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Start in die Tanga-Festwoche mit gut bestückter Ausstellung

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50 Jahre Städtepartnerschaft Eckernförde - Tanga / Festakt im Ratssaal, Fest im Kurpark

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Eckernförde | Die Rathausvitrinen sind prall gefüllt mit Fotos, Handarbeiten und Dokumenten aus Eckernfördes Partnerstadt Tanga in Tansania, der Stadthallenvorplatz wird am Sonntag um 12 Uhr als "Partnerstadt-Tanga-Platz" getauft und der Kurpark verwandelt sich ebenfalls am Sonntag ab 11 Uhr in einen afrikanischen Markt.

Eckernförde hat sich für das 50-jährige Städtepartnerschaftsjubiläum mit der großen ostafrikanischen Hafenstadt präpariert. Bürgermeister Jörg Sibbel begrüßte gestern die drei Vertreter Tangas im Ostseebad: Bürgermeister Omari M. Guledi, der trotz der Größe der Stadt mit 200 000 Einwohnern nur ehrenamtlicher Bürgemeister von Tanga ist, Stadtdirektorin Juliana T. Malange und Lehrer Stephen C. Semkiwa (33), der einst im Waisenhaus ("Stehmann-Haus") von Christiane Tjarks mit Unterstützung aus Eckernförde groß geworden ist und dort nun eine Kinderschule mit 70 Kindern in drei Klassen leitet. Sibbel begrüßte auch die Eckernförder, die sich seit Jahren privat und intensiv um die Pflege der Partnerschaft kümmern und mehrfach in Tanga zu Gast waren. Sie haben auch die Ausstellung "Eckernförder Bürger und Bürgerinnen sehen Tanga" in den sieben Vitrinen bestückt, die eindrucksvoll belegen, wie leidenschaftlich und freundschaftlich die Verbindungen geworden sind.

Dr. Heinrich Mehl, unter dessen Regie die Ausstellung in Kooperation mit der Kulturbeauftragten Andrea Stephan und der Koordinatorin Astrid Fock zusammengestellt wurde, stellte die Schwerpunkte der Ausstellung von der deutschen Kolonialzeit (1885-1919) über die Geschichte der Städtepartnerschaft, die vielen öffentlichen Hinweise im Stadtbild Tangas auf Eckernförde, das Alltagsleben, die Volks- und Handwerkskunst bis zur Ausbildung der vielen jungen Menschen in Tanga dar. Beteiligt waren neben ihm selbst die Schwestern Heide Müller und Gisa Ehrlich, Edmund Lomer, Siglinde und Hans-Georg Wonigeit, Astrid Fock und Stephen Semkiwa. Ilse Rathjen-Couscherung übersetzte die Ausführungen für die Gäste, die ein vielfältiges Programm absolvieren, ins Englische.

Das fröhlichste Gesicht von allen machte gestern Stephen Semkiwa. Er fror zwar, strahlte aber dennoch, weil er sich im Kreis von Freunden befand und seine Heimat das erste Mal überhaupt verlassen konnte. Begleitet wird er hier von Heino Paasch, der ihn mit seiner Frau Susanne Jeske-Paasch zwei Wochen bei sich aufnimmt. Sie haben ihm zusammen mit Heide Müller und Gisa Ehrlich auch den Flug nach Hamburg bezahlt und sich um alle Formalitäten gekümmert (Müller: "Stephen hatte keine Geburtsurkunde, das war eine Odyssee"). Das 33-jährige einstige Waisenkind ist inwischen ausgebildeter Lehrer, zweifacher Vater und den Eckernfördern richtig ans Herz gewachsen. Gestern gabs das erste Brötchen seines Lebens, für ihn ist alles "sehr aufregend. "Es ist zwar sehr kalt, aber es gibt hier schöne Autos, und es ist alles so schön grün", sagte er überwältigt von den Eindrücken.

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