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spurensuche : Steinerne Zeichen geben Rätsel auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Paul-Friedrich Schenck sucht nach Bedeutung und hofft auf Hinweise aus anderen Kirchengemeinden. St.-Jürgen-Kalender 2014 ist da.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 06:24 Uhr

Nicht nur im Alltag verblasst Martin Luther neben der immer stärker werdenden Halloween-Bewegung – auch sein Bildnis, das in der St.-Jürgen-Kirche an der Nordseite des Kirchenschiffs hängt, wird zusehends dunkler. Damit der Urheber der Reformation nicht gänzlich unter Staub verschwindet, möchte der Kirchbauverein das Gemälde restaurieren lassen und widmet den Erlös des neu erschienenen St.-Jürgen-Kalenders diesem Zweck.

Das Bild, das Kunstmaler Heinersdorf zur 400-jährigen Lutherfeier am 10. November 1883 anfertigte und das seit dem 25. November in der Kirche hängt, war bereits Motiv in einem der sieben Kalender, die Dr. Paul-Friedrich Schenck gemeinsam mit Rike Körsen anfertigt. Deshalb ist es unter den 13 Bildern, die durch das Jahr 2014 führen, nicht zu finden. In seiner unverwechselbaren Art hat sich Schenck jedoch wieder auf die Suche nach Details begeben und zeigt auf seinen Fotos manches, was dem Betrachter beim üblichen Kirchenbesuch so nicht ins Auge fallen würde – wie die kleine Figur am Marienaltar, das Motiv der Rettung Jonas’ aus dem großen Fisch oder das Rundmedaillon auf dem Taufdeckel. Ebenso dürften die Ritzungen in den Steinen der Außenmauer an der Südseite und über dem Eingang kaum jemandem aufgefallen sein. Am ehesten erinnerten sie an Steinmetzzeichen, erklärt Schenck. „Aber das sind keine“, hat seine Recherche ergeben. Er vermutet, dass die Steine möglicherweise an anderer Stelle Verwendung fanden, beispielsweise auf einem Thingplatz, bevor sie an der St.-Jürgen-Kirche eingemauert wurden. „Das ist nicht mal eben reingeritzt, das hat eine kulturelle Bedeutung“, ist Schenck mit Blick auf die kristallinen Blöcke überzeugt. „Es wäre interessant zu hören, ob es an anderer Stelle Ähnliches an Kirchen gibt“, sagt Schenck.

Mehr Erfolg hatte er mit seinen Nachforschungen zum Verbleib der Tabernakeltür, die die Nische hinter dem Altar bis 1868 verdeckte. „Dann wurde sie zur Restaurierung entnommen und ist heute im Landesmuseum Schloss Gottorf ausgestellt“, berichtet Schenck, der dort ganz gut nach dem Exponat suchen musste. „Durch den Rittersaal, die Treppe runter rechts“ hat er sie dann gefunden. „Wir müssen uns freuen, dass die Tür dort erhalten ist“, meint Schenck. Heute verdeckt die Nische ein einfaches Holzbrett, und wo einst die Hostien gelagert wurden, ist nichts mehr.

Wer die Bilder nebst Erklärungen für das nächste Jahre erstehen möchte, erhält den Kalender zum Preis von 10 Euro nach den Gottesdiensten im Eingangsbereich der Kirche, im Kirchenbüro und im Farbenhaus Struve in der Süderstraße.

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