Segeln : Streckenrekord nach Eckernförde

Mit sprühender Gischt auf und davon: Der MOD70-Trimaran „Musandam-Oman Sail“.
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Mit sprühender Gischt auf und davon: Der MOD70-Trimaran „Musandam-Oman Sail“.

Der Trimaran „Musandam-Oman Sail“ hat beim „Welcome Race“ der Segler von Kiel nach Eckernförde die Vorjahresbestzeit des Katamarans „SAP Extreme 40“ gleich um fast 20 Minuten unterboten.

shz.de von
24. Juni 2014, 06:00 Uhr

Die 132. Kieler Woche hatte bereits mit dem Welcome Race von Kiel nach Eckernförde ihren ersten Rekord. Nach nur einer 1:47,22 Stunde blieb die Uhr stehen, als der MOD70-Trimaran „Musandam-Oman Sail“ die Vorjahresbestzeit des Katamarans „SAP Extreme 40“ gleich um fast 20 Minuten verbesserte.

„Eine fantastische Leistung für die Besatzung, die in dieser Zusammensetzung zum ersten Mal gesegelt ist“, attestiert Skipper Damian Foxall und lobt vor allem die drei Crewmitglieder aus dem Oman und die beiden deutschen Hochseesegler Anna-Maria Renken und Tim Kröger. Letzterer zeichnete sich für die Navigation verantwortlich. Als einziges Mehrrumpfboot unter insgesamt 127 Teilnehmern schob sich der Mod70 zehn Minuten vor der nächsten Gruppe als Erstes bei noch mäßigen Bedingungen über die Linie. Zunehmender Wind um 5 bis 6 sorgte für einen zeitweiligen Höllenritt auf kurzen steilen Wellen, bevor der Renner in die Eckernförder Bucht abbog. „Die Anspannung an Bord war enorm, denn die Abschnitte zwischen den einzelnen Bahnmarken werden ziemlich kurz, wenn ein Boot so schnell ist“, berichtet der Hamburger Weltumsegler und America’s Cup-Teilnehmer Kröger. Mit zeitweilig 35 Knoten Spitzengeschwindigkeit kam der 70 Fuß lange Multi One Design auf der 27,5 sm langen Strecke auf mehr als 15 Knoten im Schnitt.

Deutlich länger war die „Platoon“ mit einer gesegelten Gesamtzeit von 3:08,11 Stunden auf der Bahn und ließ „die IMMAC all for One“ um 26:24 Minuten hinter sich. Mit neuem Schiff präsentierte sich die Crew der vorjährigen „Silva Hispaniola“. Ganz in schwarz zeigt sich die Nachfolgeyacht „Silva NEO“, die unter den Händen einer seit 2009 agierenden Jugendcrew, darunter drei Junioren des SCE, 2011, von Regatta zu Regatta eilt und im August an der Weltmeisterschaft in Kiel teilnimmt. „Das Schiff ist agiler, hat gegenüber dem Vorgänger bei gleicher Länge mehr Segelfläche, zwei Tonnen weniger Gewicht und lässt sich wie eine Jolle segeln“, fasst Steuermann Dennis Gehrlein die Vorzüge zusammen.

War die „Calypso“, wie schon in der Vergangenheit, aufgrund ihres Tiefgangs von 4,10 Meter an die Außenmole verbannt, füllte sich der Hafen um die Holzbrücke wie seit Ewigkeiten nicht mehr: Dicht an Dicht lagen die Yachten im Päckchen, nur mit einem schmalen Boot hätte man zwischen beiden Ufern noch passieren können. „Das sieht toll aus, für uns Binnenländer ein richtiges Erlebnis“, schwärmte Carina Wollmert aus Mainz, die Segelboote bislang nur auf dem Main erlebte. Manch einer, der den Zieleinlauf vom Ufer beobachtete, kritisierte, dass die die Ziellinie so weit vom Ufer lag, dem hielt Kieler Woche Seebahnchef Eckhard von der Mosel entgegen, dass je nach Windverhältnisse die Yachten auch noch Platz zum Segelbergen benötigten.

Gelungen waren die Starts am Sonntagmorgen. War der Mod70 Tri zunächst vor dem Start noch verhalten, flog er nach dem Signal trotz gerefften Großsegels mit sprühender Gischt davon. Kein Halten gab es in den nachfolgenden Starts der einzelnen ORCInt-Klassen. Auch Vortagessieger „Platoon“ bewies, dass die Crew ihr Schiff beherrschte, als es sichtbar beschleunigte und mit mehr als 20 Knoten davon zog. Die restlichen Starts erfolgten im zehn Minutentakt, danach war zumindest für Eckernförde das diesjährige Welcome Race.

Weitere Bilder unter http://www.u-hallstein.de/sport/segelsport/2014-welcome-race.html

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