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Exkursion : Steinerne Schätze von der Steilküste

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Steine an der Ostseeküste sind zahlreich. Die Heimatgemeinschaft Eckernförde, Schwansen, Hütten, Dänischer Wohld führt in die Suche besonderer Funde an der Steilküste ein. Besonders Kinder sind begeistert bei der Sache.

Brachiopode, Krabbenröhrengang, Windkanter, Pyrit, Belemnit oder Granat? Was könnte es sein? Die Steine an der Ostseeküste sind zahlreich. Viele Spaziergänger sammeln sie auf, weil ihnen die Form oder Farbe besonders gut gefällt. Doch wie sie genau heißen, ist den wenigsten bekannt. Joachim Sebastian von der Heimatgemeinschaft Eckernförde, Schwansen, Hütten, Dänischer Wohld lud Interessenten zur Steinsammelexkursion an die Steilküste von Stohl ein und klärte auf.

16 Erwachsene und neun Kinder machten sich mit Rucksäcken und Taschen bewaffnet gespannt auf den Weg. „Ich möchte Donnerkeile und Hühnergötter finden“, hatte der siebenjährige Bennet sein Ziel fest vor Augen. „Und ich suche nach einem Haifischzahn oder etwas Versteinertem“, hat sein Freund Jan (6) die Messlatte sogar noch etwas höher angesetzt. Jolina (5) reicht ein Schatz, und Ulla hat eigentlich schon den ganzen Garten voller selbst gesammelter Steine und nimmt aus rein geologischem Interesse an der geführten Wanderung teil.

„Wichtig ist es, dass wir an einer aktiven Küste auf die Suche gehen“, betont Sebastian. „Wenn der hohe Wasserstand im Winter am Fuß der Steilküste nagt, dann sind neue Funde zu machen.“ Einen Blick dafür sollte man allerdings haben, betont der Hobbygeologe, bückt sich und holt gleich einen versteinerten Seeigel hervor. Als die Tiere vor rund 70 Millionen Jahren starben, wurden sie von Sedimenten eingeschlossen und sind deshalb heute in versteinerter Form noch erhalten. „Die Steine sind vom Gletscher aus Skandinavien hierher geschoben worden. Die periodischen Eisvorstöße haben unsere Landschaft geformt“, erklärt Sebastian.

Zu vielen Funden hatte der Experte eine nette Geschichte parat: „Wenn die Kugelsteine kleine Löcher hatten, konnte das Wasser eindringen, den Kalk ausspülen und den versteinerten inneren Schwamm zum Klappern bringen. Diese Klappersteine waren das Spielzeug der Steinzeitkinder.“ Würde man so ein Exemplar finden, könnte man den Sand mit einer Munddusche heraus spülen, um das Geräusch des inneren Kugelschwammes hervorzurufen. Bei den Hühnergöttern sei es ebenfalls eine durch Wasser aufgelöste Kalkader, die durch den Stein hindurch ging und so zu dem Loch führte.

„Ich suche diese Steine für meine Oma“, berichtet Torben (8). „Sie möchte daraus eine Kette machen. Ich finde, dass die Hühnergötter auch sehr schön aussehen. Das Sammeln macht mir großen Spaß.“ Auch seine Schwester Merle war eifrig dabei. Die Sechsjährige hat bereits ein gutes Auge und fand eine kleine versteinerte Schnecke, die sehr gut zu erkennen war. Besonders Kinder nimmt der zweite stellvertretende Vorsitzende der Heimatgemeinschaft gerne mit auf Wanderungen: „Ich hoffe, dass ich sie ein wenig begeistern kann. Als ich mein erstes Fossil gefunden habe, war ich auch erst sechs Jahre alt. Es war ein Seeigel, und ich wusste zuerst gar nicht, was das ist. Seitdem bin ich immer mit der Nase unten am Strand entlang gelaufen.“

Die Heimatgemeinschaft veranstaltet jedes Jahr zwei Exkursionen dieser Art. Während Joachim Sebastian immer an einem Sonnabend Mitte September in Stohl losmarschiert, erkundet sein Kollege Wolfgang Bilz an einem Sonntag Anfang Mai den Strand von Hökholz (Waabs). Informationen unter www.heimatgemeinschaft-eckernfoerde.de.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 16:45 Uhr

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