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unikat am STRAND : Strandwagen für Rettungsschwimmer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Höhere Sicherheit durch moderne Standards schaffen DLRG und ETMG durch die Aufstellung von speziellen Strandwagen. Das Ziel ist die Zertifizierung als „lifeguarded beach“ (beachter Strand).

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 05:31 Uhr

Eckernförde | Sicherer, moderner, zeitgemäß und ein echter Hingucker – rechtzeitig zum Saisonauftakt präsentieren die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) und die DLRG ihre neueste Errungenschaft zur Qualitätsverbesserung des Strandes – den DLRG-Strandwagen. Das Unikat, das an einen Badekarren aus der Belle Epoque erinnert, stammt aus der Schäferwagen Manufaktur Anton Kraack aus Oersberg. Vorbei ist die Zeit der über 30 Jahre alten Wachtürme, die den DLRG-Rettungsschwimmern nur ungenügend Schutz vor Wind und Wetter boten und auch den heutigen Standards in Bezug auf die Arbeitssicherheit nicht mehr entsprechen.

Die Anschaffung des Strandwagens geht auf das Gutachten „risk assessment“ eines Sachverständigen aus Bayern zurück, der im vergangenen Jahr eine Risikoanalyse im Hinblick auf Strand, Lage, Sicherheit und Ausstattung sowie Ausrüstung der Rettungseinrichtungen angefertigt hat. „Das Gutachten hat ergeben, dass die Strandwachtürme nicht mehr zeitgemäß sind und auch nicht mehr der Arbeits- und der Rettungssicherheit entsprechen“, sagt ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann. Bei Rettungseinsätzen im Wasser spiele der Faktor Zeit eine große Rolle, erklärt Thies Wolfhagen, Geschäftsführer des in Eckernförde ansässigen DLRG-Landesverbandes, und die seien bei den alten Wachtürmen in der geforderten Form nicht mehr gegeben gewesen.

Vor rund fünf Jahren entwickelte Anton Kraack aus Oersberg nach dem Vorbild norwegischer Holzhäuser den Schäferwagen. Der DLRG-Strandwagen ist das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen von ETMG, DLRG und Kraack. Gebaut aus nordischer Fichte ist der Wagen komplett isoliert. Die Wände sind hinterlüftet und sorgen für ein gutes Raumklima. Große Fenster aus Sicherheitsglas auf beiden Längsseiten und eine mit Fenster versehene Schnacktür sorgen für einen Rundumblick der Einsatzkräfte. „Im Strandwagen können die Rettungsschwimmer über die Strandkörbe auf die Wasserkante sehen“, sagt Stefan Borgmann.

Aber nicht nur an den schnellen Einsatz im Wasser ist gedacht. Glücklicherweise sei das Hauptaufgabengebiet der Ehrenamtler in Eckernförde die Behandlung kleinerer Verletzungen am Strand, wie Hautreaktionen auf den Kontakt mit Feuerquallen oder Wespenstiche, so Borgmann. Rückzugsmöglichkeiten für die Behandlung von Badegästen und die Gewährung der Privatsphäre seien vorher nicht gegeben gewesen. Der rund fünf Quadratmeter große Strandwagen bietet im hinteren Teil eine Pritsche und genügend Raum für die Behandlung. „Aber auch die Rettungsschwimmer selbst sind jetzt endlich bei ihren stundenlangen Einsätzen vor Wind, Regen und Kälte geschützt“, erklärt Thies Wolfhagen. Bei gutem Wetter bietet die rund zwei Quadratmeter große überdachte Veranda den besten Ausblick auf Strand und Meer.

Der DLRG-Strandwagen am Hauptstrand in Höhe Ruderclub ist der erste, der aufgestellt wurde. Ihm sollen in Kürze noch ein zweiter Wagen in Höhe des Restaurants Kreta und ein doppelt so großes Exemplar am Südstrand folgen. Die Kosten belaufen sich auf 60  000 Euro. Der ehemalige Wachturm vom Hauptstrand soll beim Hotel Seelust aufgestellt werden. Mit der DLRG-Hauptwache sorgen dann insgesamt fünf Rettungsstationen am Strand für die Sicherheit der Badegäste. Für Wolfhagen ein großer Schritt in die richtige Richtung. „Der Gast möchte Sicherheit vermittelt haben und genau das passsiert hier.“ Eckernförde ist damit Vorreiter in Sachen Sicherheit und kann sich für die weltweit geltende Zertifizierung als „Bewachter Strand“ (lifeguarded beach) bewerben. Spätestens im Herbst weht dann eine rote Flagge (das Rote Banner) an den Stränden Eckernfördes, die signalisiert, dass hier die Standards der Internationalen Rettungsschwimmerorganisation erfüllt sind. Schleswig-Holsteinweit können bislang nur acht Badeorte dieses Zertifikat vorweisen.

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