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Bundespräsident in Sehestedt : Steinmeier besucht den Markttreff

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch im Sehestedter Markttreff / Mittagessen im Imbiss mit Currywurst und Pommes

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 05:36 Uhr

Sehestedt | Der Bundespräsident ist auch nur ein Mensch. Und ein netter noch dazu. Das ist das einhellige Fazit der Sehestedter, die Frank-Walter Steinmeier gestern Mittag bei einem Besuch im Markttreff kennengelernt haben. Bei dem Abstecher in das Dorf am Nord-Ostsee-Kanal waren auch Steinmeiers Frau Elke Büdenbender sowie der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther und dessen Frau Anke dabei. Während Günther schon zur Einweihung des Markttreffs gekommen war und laut Bürgermeisterin Rita Koop auch mal privat vorbeischaue, bedeutete Steinmeiers Besuch eine Premiere. Schließlich kam er im Rahmen eines zweitägigen Antrittsbesuchs im nördlichsten Bundesland, der gestern endete.

Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, gab Rita Koop im Vorfeld zu. Schon lange im Voraus war sie in die Planungen eingebunden. Der Aufenthalt sei minutiös ausgearbeitet, wusste sie – und besonders viel Zeit blieb auch nicht. Dennoch zeigte sich die 72-Jährige begeistert, so hohen Besuch in dem Ort begrüßen zu dürfen, auf den sie so stolz ist. Die Gäste wollten sich anhand des Sehestedter Beispiels einen Eindruck von den Möglichkeiten verschaffen, die ein Markttreff bietet. 38 gibt es bislang in Schleswig-Holstein, der Sehestedter ist das 37. umgesetzte Projekt. „Ich freue mich sehr, dass sich der Bundespräsident dafür interessiert, das ist ein tolles Zeichen für die gesamte Markttreff-Familie“, sagte Ingwer Seelhoff, der als Projektmanager bei der ews group für die Markttreffs im ganzen Land zuständig ist. Er berichtete den Gästen unter anderem von den Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, und von den Vorteilen, die den Orten entstehen: „Durch einen Markttreff wird Lebensqualität erhalten und die Grundversorgung in einem Ort gesichert.“

So interessierte Elke Büdenbender , ob auch Banken in einen Markttreff eingebunden werden können, beispielsweise mit einem Automaten. Das bejahte Seelhoff. Frank-Walter Steinmeier hingegen befragte Holger Petersen nach seinem Werdegang. Der 47-Jährige betreibt seit 17 Jahren den Imbiss oberhalb des Fähranlegers auf der Kanal-Nordseite. Er ist aber nicht immer der Fachmann für Pommes, Currywurst und Frikadellen gewesen, gab Petersen zu. Er ist gelernter Kaufmann und neben dem Imbiss auch zuständig für die Einkäufe für den Markttreff. Und er sorgte gestern für die Verpflegung beim Mittagessen mit dem Bundespräsidenten. „Wir tischen auf, was es immer gibt: Pommes und Currywurst sowie Fischbrötchen. Wir wollen uns auch heute nicht verstellen – und ich bin nun mal der Pommes-Heini“, fasste es Petersen zusammen. „Ich freue mich für die Gemeinde und für alle, die beim Markttreff mitgewirkt haben.“

Und aus eben jenen Menschen durfte Rita Koop 22 auswählen, die bei dem Mittagessen mit Steinmeier und Günther dabei sein durften. Die Auswahl reichte vom Markttreff-Architekten über die Stammkundin bis hin zum Seniorenbeirat und den stellvertretenden Bürgermeister. Sol Metzger vom Jugendbeirat und Ehrenbürger Malte Ahlmann waren bei der kulinarischen Runde dabei. „Ich habe mich nett mit Herrn Steinmeier unterhalten. Ich habe ihn unter anderem für seine Rede zum 3. Oktober gelobt, die mir gut gefallen hat“, sagte Ahlmann. Außerdem habe er mit dem Bundespräsidenten über die Annäherung von Ost- und West-Deutschland gesprochen. Metzger stand mit Steinmeier bei Currywurst und Pommes zusammen. Die 14-Jährige engagiert sich seit eineinhalb Jahren im Jugendbeirat. „Herr Steinmeier hat viel gefragt. Er wollte wissen, wie es uns Jugendlichen hier geht, ob wir in das Dorfleben einbezogen werden und wie wir uns einbringen können.“ Der Bundespräsident sei „super freundlich, sehr nett und offen und zuvorkommend“, schwärmte sie von dem Aufeinandertreffen. Ihr Fazit: „Gemeinnützige Arbeit zahlt sich auf jeden Fall aus. Und Herr Steinmeier und seine Frau sind ganz anders, als man sie sich aus den Medien vorstellt. Das sind ganz normale Menschen.“

Gar keine Berührungsängste hatte von Anfang an Thore Langen. Der 14-jährige Sehestedter nutzte die Gunst der Stunde, um mit dem Bundespräsidenten ein Selfie zu machen. „Ich dachte, das sei doch lustig. So eine Chance bekommt man ja nicht oft“, erzählt Thore. Und wie hat Steinmeier reagiert? „Er hat gleich gesagt ‚Kein Problem, machen wir.‘“ Wie ein ganz normaler, netter Mensch eben.

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