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Neue Ausstellung : Steinerne Haikus – Blick ins Innerste

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Eckernförder Museum zeigt Zuzana Hlináková so genannte Haikus – schneckenförmige Objekte.

„Was will werden“ – unter diesem Titel zeigt das Heimatmuseum eine Sonderausstellung der in Eckernförde nicht unbekannten Künstlerin Zuzana Hlináková. Von der aus der Slowakei stammenden Bildhauerin ist seit 2005 im Kurpark die Installation „Vegetation“ zu sehen. Auch hat die Schülerin der Muthesius Kunsthochschule einige Jahre als Dozentin im Fach Architektur in der früheren Baufachschule unterrichtet. In der Sonderausstellung präsentiert die 57-Jährige „steinere Haikus“, so der Kunsthistoriker und Künstler August M. Noffke in seiner Einführung. Hlináková lade den Betrachter ein in einen „zauberhaften Prozess der zeitlichen Tiefenräumlichkeit“. Wer genügend Zeit mitbringe, werde beim Anblick ihrer „aus starren botanischen Formen umgewandelte wabernde, grauangelegten Weichschneckenformen“ Freude, ja sogar Genuss empfinden.

Hlináková arbeitet mit Materialien aus der Natur – Ton, Marmor, Kalkstein oder auch Ackerboden. Diesen Materialien gibt sie eine Form, eine Form, so Noffke, die stets klar, konkret und doch zugleich wie im Übergang sei, die ihrer zukünftigen Verwandlung entgegengehe. „Ihre Gebilde sind wie rätselhafte Lebewesen mineralischer Natur, aus deren schwellendem Samen unbekannte Geschöpfe zu wachsen scheinen“, umriss Noffke die Werke der Künstlerin , die er als „steinere Haikus“ bezeichnete. Ihre Werke laden den Betrachter zur „meditativen Findung des ersten und des letzten Gefühls ein, das wir als Mensch haben können.“

Das Publikum, das sich anlässlich der Ausstellungseröffnung Sonntagmittag im Museum einfand, war angesichts dieser einleitenden Worte mehr als gespannt. Darunter auch Anke Göttsch, stellvertretende Bürgervorsteherin, und Museumsleiter, Dr. Uwe Beitz. In zwei Ausstellungsräumen sind ihre neuesten Skulpturen zu sehen, die Kammerlinge. Den Namen für diese Schneckenschleimobjekte hat Hlináková der Biologie entliehen. Es handelt sich um einzellige, zumeist gehäusetragende Protisten. „Mich hat das Wort fasziniert“, so die in Kiel lebende Künstlerin, die in der Ateliergemeinschaft „neunziggrad“ arbeitet. Wie im Kosmos, in dem es nur selten Einzellebewesen gebe, treten auch die Schnecken in Gemeinschaft auf. Im „Tag der Langsamkeit“ ist ihre Kriechrichtung aufwärts, sie streben nach Höherem und fordern ihren Betrachter zur Entschleunigung und zur inneren Einkehr auf. „Steinsamenflug“ lautet die Bezeichnung für die Ansammlung von Skulpturen aus Marmor und Kalkstein. Auch sie sind in Gemeinschaft und haben ein Ziel, dessen Richtung dem Betrachter überlassen bleibt.

 

 

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 29. Juni, Dienstag bis Sonnabend 10 bis12.30 Uhr und 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, an Feiertagen 14.30 bis17 Uhr. Führung mit Zuzana Hlináková am Sonntag, 1. Juni. Informationen über die Künstlerin: www.neunziggrad-kiel.de

 

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erstellt am 19.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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