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Hafenspitze : Staub und Lärm zehren an den Nerven

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Einige Anwohner im Jungfernstieg beklagen andauernde Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten an der Hafenspitze. Sie fühlen sich durch Staub, Lärm und Straßensperrungen belastet. Die Sperrung im Jungfernstieg wurde gerade bis Mitte Dezember verlängert.

Die Stimmung bei einigen Anwohnern vor allem im hafennahen Teil des Jungfernstiegs ist im Moment arg angespannt. Die Großbaustelle Hafenspitze fordert ihren Tribut. Dass sie mit Staub, Lärm und Schwerlastverkehr rechnen mussten, waren Katharina Mahrt, Hans-Peter Klinck und den anderen Anwohnern klar. Auf dem Höhepunkt der Abrissarbeiten der alten Getreidehalle direkt vor ihrer Nase ist der Umgang mit der realen Belastung für einige von ihnen aber zu einer Gedulds- und Nervenprobe geworden.

Neben den emissionsträchtigen Abbrucharbeiten mit einer permanenten Staubbelastung („Man fühlt sich wie im Nebel, er dringt durch alle Ritzen und Poren“) sorgen bei ihnen auch die derzeitige Straßensperrung zwischen Hafengang und Schiffbrücke (Hafen) wegen der Verlegung von Versorgungsleitungen und die damit einhergehenden Fräsarbeiten für Verdruss. „Man wird viel zu wenig mitgenommen und informiert“, wirft Katharina Mahrt, die seit 1994 im Haus Jungfernstieg 121 wohnt, den Planern vor. „Straßensperrung und Erschütterungen, wenn abgeknabberte Betonteile auf die Erde fallen, so dass die Gläser in den Schränken klirren – das erklärt einem vorher keiner, es passiert einfach. Das erzeugt Unmut. Wir Anwohner sind mit den Nerven am Ende.“ Neben dem Stress mit der Baustelle befürchtet Katharina Mahrt eine Vervielfachung des Verkehrs, wenn die Hafenspitze 2016 fertig gebaut ist.

Ihr Nachbar Hans-Peter Klinck blickt ebenfalls mit Sorge auf die Großbaustelle. Der selbstständige Malermeister ist auf eine störungsfreie An- und Abfahrt angewiesen und achtet neben möglichen Rissbildungen an seinem Haus vor allem auf die Verkehrssituation. Jede Beeinträchtigung könne zu Verzögerungen führen und sich nachteilig auswirken, so Klinck. „Warum hat man in der Bauphase nicht den Binnenhafen für den Verkehr freigegeben?“. Stattdessen müssten sich die Fahrzeuge durch die Frau-Clara-Straße quälen. „Alles auf dem Rücken der Anlieger.“ Klinck hätte dies vorher gerne mit der Stadt und den Projektverantwortlichen besprochen, aber es habe keine Informationen gegeben.

Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke müsse die Sperrung des Jungfernstiegs zwischen Hafengang und Schiffbrücke aufgrund zusätzlich notwendiger Arbeiten nun sogar von Ende Oktober bis Mitte Dezember verlängert werden. Eine Öffnung der Hafenpromenade für den Verkehr sei wegen des noch anhaltenden Besucherstroms und auch der monatlichen Fischmärkte nicht zweckmäßig. Der Hafen sei eine Promenade, die Frau-Clara-Straße eine Straße, wenngleich eine verkehrsberuhigte, argumentierte Kaschke.

Anwohnerin Katharina Mahrt stören neben dem allgegenwärtigen Staub und dem Lärm am meisten die „vermeidbaren Belastungen“. Konkret: die Baustellenzufahrt schräg gegenüber von ihrem Haus. Großfahrzeuge müssten dort hin- und herrangieren, um in die schmale Zufahrt zu kommen, beschreibt Katharina Mahrt ihre Beobachtungen. Wenn man die Einfahrt um ein Absperrelement verbreitern würde, „wäre uns schon geholfen“. Rücksprachen mit dem Geschäftsführer der Penta Nord Immobilien GmbH & Co Hafenspitze KG, Kai Schurkemeyer, und dem Bauamt hätten hier aber zu widersprüchlichen Auskünften geführt: Während Schurkemeyer betont hätte, dass ihm die Erschließung über den Hafen nicht genehmigt worden sei (was er auch auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte), hätte ihr das Bauamt die Auskunft gegeben, die Erschließung über den Jungfernstieg basiere auf dem Wunsch des Investors. Wie auch immer: Eine Verbreiterung der Zufahrt sei aus technischen Gründen nicht möglich, erklärte Schurkemeyer. Wenn man ein Baustellenabsperrgitter herausnehme, „hängt das andere in der Luft und das Gelände ließe sich nicht mehr richtig absperren.“ Andererseits sei dieses Problem aber ohnehin „kurzfristig erledigt“, weil die zweite Zufahrt kaum noch benutzt und der Baustellenverkehr größtenteils über die alte Zufahrt vor dem Trafo-Haus in Höhe Jungfernstieg 119 abgewickelt werde. Die Verlegung der Versorgungsleitungen von den Baugrundstücken an der östlichen Seite des Jungfernstiegs unter das Straßenpflaster sei eine Maßnahme der Stadtwerke und mit der Stadt abgesprochen, verwies Schurkemeyer hier auf die richtige Zuordnung der Zuständigkeit.

Hinsichtlich der Staubentwicklung beim Abriss der alten Getreidehalle habe er die ausführende Firma angewiesen, die Betonteile zu befeuchten und Staubentwicklung so weit wie möglich zu vermeiden. „Wir versuchen, so schmerzfrei wie möglich vorzugehen, aber ganz störungsfrei sind die Bauarbeiten nicht zu bewerkstelligen“, bat Schurkemeyer um Verständnis. Er geht davon ausgeht, dass die Aufräumarbeiten in zwei Wochen erledigt sind, und dann mit den Gründungsarbeiten und anschließend dem Bau des Gebäudes Hafenpromenade und des danebenstehenden Eckgebäudes Hafenpromenade/Jungfernstieg begonnen werden kann.

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erstellt am 30.Sep.2014 | 06:25 Uhr

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