Bläserkonzert : Starke Bläser mit Spielfreude

Das Leipziger Bläserquintett: Christian Scholz (v.l.)  und Michael Dallmann (Trompeten) , Nikolai Kähler (Tuba), Lars Proxa (Posaune) und  Thomas Zühlke (Horn).
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Das Leipziger Bläserquintett: Christian Scholz (v.l.) und Michael Dallmann (Trompeten) , Nikolai Kähler (Tuba), Lars Proxa (Posaune) und Thomas Zühlke (Horn).

Das Leipziger Blechbläserquintett „emBRASSment“ begeisterte mit einem schwungvollen und meisterlich gespielten Programm die Besucher in der Gettorfer Konzertkirche St. Jürgen.

shz.de von
30. Juni 2014, 06:00 Uhr

Gettorf | Mit Tuba, Posaune, Waldhorn und zwei Trompeten sorgte das Leipziger Blechbläserquintett „emBRASSment“ für ein fröhliches Sommerkonzert. Am Sonnabend stand in der Gettorfer Konzertkirche St.-Jürgen ganz Unterschiedliches auf dem Programm. Alles und jeder Beitrag für sich war ganz dazu angetan, alle Zuhörer zu erfreuen und manche sogar restlos zu begeistern.

Bis zur Pause gab sich das Bläserquintett klassisch. Mit einem strahlend hellen und überraschend schnell gespielten „Einzug der Königin von Saba“ (Händel) wurde von Anfang an klar: Diese Leipziger sind Könner. Ihr Spiel ist virtuos, und ihr Gesamtklang ersetzt ganze Orchester. Und das betrifft nicht nur die Lautstärke.

Da die wenigsten Musikstücke ursprünglich für fünf Bläser geschrieben wurden, hörte man vor allem Bearbeitungen. Die meisten „angepassten Versionen“ waren eingekauft, die Ausschnitte aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ (Haydn) allerdings selbst bearbeitet, hier von Posaunist Lars Proxa. „Unsere Taschenschöpfung“, wie Nikolai Kähler (Tuba) es humorig betitelte. Er war es auch, der mit vergnüglichen Anmoderationen durch den Abend führte und dabei seine Zuhörer nicht nur einmal zum Lachen brachte.

Bachs „Kunst der Fuge“, hier Contrapunctus Nr 1 – stellte vor allem die Kunst der beiden Trompeter Michael Dallmann und Christian Scholz unter Beweis. Und wenn man vor der Ouverture zur Oper „Der Barbier von Sevilla“ noch Anekdoten zur einstigen Premiere hörte, war man mit gerissener Violinenseite, umgekipptem Geiger und Katze von rechts nach links so recht vergnügt und gut eingestimmt auf Rossinis Musik.

Nach der Pause wartete Jazz auf die Konzertgäste. Waren die klassischen Beiträge schon beachtlich, so wurde jetzt klar: Jazz passt besonders gut zu den fünf Bläsern. Hier schien ihre Heimat zu liegen, hier war große eigene Musikerfreude angesagt. Der Hornist (Thomas Zühlke) legte los, der Posaunist und die große Tuba stiegen voll ein, die Trompeter „tanzten“ mit, das war Spielfreude pur. Crespo, Gale, Henderson kamen in die Kirche, und Szenen aus der West-Side-Story erwärmten Herz und Seele. Mehrere Zugaben, ein begeisterter Pastor Frank Boysen, ein dankbar applaudierendes Publikum – das war in der Tat ein gutes Sommerkonzert.

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