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Neujahrsempfang der Eckernförder Bank : Step by step: Trotz Zinstief zum Erfolg

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Bank ist 2013 weiter gewachsen und hat in allen Bereichen zugelegt. Das regionale Kreditgeschäft lief trotz der Niedrigzinsen erfolgreich. Ab Oktober rücken Sönke Saß und Frank Nissen in den Vorstand auf.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 06:52 Uhr

„Sepa“ vor der Brust, sechs Wochen Urlaubssperre, gute Ergebnisse trotz historisch niedriger Zinsen und zwei neue Vorstandsmitglieder aus den eigenen Reihen – der 39. Neujahrsempfang der Eckernförder Bank gestern Abend bot den rund 170 Gästen besonders viel Gesprächsstoff.

Ökonom Andreas Friede von der Frankfurter Zentralbank der Genossenschaftsbanken, der DZ-Bank, brachte die Anwesenden auf den neuesten Stand in Sachen Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrs, auf neudeutsch: Single Euro Payments Area (SEPA). Maßgeblich für die Umstellung sei nach wie vor der 1. Februar 2014. Die angekündigte Verlängerung der Übergangsfrist für Unternehmen und Vereine bis zum 1. August 2014 besitze noch gar keine Rechtskraft, so Friede. Und die Eckernförder Bank bleibt bei ihrem konsequenten und gut vorbereiteten Kurs: In zwei Wochen wird umgestellt. Und zwar in allen Bereichen, auch bei den Privatkunden. „Die Überweisungen sind nicht das Problem, das Lastschriftverfahren muss bis dahin umgestellt sein und funktionieren“, betonten die Vorstandsmitglieder Thomas Petersen und Wilhelm Altermann-Schoer gegenüber unserer Zeitung. Rund 70 Prozent der Kunden hätten bereits umgestellt, für die Übrigen drängt die Zeit. Die Nachfragen hätten stetig zugenommen, sagten die Vorstände, die von Ende Januar bis Anfang März eine Urlaubssperre für alle Mitarbeiter verhängt haben, um vor, während und nach der Sepa-Umstellung für die Kundenanfragen gerüstet zu sein.

Die historisch niedrigen Zinsen belasten naturgemäß gerade das regionale Geschäft mit Einlagen und Krediten, auf die die die Eckernförder Bank ausgerichtet ist, da die Schiffsfinanzierung oder der Handel mit Derivaten und Finanzmarktinnovationen (Petersen augenzwinkernd: „Darin sind wir besonders schwach“) ausdrücklich nicht zum Geschäftsmodell erhoben werden. Der „eigentliche Wert unseres Hauses liegt seit 140 Jahren in unserem guten Personal und dem Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden.“ Auch künftig erwarten Petersen und Altermann-Schoer keine großen Zinssprünge und rechnen vorsorglich mit eher rückläufigen Zinsergebnissen. „Die Zukunft wird nicht leichter“, schreiben sie ihren Nachfolgern schon mal vorab ins Stammbuch. Mit Sönke Saß (52) und Frank Nissen (45) haben die Amtsinhaber zwei leitende Mitarbeiter und Prokuristen als Nachfolger vorgeschlagen, die die volle Zustimmung des Aufsichtsrats erhalten haben. Saß und Nissen werden zum 1. Oktober 2014 in den Vorstand der Eckernförder Bank berufen. Das Datum ist bewusst gewählt, denn am 30. September wird Thomas Petersen (62) aus dem Vorstand ausscheiden. Wilhelm Altermann-Schoer (60) bleibt der Bank bis zum 31. Januar 2016 erhalten, dann geht auch er mit Vollendung des 63. Lebensjahres in den Ruhestand. Ab 1. Februar 2016 werden dann Saß und Nissen alleinverantwortlich den neuen Vorstand bilden.

Trotz die Minimalzinsen war es vor allem das Kreditgeschäft, das 2013 mit sieben Prozent Wachstum (siehe Infokasten) zum guten Jahresergebnis mit einer leicht gesteigerten Bilanzsumme und einem um zwei Millionen Euro erhöhten Eigenkapitalanteil gesorgt hat. Wachstumsträger waren erneut der Wohnungsbau und die Landwirtschaft, in die allein ein Viertel der Kredite geflossen sind. Aber auch der Wohnungsmarkt sei äußerst stabil. „Wir leben in einer privilegierten Region“, sagte Petersen. Die Nachfrage sei größer als das Angebot, das gelte vor allem für Eckernförde und den Dänischen Wohld.

Dass auch die Ersparnisse der Kunden leicht gestiegen sind, bewertet die Bank als „Vertrauensbeweis der Mitglieder und Kunden. Geld sucht weiterhin eine gute und sichere Heimat“, so Petersen. Durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) werde der Markt „mit Liquidität überschwemmt, obwohl wir das gar nicht bräuchten“, so sein Kollege Altermann-Schoer. Sparer hätten das Nachsehen, Schuldner profitierten.

Die 7520 Anteilseigner der Eckernförder Bank dürfen sich weiter über eine über dem Kapitalmarkt liegende Dividende freuen, auch wenn die Anteile auf 500 Euro pro Person limitiert sind. Großanleger erhalten keinen Zugang, um Abhängigkeiten zu vermeiden.

Die Eckernförder Bank pflegt bewusst ihre Selbstständigkeit und agiert fern jeder Fusion. „Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagte Petersen. Neben der Zentrale in der Kieler Straße würden auch die sechs Geschäftsstellen ausgebaut. Nach Suchsdorf, Gettorf und Kappeln folgt 2014 Dänischenhagen, „da fällt die Bank um, und wir gehen in neue Räume im neu entstehenden Einkaufszentrum an gleicher Stelle“.

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