Fetziger Weihnachts-Jazz für guten Zweck : Stoker erspielen 1000 Euro für Hospiz-Initiative

Die Stoker Jazz Band brachte am Sonntag mit weihnachtlichem Jazz das Carls zum Kochen.
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Die Stoker Jazz Band brachte am Sonntag mit weihnachtlichem Jazz das Carls zum Kochen.

Das Benefizkonzert der Stoker Jazz Band am Sonntag im Carls begeisterte die Zuhörer. Gastmusiker bereicherten die Veranstaltung mit ihren Darbietungen.

shz.de von
19. Dezember 2017, 05:20 Uhr

Eckernförde | Die Stoker Jazz Band hatte am frühen Sonntagabend ins Carls eingeladen, und die Gäste kamen reichlich. Zum einen war die adventliche Kaffeestunde grad vorüber, zum anderen liebt man ganz allgemein den lebendigen Jazz dieser Band. Und schließlich diente die Veranstaltung der Unterstützung der „Hospiz-Initiative, Kirchenkreis Eckernförde“.

So ergriff auch Ursula Bruhn-Rath gleich zu Beginn das Wort. Als Koordinatorin der Initiative und gleichzeitig Palliativ-Care-Fachkraft berichtete sie aus dem Aufgabenbereich der Einrichtung, der vieles umfasst: Die Krankenhausseelsorge zum Beispiel, das Altenhilfe-Diakonie-Zentrum, die Angebote des Trauercafés und der Caféteria St. Martin. „Hospiz heißt Herberge und steht für selbstbestimmtes und würdevolles Sterben.“ Die Begleitung von sterbenden und trauernden Menschen sei unentgeltlich und geschehe unabhängig von Weltanschauung und religiöser Überzeugung. Man frage sich, wofür es eine Benefiz-Veranstaltung gebe, wenn doch alle Arbeit ehrenamtlich getan wird.
Ursula Bruhn-Rath: „Für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter und Neueinsteiger gibt es Lehrgänge und Fortbildungsveranstaltungen – das kostet.“ Mit Eintrittsgeldern und einer Spendenbox zwischendurch kamen am Abend des 3. Advent 1000 Euro zusammen.

Dann ging es in die Vollen: Die Stoker Jazz Band gab ihr bestes! Mit Dixie, Blues und überraschenden, musikalischen Frei- wie Feinheiten durchpflügten sie vorweihnachtliches „Liedgut“. Wer sich noch wunderte, dass „Süßer die Glocken nie klingen“ so brav und gewohnt „sutsche“ daherkam, wurde schnell eines anderen belehrt. Da stiegen die Jazzer ein, dass es eine Art hatte, da ging die vorweihnachtliche Post ab. Tappen, Swingen, Freuen waren eins. Und in diesem lockeren, vergnügten Ton ging es weiter – knapp zwei Stunden lang und mit wachsender Begeisterung. Sowohl bei den Musikern als auch bei den Zuhörern klangen die Glocken: Jingle Bells.

Manfred Jöhnk (Posaune) brachte gemeinsam mit Wolfram Müller (Banjo, Gitarre) eine prima Moderation rüber mit viel augenzwinkernd verpacktem Hintergrundwissen. „Fufu“ Fuhlbrügge entlockte seiner Tuba die dunkel-rhythmischen Weihnachtsklänge. Jörg Ulrich gab mit seinen Drums den exakten Takt an – besonders glanzvoll beim „Little Drummer Boy“. Und wer glaubt, mit Dr. Ortwin Galle an Saxophon und Klarinette wäre das Stoker-Quintett nun vollzählig auf der Bühne versammelt gewesen, – der durfte mal ordentlich staunen: Die Stoker hatten für Zuwachs gesorgt. Man sah und hörte Ole Halley am Bass, Mathias Wohlenberg mit einer zusätzlichen Gitarre, Mathis Mewes am Piano und als Sängerin Ida Tode.

Wenn Ole Halley als Pastor den Bass zupft und streicht – okay. Darüber freut man sich gerne. Aber beim jungen Pianoplayer und der noch jüngeren Sängerin mochte einem vor Staunen schon der Mund offen stehen bleiben. Wolfram Müller auf Nachfrage: „Mathis ist gerade 18 geworden, geht ins Abi. Ida ist unser Küken mit 16 – und auch Schülerin.“ Ida, nicht nur optisch sehr gewinnend in ihrer straffen, selbstsicheren Art – in Jeans und mit leuchtenden Augen – eroberte die Zuhörer auch mit ihrer Stimme. Eine natürliche, strahlende Stimme, die ohne Mühe und mit gleichbleibend starkem Ausdruck bis in hohe Höhen klettern konnte. Überhaupt sehr überraschend, wie diese „lütte Deern“ so viel Kraft in ihre junge Stimme legen konnte. Ob bei „Hallelujah“ oder „Oh come all ye fathful“, bei „Baby, it’s cold outside“ oder „I wanna wish you a merry Christmas“ – man war stets vorweihnachtlich angerührt.

>Infos zur Hospiz-Initiative www.kkre.de


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