2. HANDBALL-BUNDESLIGA : Starke Wut sichert „Wölfen“ einen Punkt

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17. März 2014, 06:00 Uhr

Das Herz der „Wölfe“ schlägt noch. Gegen den Aufstiegsaspiranten SG BBM Bietigheim gelang dem TSV Altenholz in der 2. Handball-Bundesliga mit dem 32:32 (18:19) ein verdientes Remis. Matchwinner war Patrick Starke, der in der Schlusssekunde mit einem wuchtigen Freiwurf den vielumjubelten Ausgleich markierte. Während Bietigheim als Dritter weiter um den Aufstieg spielt, verkürzte die Mannschaft von Klaus-Dieter Petersen den Rückstand auf den Vorletzten Leutershausen auf sechs Punkte.

Blutunterlaufen und etliche Zentimeter lang waren die Kratzer an Starkes Hals und Oberkörper, die vom groben Foul von Andre Lohrbach am Altenholzer Rückraumspieler kurz vor Ende herrührten. Wenige Sekunden waren bei einem Ein-Tor-Rückstand noch zu spielen, als die „Wölfe“ mit dem siebenten Feldspieler alles auf eine Karte und Shooter Starke in Szene setzten. Während des Wurfes in der Luft wurde dieser jedoch von Lohrbach mit einem Schlag Richtung Gesicht böse niedergestreckt, wofür es eigentlich Rot hätte geben müssen. Pfiffe und Buhrufe schallten von der Tribüne, als das Schiedsrichtergespann nur auf eine Zwei-Minuten-Strafe und Freiwurf entschied. „Der Plan war, dass der Außen quer durchläuft und ich werfe“, verriet Starke später, nachdem er den letzten Ball des Spiels mit aller Entschlossenheit ins gegnerische Tor gewuchtet hatte.

Der Punkt war der verdiente Lohn für kämpferisch und auch wieder spielerisch gute Altenholzer, deren Vorstellung auch SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer beeindruckte. „Bei dieser Klasseleistung kann ich nicht verstehen, dass sie erst acht Punkte auf dem Konto haben.“ Ein Lob gab es auch von TSVA-Coach Klaus-Dieter Petersen, der gegen Bietigheim wieder auf Thies-Jakob Volquardsen zurückgreifen konnte und dessen starkes Comeback würdigte. „Nach der Pause ist Thies auf der Mittelposition gut reingekommen.“ Das musste er auch, fehlte mit Mathis Wegner doch der etatmäßige Spielmacher. Die personellen Probleme (auch Rune Dahmke musste passen) steckten die „Wölfe“ zunächst weg. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte (18:19) konnte sich auch im zweiten Durchgang kein Team absetzen – bis den Gästen vier Treffer in Folge gelangen. Während den „Wölfen“ zuletzt in genau dieser Phase die Gegner enteilten, bissen sie sich diesmal fest und glichen durch Starke zum 30:30 aus. Starke war es auch, der mit einem Rückraumkracher das wichtige 31:31 (60.) markierte, ehe er mit seinem sechsten Tor per Freiwurf für den Höhepunkt des Spiels sorgte.

Elf Zweitligaspiele bleiben den Altenholzern noch, ehe in der nächsten Saison in der 3. Liga neu angegriffen werden soll. Ein direkter Wiederaufstieg sei jedoch nicht das Ziel, sagt TSVA-Manager Peter Linke, der den Verein strukturell weiter professionalisieren will. Bauen kann er dabei auf Klaus-Dieter Petersen. „Pitti“ werde dem Verein als Trainer oder im Management erhalten bleiben. Eine ähnliche Funktion soll auch Sebastian Opderbeck übernehmen, der seine Karriere beenden muss.

TSV Altenholz: Hossner, Hampel – Lipp (7 Tore), Calvert (6/3), Drecke (1), Opderbeck, Volquardsen (5), Boldt (2), Köpke (2), Ranke (1), Firnhaber, Voigt (2), Starke (6), Röder, Reinert.
SG BBM Bietigheim: Kulhanek, Welz – Haller (2), P. Rentschler (1), Dahlhaus (2), Coors (1), Blodig (9), Heling, Barthe, Salzer, M. Rentschler (5), Boschen, Lohrbach (12/6).
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro (Kamp-Lintfort/Diepholz).
Zeitstrafen: 3:3. - 7m: 3:6. - Z: 250.

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