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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 17:45 Uhr

Gescheitert : Stillstand an der Huk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die neue Nutzungsidee für das ehemalige Bundeswehrgelände hat die Mehrheit im Bauausschuss nicht überzeugt. Dem dringenden Appell von Bürgermeister Dr. Holger Klink, zumindest die Baracken abzureißen, wurde dagegen gefolgt.

Das wilde Hausen und Randalieren in den ehemaligen Bundeswehrbaracken an der Bülker Huk hat ein Ende: Die Gebäude werden abgerissen. Was danach mit dem Gelände geschehen soll, bleibt allerdings nach wie vor offen. Für die im Bauausschuss skizzierte Idee der SPD, den Bereich als Parkplatz für Wohnmobile und Autos zu bewirtschaften, bis ein zahlungskräftiger Investor mit einem passenden Projekt gefunden ist, fand sich keine Mehrheit.

Die Zäune der einstigen Bundeswehrliegenschaft seien offen, Menschen übernachteten dort, überall stinke es nach Fäkalien, schilderte Bürgermeister Holger Klink die Situation. Dass dort bisher niemand zu Schaden gekommen ist, sei Glück, aber keine Garantie, dass es auch in Zukunft so sein werde. Er weigere sich, für diesen Fall die Verantwortung zu übernehmen und warb dringend dafür, dem vorgeschlagenen Abriss der Gebäude zuzustimmen. Die Kosten dafür wurden auf 80 000 Euro geschätzt.

„Ich bedauere, dass wir nicht die Wahl haben zwischen Abriss und Sicherung“, stellte Ulrich Kauffmann, bürgerliches Mitglied der FDP, fest. Und auch Fraktionskollege Bernd Much hätte sich eine Alternative zum Abriss gewünscht und warf die Frage auf, ob der Schandfleck nicht beispielsweise durch eine Bepflanzung kaschiert werden könnte. Dazu fand der Bürgermeister klare Worte: „Die Sicherung wird 20 000 bis 30 000 Euro kosten ohne Verschließen der Schächte und die Beleuchtung. Es wäre schade, so viel Geld für eine Schrottimmobilie zu investieren.“ Gegen die Stimmen der FDP wurde der Gemeindevertretung der Abriss empfohlen.

Klinks Wunsch, damit auch in die Position zu kommen, an der Huk endlich gestalten zu können, erfüllt sich jedoch nicht. Fast anderthalb Stunden wurde die Ideenskizze von Thomas Behrenbruch (SPD) diskutiert, die vorsah, das derzeitige wilde Parken von bis zu 30 Wohnmobilen und Autos an der Bülker Huk durch einen beschrankten Parkplatz an der Stelle, wo jetzt noch die Baracken stehen, zu beenden. „Wir brauchen 18 Wohnmobilplätze und 37 für Pkw. Das ist, was dort zu verkraften ist“, erläuterte Behrenbruch. Die jetzigen Stellflächen, auf denen es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Autofahrern und Wohnmobilisten kommt, würden aufgehoben, mit Mutterboden verfüllt und bepflanzt. Die Kosten veranschlagte Behrenbruch inklusive eines Toilettencontainers auf 130 000 Euro. Bei einer Belegung zu einem Drittel und Gebühren von 2 Euro pro Tag für Autos und 10 Euro für Wohnmobile wären die Kosten in rund vier Jahren gedeckt.

Für Kauffmann passte der Vorschlag nicht zum grundsätzlichen Ziel der Gemeinde, den Verkehr aus dem Ort herauszuhalten. Er war überzeugt, dass der Verkehr durch den Ort mit dem beschriebenen Stellplatz zunehmen werde. „Die Anwohner verlieren ein Stück Lebensqualität“, gab Much zu bedenken. Weiter kritisierte Kauffmann, dass laufende Kosten und eine Instandhaltungsrücklage in dem präsentierten Konzept Behrenbruchs nicht eingerechnet seien. Die Stellflächen seien auch jetzt schon mit einer Parkgebühr belegt, nur werde das nicht kontrolliert, bedauerte Kauffmann. Eine bessere Verkehrslenkung durch den neuen Platz erschloss sich ihm nicht, so dass er dagegen stimmte, die Idee in einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe weiter zu verfolgen.

Bürgermeister Klink betonte, dass man nicht mehr Verkehr an die Huk holen wolle, sondern den vorhanden Parkplatz in den Bereich der ehemaligen Bundeswehrliegenschaft verlagern, um das derzeitige Chaos dort in geordnete Bahnen zu bringen. „Es muss aufhören, dass wir nachts der Stellplatz für den Dänischen Wohld sind“, machte Klink deutlich. Zudem würden die Leute, die jetzt nur für eine Zigarettenlänge dort raus fuhren, fern bleiben, merkte Dr. Rudolf Förster (CDU) an. Den Vorwurf, dass die Zahlung der Parkgebühren nicht genug kontrolliert werde, wies Klink zurück. Im Rahmen der personellen Möglichkeiten seien die Mitarbeiter des Amtes sehr wohl auch an der Huk im Einsatz.

Mit drei Ja-, vier Neinstimmen und einer Enthaltung fiel der Antrag der Ausschussvositzenden Claudia Sieg (SPD) durch, die Ideenskizze weiter zu verfolgen und eine Arbeitsgruppe einzuberufen, die sie in Abstimmung mit dem Amt weiter inhaltlich ausgestaltet. „Das ist außerordentlich bedauerlich“, sagte Sieg. Seit 2005 sucht die Gemeinde nach einer Nutzung der Fläche, die sie 2000 vom Bund erworben hat. Die bisher geäußerten Ideen reichten von einem Photovoltaikpark über eine Surfschule und ein Museum bis zu einer Klinik und wurden aus den unterschiedlichsten Gründen verworfen.

 

 

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erstellt am 19.Sep.2013 | 06:46 Uhr

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