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Bio-Service auf dem Campingplatz : „Strandräuber“ setzt auf Regionales

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Campingplatzbetreiber holt sich Unterstützung für ausgefallenes Service-Konzept / Currywurst-Pommes und typische Marken unerwünscht

Wer sich auf dem Campingplatz Camp Langholz ein bisschen genauer umsieht, stellt schnell fest: Hier ist irgendwie alles ein bisschen anders. Das fängt bei den angebotenen Produkten im Kiosk „Proviantamt“ und der Café-Bar „Strandräuber“ an, und hört bei den Zirkus- und Schäferwagen auf, die Urlauber sich für ihren Aufenthalt auf dem Platz unmittelbar an der Ostsee mieten können.

Weg vom Imbiss, hin zu einem einladenden Bistro – das war die Idee von Sara Siebenborn, Geschäftsführerin vom „Proviantamt“ und „Strandräuber“, und Christof Albrecht, Betreiber des Camps Langholz. Plastikflaschen, Fritteuse und gängige Marken haben bei Sara Siebenborn keine Chance. Von hoher Qualität sollen die Waren sein und einen regionalen Bezug haben. „Ich verkaufe Produkte, die ich für unterstützenswert halte“, sagt die 29-Jährige überzeugt. Bei ihr findet der Kunde Bio-Eier und Störtebeker Bio-Bier, die Süßigkeiten im Kiosk kommen aus der Bonbon-Kocherei in Eckernförde, das „feinheimische“ Eis stammt aus der Meierei Geestfrisch in Kropp. „Ich möchte einen roten Faden durch das gesamte Konzept ziehen“, betont Siebenborn. Auf der Suche nach einem passenden Getränkeangebot, mit guten Zutaten und möglichst frei von Geschmacksverstärkern, für Kiosk und Café-Bar durchstöberte sie die Einkaufsmärkte, testete hier und probierte da. Dabei stieß sie auf einen Bio-Bier-Mix namens „Strandräuber“ und auf „Proviant“-Limonaden. Diese hätten ihr besonders gut geschmeckt – der Name für Bistro und Kiosk kommt also nicht von ungefähr. Der Bezug zur See und Piraten habe ihr gefallen, sagt die 29-Jährige. Außerdem klinge es locker und unkonventionell, wie die Stimmung auf dem Campingplatz.

Ausgefallene Geschmackssorten wie Rhabarber und Zitrone-Ingwer, aber auch Apfelschorle und Orangen-Limo gibt das Proviant-Sortiment des Camps Langholz her. „Hier sind so viele Kinder auf dem Platz, die sollen was Vernünftiges kriegen“, sieht sich Sara Siebenborn in der Verantwortung. Bei den Erwachsenen sei das „Strandräuber“-Bio-Bier in den Sorten Kirsche und Zitrone beliebt. Abends können Urlauber und Besucher im „Strandräuber“ ein umfangreiches Cocktailangebot nutzen. Frisch gepresster Zitronensaft und qualitativer Alkohol sind Siebenborn auch hier wichtig. Nachmittags gibt es hin und wieder hausgemachten Kuchen – aus Bio-Produkten natürlich. Dafür verwendet Sara Siebenborn auch gerne mal den Rhabarber oder die Erdbeeren aus dem eigenen Garten. Der angebotene Kaffee stammt aus Brasilien, Direct Fair Trade steht darauf geschrieben. Hier weiß Siebenborn genau, was die Kaffeebauern daran verdienen und dass er vor Ort geröstet wird. Waffeln und Obstsalat sowie herzhaft gebackene, warme Wraps, überbackene Baguettes und frischer Salat runden das Angebot ab. „Das ist der beste Salat, den ich seit langer Zeit gegessen habe“, lautet dann schon mal das Feedback der Gäste, erzählt Siebenborn, und ihre Augen leuchten. Currywurst-Pommes finden Urlauber im „Strandräuber“ nicht. „Die Fritteuse war das Erste was ich rausgenommen habe. Die kommt hier nicht mehr rein“, verspricht die 29-Jährige und denkt an die Renovierungen zurück, die sie auf sich genommen haben, um dem vorherigen Imbiss-Dasein ein Ende zu setzen. Alte Möbel wurden rausgeworfen, Wände eingehauen. Jetzt erstrahlt alles im gemütlichen Strandlook. Die Wände sind so bemahlt, dass es aussieht als hätten Kanonenkugeln darauf geschossen. Petroliumlampen stehen liebevoll dekoriert auf den Fensterbänken und Tischen.

Auf seine engagierte Geschäftsführerin ist Christof Albrecht gekommen, weil sie seit einiger Zeit befreundet sind. Mit der 29-Jährigen, die sechs Jahre in Berlin in der Gastronomie gearbeitet hat und vor vier Jahren nach Eckernförde zog, ist er zufrieden. „Der Imbiss, den es vorher gab, war runtergewirtschaftet und hatte einen schlechten Ruf“, erinnert er sich. Er habe sich etwas Besonderes gewünscht. Das trifft auch auf das übrige Angebot auf seinem Campingplatz zu. So können sich Urlauber unter anderem Schäferwagen mieten.

Für das nächste Jahr haben sich Sara Siebenborn und Christof Albrecht vorgenommen, für ihre Besucher und Urlauber eine gemütliche Lounge aus Palettenmöbeln und einer Hängematte herzurichten.

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