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Mehr Rente : Straßenmeisterei tritt in den Streik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verdi ruft landesweit zum Streik im öffentlichen Dienst auf / Straßenmeisterei beteiligt sich mit 27 Mitarbeitern und streikt bis 24 Uhr

Die Streikwelle im öffentlichen Dienst hat den Norden erreicht: Die Gewerkschaften haben für heute zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Ihre Forderung: eine Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent, mindestens aber um 175 Euro. Auch die zweite Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder wurde ergebnislos beendet. Ein Angebot zur Erhöhung der Entgelte lehnten sie ab.

Auch die Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr des Landes sind aufgerufen von 0 bis 24 Uhr ihr Arbeit niederzulegen. Die Straßenmeisterei Eckernförde beteiligt sich mit 23 Mitarbeitern an dem Warnstreik. Gestern haben die Mitarbeiter nach Dienstschluss ein erstes Zeichen gesetzt: Verdi-Fahnen und -Schilder zieren die Einfahrt am Amselweg. „Es bringt nichts fünf Prozent mehr Lohn zu bekommen und gleichzeitig werden die Rentenansprüche gekürzt“, so Martin Jeß, Verdi-Vertrauensmann der Straßenmeisterei Eckernförde. „Dann haben wir jetzt zwar mehr in der Lohntüte, aber wenn wir in Rente gehen weniger.“ Für Jeß und seine Mitstreiter keine arbeitnehmerfreundlichen Bedingungen. „Es gibt immer noch Kollegen, die das nicht ernst genug nehmen oder sich auf die Kollegen in der Gewerkschaft verlassen.“ Das sei bei diesem gewichtigen Thema die falsche Einstellung. Unter den Kollegen in Eckernförde beteiligen sich nur zwei Kollegen nicht an dem Warnstreik. „Unsere Beteiligung ist sehr gut“, so Jeß. Seit 2006 engagiert er sich bei Verdi: „ Ich habe schon während der Ausbildung mitbekommen, dass es wichtig ist, sich zu organisieren.“ Anfangs haben es ihm nur sieben Kollegen gleich getan, dann seien es immer mehr geworden. „Es ist wichtig, dass wir 30 Tage Urlaub bekommen, einen guten Lohnabschluss erzielen und 38,5 Stunden arbeiten.“ Das sei auch der Grund, warum Gewerkschaften auch in der heutigen Zeit noch wichtig sind. Martin Jeß und seine 23 Kollegen treffen sich heute um 9 Uhr auf Carlshöhe, um gemeinsam nach Kiel zu fahren. Dort werden sie mit Kollegen aus Gettorf an einem Streikfrühstück im Versi-Gewerkschaftshaus in der Kieler Legienstraße teilnehmen. Anschließend wird ab 12 Uhr durch die Kieler Innenstadt marschiert, ehe eine abschließende Kundgebung auf dem Asmus-Bremer-Platz in der Kieler Holstenstraße stattfindet.

Die nächsten Tarifverhandlung sind für Anfang nächster Woche geplant. „Wir hoffen, dass sich der Arbeitgeber langsam ein bisschen bewegt“, so Jeß. „Wenn nicht müssen andere Wege gegangen werden.“ In Eckernförde beteiligten sich die Mitarbeiter anderer Bereiche wie Polizei, Krankenhaus oder angestellte Lehrer nicht an dem Warnstreik.


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