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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 22:56 Uhr

Steinschlag am Gericht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gericht befasst sich mit Schlägerei an Himmelfahrt

Einer der Männer hat das Opfer festgehalten, der andere hat ihm mit einem Ziegelstein immer wieder auf den Schädel geschlagen – so zumindest lautete gestern die Aussage einer Zeugin vor dem Schöffengericht. Es war der zweite Verhandlungstag, an dem geklärt werden sollte, was sich an Himmelfahrt 2014 in der Ostlandstraße abgespielt hat. Angeklagt sind zwei Männer wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die beiden 24 und 23 Jahre alten, arbeitslosen Männer hatten sich mittags getroffen und mit zwei Freunden zusammen Korn und Wodka getrunken. Zusätzlich hatten sie als ehemals Heroinabhängige die Ersatzdrogen Subutex und Methadon sowie Tabletten gegen Angstattacken geschluckt. Zwei heute 15 und 16 Jahre alte Mädchen gesellten sich dazu. Schließlich wollte die ganze Gruppe in die Stadt gehen, als ihr schon nach kurzer Zeit ein Bekannter mit seiner Freundin und einem gemeinsamen Freund entgegenkam.

An dieser Stelle gehen die Schilderung auseinander: Während die Kumpels der Angeklagten und der gemeinsame Freund aussagten, dass das Pärchen die Gruppe angepöbelt habe, erzählte das Pärchen, dass es genau anders herum gewesen sei. Es kam zur Prügelei zwischen den beiden Angeklagten und dem 21 Jahre alten Bekannten. Dabei soll nach Aussagen des Pärchens einer der Angeklagten den Bekannten mit einem Ziegelstein beworfen, ihn aber nicht getroffen haben. Schließlich soll ihn der eine am Boden festgehalten und der andere mit dem Stein mehrfach auf den Schädel geschlagen haben. Im Krankenhaus wurde anschließend ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert. Die Schlägerei endete schließlich, als sich zwei Anwohnerinnen einmischten und die Polizei erschien. Ein Alkoholtest bei den beiden Angeklagten ergab 1,08 beziehungsweise 1,37 Promille. Das Pärchen war nüchtern.

Die Aussagen von acht Zeugen brachten nicht immer Licht ins Dunkel: „Ich hab’ nicht so’n gutes Gedächtnis“ und „Ich kann mich eigentlich nicht so gut erinnern“ waren häufige Aussagen der 15 und 16 Jahre alten Mädchen. Die Kumpels der Angeklagten konnten sich an keinen Stein erinnern. Der Richter äußerte schließlich den Verdacht, dass sie sich zuvor abgesprochen hatten. Zu oft widersprachen ihre jetzigen Aussagen den Angaben, die sie direkt nach der Prügelei gegenüber der Polizei gemacht hatten. Doch auch die 20 Jahre alte Freundin des Opfers machte vor Gericht in Details andere Angaben als bei der Polizei.

Deshalb sah es der Richter als notwendig an, zu einem weiteren Termin die Vernehmungsbeamten der Polizei als Zeugen zu laden. Zusätzlich soll eine Autofahrerin, die den Vorfall gesehen hat, für Aufklärung sorgen.

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erstellt am 05.Dez.2015 | 00:34 Uhr

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