit verbracht habe. "Wir haben zum Beispiel die Eingangstür der Bauschule zugemauert oder Fahnen vor der Stadtverwaltung geklaut", erinnert sich Hans Stühmer, und Jahrgangskollege Ernst-Günther Prieß fügt hinzu: "Blödsinn haben wir jede Menge angestellt. Einmal haben wir auch eine Bank aus dem Boden des Kurparks geschraubt und sie ans Wasser gestellt."

In der Staatsbauschule war hingegen Obacht geboten, wissen die beiden. Der Umgang der Dozenten mit ihren Studenten sei nicht selten recht hart gewesen. Prieß: "Man hatte wirklich Respekt vor den Dozenten, die stets einen sehr scharfen Ton an den Tag legten. Manchmal hatten wir gar das Gefühl, wir wären wieder in der Grundschule."

Studentenwohnheime etwa gab es damals noch nicht. Zu dritt teilte sich Ernst-Günther Prieß ein Zimmer in der Frau-Clara-Straße, solange, bis er seine Frau kennenlernte, im dritten Semester heiratete und auszog.

Auch die Bauschule zog um in das Gebäude am Lorenz-von-Stein-Ring. Wie aus Eimern habe es damals geschüttet, entsinnt sich Peter Hansen. Den Regenschirm habe er einem der Dozenten aufgehalten, während man mit den sieben Sachen unter dem Arm auf dem Weg in die neue Schule war.

Noch deutlich einfacher hatten es die angehenden Tiefbauer damals auf dem Arbeitsmarkt, als Firmen Anzeigen zur Werbung der Studenten am Schwarzen Brett in der Uni aushingen. Bis zu 30 Anzeigen hätten dort gehangen, doch nicht jede Firma hatte das Glück, noch einen Studenten abzubekommen.

Zehn Jahre liegt das letzte Ehemaligentreffen zurück, inzwischen habe man sich von zwei verstorbenen Freunden und Bekannten verabschieden müssen. Hoyer: "Das ist sehr traurig. In diesem Jahr sind immerhin noch 16 Ehemalige gekommen. Wer weiß, wie viele es beim 60-jährigen Zusammenkommen noch sein werden."

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