zur Navigation springen

Steigende Geburtenzahlen und Investitionen in die Schulen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 15.Jan.2016 | 06:46 Uhr

Die Investitionen in die städtischen Schulen stehen weiterhin ganz oben auf der Agenda. Das erklärte Bürgermeister Jörg Sibbel in einem Pressegespräch. In diesem Jahr stehen unter anderem die Fassaden- und Fenstersanierung in der Fritz-Reuter-Schule (285  000 Euro), der letzte Sanierungsabschnitt an der Grund- und Gemeinschaftsschule Standort Nord am Pferdemarkt (283  000 Euro), die Sanierung und Ausstattung der naturwissenschaftlichen Fachräume an der Peter-Ustinov-Schule im Schulzentrum Süd (140  000 Euro) sowie die Dachsanierung der Sporthalle 1 im Schulzentrum (375  000 Euro) auf dem Programm. Ein besonderes Augenmerk legt die Stadt auch auf die bevorstehende Fusion der Gorch-Fock-Schule, die ihren derzeitigen Standort im Schulzentrum Süd wegen des angemeldeten Platzbedarfs der Peter-Ustinov-Schule und der Jungmannschule räumen muss, mit der Grundschule Süd zum Schuljahr 2017/18 am Standort Wulfsteert. Die beiden Schulen sollen der Stadt ihre Vorstellungen zur räumlichen Gestaltung, zur Modernisierung und zur Ausstattung mitteilen, sagt Sibbel. Die Schule müsse dabei ein eigenes, neues Profil entwickeln. An den Voraussetzungen, die zur Umsiedlung der Gorch-Fock-Schule geführt haben, habe sich nichts geändert, erklärt der Bürgermeister. Der Raumbedarf, den die Peter-Ustinov-Schule und die Jungmannschule im Schulzentrum Süd angemeldet haben, sei belegt, und die Prognosen aus dem Klemm-Gutachten zur Entwicklung der Schülerzahlen seien bis auf kleine Abweichungen weitgehend auch so eingetreten. Erfreulich sei die aktuelle Entwicklung mit steigenden Geburtenzahlen, die auf eine Stabilisierung der Entwicklung schließen lasse.

Nicht mehr genutzt wird die Willers-Jessen-Schule. Der zentral gelegene klassizistische Backsteinbau steht derzeit leer. Das abgestimmte Nutzungskonzept aus Kita, Touristik und einem Ausstellungsraum ist noch nicht umgesetzt und droht angesichts der nach wie vor geltenden Haushaltskonsolidierung und an den hohen Umbaukosten von rund sechs Millionen Euro zu scheitern. Da derzeit auch keine andere Nutzung geplant ist, könnte das historische Schulgebäude als „ultima ratio“ vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, wenn es der Stadt nicht mehr gelingt, anderweitigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Sibbel stellte allerdings klar: Keller und Dachgeschoss sollen weiterhin für die außerschulische Nutzung von Vereinen und Gruppen genutzt werden. „Noch sind wir in der Vorhand“, sagt der Bürgermeister. Es gelinge nach wie vor, die Flüchtlinge dezentral im gesamten Stadtgebiet unterzubringen. 2015 seien 245 Personen versorgt worden, 50 Mietverträge mit dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen und Privatvermietern seien abgeschlossen worden. Für die kommenden Jahre rechnet die Stadt jährlich mit weiteren 200 Flüchtlingen, die unterzubringen sind. Geprüft werde in diesem Zusammenhang auch, ob dafür der Bau standardisierter Typenhäuser – 700 Quadratmeter Wohnfläche für 72 Personen für 1,7 Millionen Euro – notwendig sei. „Wir bewegen uns angesichts der ungewissen Entwicklung auf einem schmalen Grat und müssen genau prüfen, ob wir nicht durch den Neubau von Flüchtlingsunterkünften zu weit in Vorleistung gehen“, sagt Sibbel. Die Typenhäuser sollen auch nach dem Auszug der Flüchtlinge und Umbaukosten von rund 300  000 Euro weiterhin als Wohnraum vermietet werden können. Der Bürgermeister rechnet mittelfristig allerdings mit einem weiteren Zuzug von anerkannten Asylbewerbern, die nicht mehr an die Zuweisungsorte gebunden sind, sondern frei entscheiden könnten, wo sie leben. Eckernförde als attraktiver Zentralort dürfte bei vielen eine Wunschadresse sein. Diese Leute müssten sich dann aber auf dem freien Wohnungsmarkt selbst eine Wohnung suchen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen