57. Dreikönigssingen : Sternsinger bringen Segen ins Haus

Die Sternensinger bringen den Segen in die Senioreneinrichtung „Drei Wellen“. Heimleiterin Rosemarie Wilm-Thomas begrüßt Madina Stelter, Benjamin Hoeck, Alexander Hoeck (hintere Reihe v. l.) und Karline, Floriane und Enrika (v. l.).
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Die Sternensinger bringen den Segen in die Senioreneinrichtung „Drei Wellen“. Heimleiterin Rosemarie Wilm-Thomas begrüßt Madina Stelter, Benjamin Hoeck, Alexander Hoeck (hintere Reihe v. l.) und Karline, Floriane und Enrika (v. l.).

Besuch in der Senioreneinrichtung „Drei Wellen“ und der Ostseeresidenz / Geld für Not leidende Kinder gesammelt

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05. Januar 2015, 16:41 Uhr

„Segen bringen, Segen sein“ – unter diesem Leitsatz begehen in den ersten Tagen des Januar deutschlandweit 1700 Kinder das traditionelle Dreikönigssingen. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend unterstützen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Jedes Jahr sterben etwa 2,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung, weltweit sind insgesamt zwei Milliarden Menschen von Mangelernährung betroffen. Die Aktion Dreikönigssingen macht auf diese Probleme aufmerksam. Das diesjährige 57. Dreikönigssingen findet zugunsten einer gesunden Ernährung philippinischer Kinder statt.

Auch die Sankt Elisabeth Gemeinde in Damp beteiligte sich am Sonnabend mit sechs Sternsingergruppen an der Aktion. Paul (68) und Edeltraut Pröse (67) organisieren seit fünf Jahren das Dreikönigssingen in der katholischen Gemeinde des Ostseebads. „Ich koordiniere gern und mag es, aktiv zu sein“, erklärt der ehemalige Berufssoldat.

Ehrenamtliche Unterstützung erhält das Ehepaar von Carmen Hoeck (48), die einen Teil des Ornats für die Sternsinger selbst angefertigt hat und die Kinder an diesem Tag im VW-Bus über die Dörfer fährt. Da das Ostseebad selbst über zu wenig Kinder verfügt, die sich als Sternensingerkinder zur Verfügung stellen könnten, bekommt die St.-Elisabeth-Kirche Verstärkung aus den umliegenden katholischen wie evangelischen Gemeinden. Insgesamt 17 Kinder segneten am Sonnabend all jene Haushalte, die zuvor ihr Interesse daran bei Paul und Edeltraut Pröse signalisiert haben.

In der Seniorenresidenz „Drei Wellen“ in Vogelsang-Grünholz treffen um 15.30 Uhr zwei Sternsingergruppen aufeinander: Madina Stelter (17) und die beiden Brüder Alexander (21) und Benjamin Hoeck (23) sind erfahrene Dreikönigssänger und bereits seit dem Vormittag unterwegs. Floriane (3), Enrika (4) und Karline (7) Günther sind zum ersten Mal dabei und haben ihre Runde gerade begonnen. Von der Heimleiterin Rosemarie Wilm-Thomas (60) freundlich begrüßt, betreten die drei großen und drei kleinen Könige den Speisesaal der Senioreneinrichtung, in dem die Bewohner gerade Kaffee und Kuchen bekommen. Nachdem sich die Könige für alle sichtbar positioniert haben, singen sie das Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ und sprechen den Segen aus. Während der Präsentation ist es im Saal mucksmäuschenstill, im Anschluss bedanken sich die Anwesenden mit Applaus. Im Hausflur treffen die Sternsinger auf Gisela Thiem, die bedauert, das Dreikönigssingen verpasst zu haben. Trotzdem lässt es sich die 84-Jährige nicht nehmen, eine Spende in die Sammelbüchse zu stecken. Spontan beschließen die Sternsinger, der gerührten Bewohnerin eine persönliche Segnung zu erteilen. „Das ist ganz wunderbar“, freut sich die Bewohnerin.

In Begleitung von Carmen Hoeck und Edeltraut Pröse geht es für Floriane, Enrika und Karline anschließend in die Ostseeresidenz Damp. Hier segnen die Mädchen die Wohnungen von Rita Hoffmann (84) und Sieglinde Schiller (86), Edeltraut Pröse übernimmt das Segenskürzel 20*C+M+B+15 auf den Türrahmen. Beide Seniorinnen bedanken sich mit einer süßen Kleinigkeit bei den drei Mädchen und freuen sich über die empfangene Segnung. „Das Sternsingen ist für mich ein wichtiger Teil meines Glaubens“, sagt Sieglinde Schiller.

Nachdem die Mädchen von 14.30 Uhr bis 18 Uhr insgesamt 15 Haushalte gesegnet haben, stärken sie sich bei einer warmen Mahlzeit in der St. Elisabeth Kirche, bevor sie im abendlichen Gottesdienst offiziell verabschiedet werden. „Sie durften sich ihr Lieblingsessen wünschen. Gewonnen haben Fischstäbchen und Kartoffelpüree“, erklärt Edeltraut Pröse in der Kirchenküche.

Es ist ein anstrengender Nachmittag, doch Enrika weiß schon um die Bedeutung des Dreikönigssingens: „Ich mache das gern, weil ich damit anderen Kindern helfen kann. Und es macht Spaß“, erklärt die Vierjährige.


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