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Starkes Wachstum, niedrige Zinsen und Führungswechsel

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Eckernförder Bank setzt erfolgreiche Entwicklung fort / Keine Zinswende in Sicht / Wechsel im Vorstand

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Eckernförde | Das Wachstum hält an, die Eigenständigkeit ist gesichert, Fusionen sind nicht geplant und das Geschäftsstellennetz bleibt erhalten. Die beiden Bankdirektoren und Vorstände der Eckernförder Bank, Thomas Petersen und Wilhelm Altermann-Schoer, haben gestern Abend vor der Vertreterversammlung eine durchweg positive Bilanz des Geschäftsjahres 2012 gezogen. Die Bank verdient trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase "richtig gutes Geld", wie Altermann-Schoer gestern in einem Pressegespräch betonte. Die Bänker aus der Kieler Straße gehen davon aus, dass die Zinsen wegen der hohen Staatsverschuldung der südlichen EU-Länder auch in den nächsten drei bis vier Jahren im Keller bleiben werden. "Nichts deutet auf steigende Zinsen hin", sagt Petersen, "der Staat entschuldet sich auf Kosten der Sparer. Die Kunden haben das Gefühl, die Zinsen sind abgeschafft". Die Inflationsrate beläuft sich auf 2,7 Prozent, der Realzins auf 0,5 Prozent - Wertverlust 2,2 Prozent. Die niedrigen Zinsen drückten auch die Ertragslage der Bank. Wichtig sei vor diesem Hintergrund eine hohe Qualität in der Kundenanlageberatung zum Beispiel im Bereich Wertpapiere.

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank war gestern Abend nur ein Thema von vielen. Eine anstehende personelle Veränderung ließ besonders aufhorchen: Die Vorstände Thomas Petersen (62) und Wilhelm Altermann-Schoer (60) kündigten ihren Abschied von der Eckernförder Bank an. Petersen tritt ab 1. Oktober 2014 in die passive Phase der Altersteilzeit, Altermann-Schoer 16 Monate später am 1. Februar 2016. Die Nachfolge ist bereits hausintern geregelt, die beiden Nachfolger werden am 1. Oktober 2014 in die Führungsebene aufsteigen, so dass vorübergehend bis zum 31. Januar 2016 drei Direktoren der Bank vorstehen werden.

Im Blickpunkt der Vertreterversammlung stand weiterhin die erfreut zur Kenntnis genommene, auf Wachstum getrimmte Entwicklung der Eckernförder Bank: Kundenkredite plus acht Prozent (230 Millionen), Kundeneinlagen plus 5,1 Prozent (232 Millionen), Eigenkapital plus 7,1 Prozent (24 Millionen), Bilanzsumme plus 4,9 Prozent (323 Millionen Euro). Das sind Zahlen, die auch die Vertreter erfreuten - wie auch die vier Prozent Dividende mit einem Gesamtvolumen von rund 180 000 Euro, die aus dem Jahresüberschuss von rund 290 000 Euro finanziert wird. Die Kundeneinlagen fließen damit rechnerisch 1:1 in die Kreditvergabe - "das hatten wir noch nie", so der Vorstand.

70 Prozent der Kredite vergibt die Genossenschaftsbank an Geschäfts-, 30 Prozent an Privatkunden, die das günstige Geld derzeit hauptsächlich zur Finanzierung von Wohneigentum nutzen. Die Nachfrage nach Immobilien in der Region Eckernförde sei nach wie vor sehr hoch, Objekte nur schwer zu bekommen. Die Gefahr einer Immobilienblase sehen Petersen und Altermann-Schoer jedoch nicht, weil die Region einfach attraktiv und daher stark nachgefragt sei. "Bemerkenswert und bedenklich" sei jedoch, dass Investoren jetzt erstmals dazu übergingen, Wohnungen meistbietend zu vermarkten, sprich, wer das meiste Geld auf den Tisch legt, bekommt die Wohnung. Dadurch würden wirklich interessierte Menschen aus der Region von der Vergabe ausgeschlossen, und es bestehe die Gefahr, dass Wohnungen nur der Geldanlage betuchter Menschen dienten - mit allen negativen Folgen. "Das sehen wir wie auch die Stadt ausgesprochen kritisch", sagte Petersen.

Investitionsmotor bei den Gewerbekunden ist die Landwirtschaft, in die 27 Prozent aller Kredite fließen. "Die Landwirtschaft ist der am stärksten innovative und wachsende Wirtschaftszweig", sagt Thomas Petersen. Im Blickpunkt stünde der Ankauf von Land, jüngst seien 46 000 Euro für den Hektar aufgerufen und bezahlt worden. Betriebe würden sich zu Agrargemeinschaften zusammenschließen, die in der Region eine Größe bis zu 2000 Hektar erreichten.

Die Eckernförder Bank hat 93 Beschäftigte, 22 458 Kunden und 7369 Mitglieder.

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