Abschied : Statt Zwischenstation nun Endstation

Die Klassenbücher der Schlei Schule wird Schulleiter Ulrich Barkholz in der kommenden Woche letztmalig durchschauen. Er geht in Ruhestand.
Die Klassenbücher der Schlei Schule wird Schulleiter Ulrich Barkholz in der kommenden Woche letztmalig durchschauen. Er geht in Ruhestand.

Riesebys Schulleiter Ulrich Barkholz geht Ende Januar in Ruhestand .

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27. Januar 2018, 06:20 Uhr

Rieseby | Ein letztes Mal hat Ulrich Barkholz gestern die Zwischenzeugnisse an seine Schüler ausgegeben. Der Leiter der Schlei Schule Rieseby geht zum 31. Januar in den Ruhestand. Barkholz war seit 1986 mit Unterbrechungen in Rieseby tätig. Seit 2009 war er zuletzt Leiter der Grundschule.

Rieseby war für den 63-jährigen „an sich als eine Zwischenstation gedacht“, berichtet er. Nach seinem Lehrerstudium für Musik und HWS (Heimat-, Welt- und Sachkunde) in Flensburg und einem zusätzlichen Diplom in Pädagogik an der ehemaligen pädagogischen Hochschule, wurde er nach Lübeck beordert. Wohnhaft war er im über 150 Kilometer entfernten Schnarup-Thumby in Angeln. Er beantragte sehr schnell eine Versetzung in den Kreis Schleswig-Flenburg. Aber das gelang nicht. Als ihm dann Rieseby angeboten wurde, griff er gerne zu. Kaum in Rieseby an der damaligen Grund- und Hauptschule im Dienst, bewarb er sich 1987 als Lehrer für besondere Aufgaben an der PH Flensburg. Drei Jahre blieb er und lehrte junge Lehramtsstudenten und betreute sie in ihren Praktika.

Als sich 1989/90 die Wende ereignete, da wurden bundesweit viele Schul- und Bildungsmodelle gestartet. Barkholz war interessiert und war in einer Gruppe tätig, die sich Gedanken machte über Gesundheit und ihre Vermittlungsmöglichkeit im Schulalltag. „Gesundheit und Ernährung waren damals Neuland in Schulen“, stellt der Schulleiter im Rückblick fest. Am Ende arbeiteten sie europaweit und waren vernetzt. Als das Projekt auslief, wechselte Barkholz im Jahr 2000 wieder in den Schuldienst. Dass er aber zurück nach Rieseby kam, das hatte er nicht erwartet, und „da habe ich mich sehr gefreut“. Rieseby war längst keine Zwischenstation mehr für ihn, zu gut gefiel es ihm und so wurde Rieseby auch zur Endstation.Zu der Zeit besuchten rund 400 Schüler die Grund- und Hauptschule. Gut 20 Pädagogen gehörten zum Kollegium. Als dann im Sommer 2007 sein Vorgänger Bernd Jacobsen in Ruhestand ging, blieb die Schulleiterstelle unbesetzt. Es gab keine Bewerber. Von 2007 bis 2009 leiteten dann Helga Lemburg als stellvertretende Schulleiterin und Barkholz gemeinsam kommissarisch die Schule. Erst 2009 wurde seine Bewerbung akzeptiert und Barkholz wurde Schulleiter.

„Das war eine harte Zeit“, stellt Barkholz fest und erinnert an die Ungewissheit nach dem neuen Schulgesetz 2007. Was wird aus Rieseby – Regionalschule, Gemeinschaftsschule oder eine Zweigstelle einer anderen Schule in Eckernförde oder gar Süderbrarup? Am Ende wurde sie eine reine Grundschule. Mit der Umbenennung im Sommer 2012 in Schlei Schule Rieseby erwuchs dann eine neue Identität – im Kollegium wie auch in der Außenwirkung, so Barkholz.

Mit der Konzentration auf die Grundschule entwickelte die Schule ein weit gefächertes pädagogisches Angebot für den Primärbereich. Zu Zeiten der Hauptschule sei viel Aufmerksamkeit und Energie in ältere Schüler geflossen, „Grundschule lief da viel mit“. Heute sei die Schule sehr gut aufgestellt und verfüge über viel Platz und gute Ausbildungsmöglichkeiten. Ein wichtiges Standbein ist heute das zusätzliche Betreuungsangebot vor der Schule und am Nachmittag. Aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen muss Schule heute Betreuung anbieten, um beispielsweise Berufstätige und Alleinerziehende zu unterstützen. Die Akzeptanz bei den Kindern sei groß, die die Angebote der offenen Ganztagsschule als schöne Freizeitgestaltung annehmen, so Barkholz` Beobachtung.

Gut 40 Jahre war Barkholz im Schuldienst. Wenn er nun geht, dann mit einem guten Gefühl. „Es ist Zeit für junge Kollegen und neue Ideen“, sagt er und hat keine Angst vor zuviel Freizeit. Barkholz werkelt und baut gerne an seinem Haus. Nun hat er dafür mehr Zeit als nur in den Schulferien. Er war gerne Lehrer. Heute aber würden ihn auch Meteorologie und Klimakunde interessieren.

Am Dienstag, 30. Januar, wird er im Kollegium und von offizieller Seite verabschiedet. Vermutlich wird dann auch über die Nachfolgeregelung informiert.

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