ausstellung baukunst : Stifte und Block sind ständige Reisebegleiter

Die Hamburger Speicherstadt ist nur eins von den zahlreichen Bauwerken, die Claus Kurzweg skizziert hat.
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Die Hamburger Speicherstadt ist nur eins von den zahlreichen Bauwerken, die Claus Kurzweg skizziert hat.

Architekt Claus Kurzweg stellt bis zum 27. Juni Zeichnungen von verschiedenen Bauwerken im Rathaus aus. Viele davon sind während seiner Reisen nach Griechenland oder Mallorca, aber auch in Hamburg und Eckernförde entstanden.

shz.de von
04. Juni 2014, 06:35 Uhr

Claus Kurzweg platziert den letzten Bilderrahmen in den Vitrinen im Erdgeschoss des Rathauses. Darin hat er vier Skizzen von Bauwerken aus Hamburg eingerahmt, unter anderem die Speicherstadt. „Ein Architekt zeichnet ...“ heißt die neue Ausstellung des Wahl-Hamburgers, die bis zum 27. Juni im Rathaus zu sehen ist.

Kurzweg hat an der Technischen Universität Braunschweig Architektur studiert. Dort fiel er schon bald mit seinen Skizzen auf und bekam bei einem Professor eine Stelle als studentische Hilfskraft. Diese ermöglichte ihm, Studenten des ersten und zweiten Semesters zu betreuen und mit ihnen zu zeichnen. Nach dem Studium arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros und absolvierte sein Referendariat bei der Baubehörde Hamburg. Nachdem er einige Führungspositionen in Hamburg inne hatte, übernahm er 1994 die Leitung des Landesbauamts in Rostock. Nebenbei unterrichtete er an der Fachhochschule Nordostniedersachsen Freihandzeichnen.

Den Stift hat er auch privat nie zur Seite gelegt, denn er zeichnete regelmäßig in seiner Freizeit, an den Wochenenden und auf Reisen. Als er zum Beispiel mit seiner Frau an der Mosel entlang radelte, blieb er ab und zu stehen, um ein Bauwerk abzubilden, das ihm aufgefallen war. Auch in Griechenland, auf Mallorca oder in der Toskana hatte er einen Block sowie Bleistift oder Fineliner stets griffbereit. „Der Bleistift eignet sich gut, wenn man Zeit für eine Zeichnung hat“, erklärt Kurzweg. Der Fineliner dagegen sei besser für schnelle Zeichnungen. Rund eine Stunde braucht der 74-Jährige für eine Skizze.

Dass Kurzweg seine Skizzen im Rathaus zeigen kann, verdankt er Bauamtsleiter Roy Köppen, den er durch seine Tätigkeit in Rostock kennengelernt hat. Köppen meldete sich sofort bei ihm, als es in dem ausgebuchten Terminkalender für die Vitrinen eine Lücke gab. Kurzwegs Zeichnungen sind fertige Bilder, die die Umsetzung intensiver Beobachtungen von Architektur-Objekten veranschaulichen. Neben seinem Lieblingsschloss, Schloss Charlottenhof in Potsdam, dürfen auch Bauwerke aus Eckernförde nicht fehlen. Was dem gebürtigen Berliner auf seinem Spaziergang durch die Fördestadt und auf seinen weiteren reisen aufgefallen ist, können Besucher zu den Öffnungszeiten des Rathauses in den Vitrinen bestaunen.

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