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Green Screen : Start in ein neues Festivalzeitalter

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eröffnung des 11. Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen in der Stadthalle: Premiere für den neuen Festivalleiter Dirk Steffens .

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 13:01 Uhr

Eckernförde | Green Screen kommt, und alles spielt mit: Die Eckernförder, Betriebe, Vereine, Veranstalter. Green Screen ist weit mehr als die fünf faszinierenden, mitreißenden Festivaltage vom 13. bis 17. September, das Festival ist zu einer Bewegung im ganzen Land von flankierenden Ausstellungen und Aktionen über Großkino-Sonderveranstaltungen bis hin zur sh:z-Filmtour in 14 Städten Schleswig-Holsteins geworden. Dieser besondere Geist war gestern Abend bei der Eröffnung des 11. Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen in der Eckernförder Stadthalle spürbar.

Viele Blicke waren gestern Abend auf den neuen Mann an der Festivalspitze gerichtet – Dirk Steffens. Der bekannte und beliebte „Terra X“-Moderator im ZDF, Journalist, Filmemacher und vielfach engagierte Naturschützer hat Gerald Grote, den Urvater des Festivals, abgelöst und ist angetreten, um Green Screen durch seine Präsenz und sein Netzwerk international noch bekannter zu machen und auf ein neues Level zu heben. Nun also das Festival Nr. 1 für den neuen Mann, der die Eröffnung schon mal sympathisch-locker und gekonnt über die Bühne brachte.

Steffens begrüßte knapp 500 Gäste, unter ihnen auch den Gastredner Robert Habeck, Schleswig-Holsteins Umweltminister, der sich in seinem Ministerium auch um die Energiewende, die Landwirtschaft, Natur und Digitalisierung des Landes zu kümmern hat. „Aus dem Kinosessel können wir die Kraft, aber auch die Verwundbarkeit der Natur aus neuer Perspektive betrachten. Die Schönheit, Mystik, aber auch das Feingliedrige der Aufnahmen beeindrucken mich immer wieder“, erklärte Habeck zum Start des Festivals, zu dem über 30  000 Gäste sowie rund 200 Naturfilmer und Produzenten aus aller Welt erwartet werden. Das Spektrum der über 100 Filme deckt neben der Unterwasserwelt und Landaufnahmen nahezu die gesamte Erdkugel ab. „Die Macher von Green Screen zeigen bewusst nicht nur Fremdes und Fernes, sondern auch das, was direkt vor der Haustür in Schleswig-Holstein liegt. So ermöglichen sie einen ganz neuen Blick auf unsere Heimat“, sagte Habeck weiter. „Green Screen leistet mit der Verknüpfung von Natur und Kultur einen Beitrag zur Umweltbildung in Schleswig-Holstein. Dass neben den schönen Bildern auch Platz für die kritische Diskussion und Bildung ist, zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert das Festival für unser Land hat“, sagte Habeck angesichts des breit gefächerten Festivalprogramms, in dem neben den Naturfilmen auch politische Diskussionen wie die „Eckernförder Gespräche“ (Seite 11) und Schulveranstaltungen (Seite 10) Platz finden. Das Umweltministerium unterstützt die Bildungsmaßnahmen des größten deutschen Naturfilmfestivals mit 40  000 Euro im Jahr inklusive der Preisgelder.

Der Eckernförder Bürgermeister Jörg Sibbel stieg mit Anmerkungen zum Eckernförder „Walkampf“ in sein Grußwort ein. „Dieser Walkampf mobilisierte viele Menschen, zeichnete sich aber durch einen erheblichen Mangel an Fairness aus. Es war vor 251 Jahren, am Sonntag, dem 17. August 1766, als morgens im Eckernförder Hafen vor der Schiffbrücke ein 12 Meter langer Buckelwal gesichtet wurde. Die Nachricht verbreitete sich schnell, und selbst der Prediger in der Kirche wurde allein gelassen, weil die Menschen in Massen zum Hafen rannten, um das riesige Tier mit eigenen Augen zu sehen“, schilderte Sibbel die sensationellen Ereignisse. Bekanntlich haben sich die Eckernförder nicht mit dem Betrachten des Wals begnügt, sondern schnitten ihm den Weg in die Bucht ab und brachten ihn schließlich in einem siebenstündigen Kampf zur Strecke. Der Kadaver wurde gegen Eintrittsgeld ausgestellt, drei Tage lang, dann stank es zu sehr, blickte der Bürgermeister zurück. Heute hängt ein Bildnis in Originalgröße an der Innenwand der Stadthalle und kann bestaunt werden. „Es passt hervorragend zum diesjährigen Meeres-Schwerpunkt des Green-Screen-Festivals und dokumentiert eindrucksvoll den Wandel in der Einstellung der Menschen zu exotischen Geschöpfen wie diesem Buckelwal.“ Sibbel dankte den über 100 ehrenamtlichen Helfern, die durch ihr Engagement wesentlich dazu beigetragen haben, dass Green Screen weltweites Ansehen genießt. Er dankte auch dem Festivalgründer und langjährigen Leiter Gerald Grote für seine große Leistung in den vergangenen zehn Jahren.

Nach den Reden gab es eine Leinwand-Premiere: Als Eröffnungsfilm hatten sich die Festivalmacher „Wilde Ostsee – Von Dänemark bis Lettland“ ausgesucht. Der Streifen von Christoph und Almut Hauschild ist Teil der faszinierenden „Wilde Ostsee“-Trilogie, in der die Meeres- und Küstenräume zwischen Dänemark und Lettland im Baltikum porträtiert werden.

Im Anschluss bedienten sich die Festivalteilnehmer und Gäste beim gesponserten Buffet mit regionalen Speisen und Getränken.

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