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Strandmüllboxen für den Plastikabfall aus dem Meer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Touristik platziert fünf Müllcontainer am Strand für den dort gefundenen Kunststoffmüll

Eckernförde | Als Baby lernt man, den eckigen Bauklotz in die dafür passende Öffnung, den runden Klotz in den kreisrunden Ausschnitt, den dreieckigen in die entsprechende Aussparung zu stecken. Hatte man das verstanden und geschafft, war man stolz. Stück für Stück und immer spielerisch, stiegen die Herausforderungen – bis man groß war und fit für das Leben. Damit und mit dem Wissen um größere Zusammenhänge, sind wir bestens präpariert für eine weitere intellektuelle Herausforderung: Plastikmüll, den man am Strand findet, in speziell dafür vorgesehene Tonnen zu werfen.

Aber Spaß beiseite: Ab sofort stehen an Eckernförder Stränden fünf Müllboxen für Plastikmüll zur Verfügung – drei am Hauptstrand, zwei am Südstrand. Und: Waabs und Schwedeneck sind ebenfalls dabei, mit je vier und sechs Boxen, die in Zusammenarbeit mit der Abfallentsorgung Rendsburg-Eckernförde (AWR) aufgestellt werden. Diese Müllcontainer werden „umhaust“, wie Stefan Borgmann von der Eckernförde Touristik & Marketing GmbH erklärt: Um sie von normalen Containern abzuheben, steckt man sie – gebaut von den Eckernförder Werkstätten –, in hübsche Holzhäuschen , die mit einem Einwurfschlitz versehen und entsprechend beschriftet, schon von weitem als „die Plastikmüllis“ zu erkennen sind. Und das ist wichtig: Die Container sind nur für Plastikmüll gedacht, der vom Meer angespült und am Strand gefunden wird. Dort soll kein normaler Hausmüll abgeladen werden.

Schließlich ist der Plastikmüll in den Meeren zu einer großen Bedrohung geworden: Das Plastik wird im Meer zerrieben und von den Organismen mit der Nahrung aufgenommen – und schließlich vom Menschen verzehrt. Deshalb gibt es den internationalen „Coastal Clean Up Day“, an dem Menschen gemeinsam „ihren“ Strand reinigen. Zum Strandaufräumen am Sonnabendmorgen waren in Eckernförde dann auch einige nette Helfer gekommen: Bärbel Karstens und ihre Enkel Lina und Jesper aus Schleswig etwa waren mit Profihandschuhen und Greifer unterwegs: „Jesper sagte letztens am Strand, dass wir mal Leute zusammentrommeln und zusammen Müll sammeln müssten“, erzählte Bärbel Karstens. „Dann stand diese Aktion in der Zeitung – da war klar, wir sind dabei.“

Auch Anja Rolf vom Nabu Eckernförde war dabei und zeigte ihre Ausbeute: geplatzte Luftballons in allen Farben, noch mit den Aufdrucken der Firmen versehen, die sie verteilt haben. Nicht Seegras ist Müll, wie Urlauber sich kürzlich beschwerten („Am Strand liegt soviel Müll“), sondern leere Plastikflaschen, Sonnecremetuben, Plastiktüten, Eisverpackungen, alte Luftballons, Fleecedecken- und Pullover, Dosen-Sixpackhalter und die ach so neumodischen Micropartikel aus Peeling-Cremes und Duschgels, die man nicht mehr aufsammeln sondern nur vermeiden kann.





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erstellt am 22.Sep.2015 | 06:09 Uhr

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