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Diskussion über Schulstandorte : Standort Süd zeigt Flagge: „Wir sind auch nett“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Leitung der Grundschule am Wulfsteert schaltet sich in die öffentliche Diskussion über die Schulstandorte ein und fordert eine Rückkehr auf die Sachebene. Im Bezug auf pädagogische Arbeit und Qualität der Klassenräume sei der Südstandort gut aufgestellt.

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erstellt am 27.Sep.2013 | 06:38 Uhr

Die Grund- und Gemeinschaftsschule Standort Süd „läuft nicht leer“ und ist bei Schülern, Eltern und Lehrern auch nicht „ungeliebt“ (siehe EZ v. 21. September). Die Schulleitung trat dem durch die Berichterstattung über den Widerstand der Gorch-Fock-Schule gegen den 2017/18 geplanten Umzug vom Schulzentrum in die dann neu zu gestaltende Grundschule am Wulfsteert möglicherweise entstandenen Eindruck entgegen, dass an dieser Schule nicht ebenso gute pädagogische Arbeit geleistet werde und die Kinder in unzumutbaren Verhältnissen beschult würden. „Dem ist nicht so“, erklärten gestern Schulleiter Johann-Christoph Alsen, die Koordinatorin für die 5. und 6. Klassen, Britta Freese, und die Grundschulkoordinatorin Karen Schmidt.

Die Eltern sollten sich nicht verunsichern lassen und sich selbst ein Bild von der pädagogischen Arbeit und der Qualität der Klassen- und Fachräume einschließlich der neuen Mensa machen. Dass die Gorch-Fock-Schule, mit der man im ständigen Austausch stehe, sich für einen Verbleib im Schulzentrum einsetzt, sei nachvollziehbar. Gleichwohl dürfe man daraus nicht im Umkehrschluss folgern, dass die Schule im Wulfsteert minderwertig ist. „Es gibt nicht die böse und die gute Schule. Wir sind auch nett“, betont Britta Freese. Zusammen mit ihren Kollegen verwies sie auf den neuen Anbau, die neue Mensa, das gute Raumangebot und den weitläufigen Schulhof: „Wir sollten von der emotionalen Ebene wieder zur Sachebene zurückzufinden.“

Und dort sieht sich der Südstandort der Grund- und Gemeinschaftsschule gut aufgestellt und in jedem Fall konkurrenzfähig. Umso bedauerlicher sei, dass von den 90 Grundschulkindern aus dem Einzugsbereich der Schule in diesem Schuljahr „nur 31 hier angekommen sind“. Die übrigen verteilen sich auf die Schulen im Umfeld von Ascheffel und Barkelsby bis zur Gorch-Fock-Schule. Das Motto „kurze Beine – kurze Wege“ werde so ad absurdum geführt. Die Zusammenführung der beiden Grundschulen im Wulfsteert zu einer eigenständigen Grundschule und die Klärung der personellen Zuständigkeit sei Sache von Schulrat André Berg, sagte Schulleiter Alsen. Auf Dauer nicht darstellbar wären wegen des Schülerrückgangs zwei Grundschulen im Süden der Stadt mit einer dann zweizügigen Gorch-Fock- und einer einzügigen Grundschule Süd, sieht Alsen keine Alternative zu der im Klemm-Gutachten aufgezeigten Lösung.

Der 2011 verabschiedete Schulentwicklungsplan gilt nach wie vor, soll aber im laufenden Prozess überprüft werden. Derzeit werden am Standort Süd der Grund- und Gemeinschaftsschule 351 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 6 unterrichtet, 142 von ihnen besuchen die zweizügige Grundschule. Die 5. und 6. Klassen sollen in den nächsten Jahren an den Standort Nord im Pferdemarkt wechseln, wenn sich dort die Raumsituation – der 9. Jahrgang ist derzeit achtzügig – entspannt hat und die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind.

Alsens Schule steht noch eine weitere Herausforderung bevor: die Kooperation mit der Sekundarstufe der Fritz-Reuter-Schule, die zum nächsten Schuljahr von einer Regional- in eine Grund- und Gemeinschaftsschule umgewandelt werden soll, wenn sie denn die Mindestschülerzahl von 240 ab Klasse 5 erreicht. Alsen zweifelt daran, zumal schon „die letzten eingeschulten 5. Jahrgänge unter der Größe für einen vernünftigen Schulbetrieb mit einem entsprechenden Kursangebot“ gelegen hätten. Dafür gebe es wegen der sinkenden Schülerzahlen nicht genügend Lehrerstunden. Sein Vorschlag: Statt eine weitere Gemeinschaftsschule hochwachsen zu lassen, sollte man die Übergangszeit streichen und ab sofort alle 5. Jahrgänge, die nicht an der Peter-Ustinov- und der Jungmann-Schule im Schulzentrum beschult werden, „nur am Standort Süd anmelden“. Dafür sprächen die Raumsituation, die Mensa – ein Neubau an der Fritz-Reuter-Schule wäre dann eventuell überflüssig –, sowie pädagogische Gründe. Es mache im Hinblick auf das Kurssystem keinen Sinn, die vier außerhalb des Schulzentrums zu beschulenden 5. Klassen auf den Pferdemarkt und die Fritz-Reuter-Schule zu verteilen, so Britta Freese.

Schulleiter Alsen sieht seine Schule, die durch die Schließung des Standortes Mitte (Willers-Jessen-Schule) den Vorgaben des Schulentwicklungsplans entsprochen hat, auch wegen der Kooperationsvereinbarungen mit den Oberstufen der Jungmannschule, der Peter-Ustinov-Schule und des Regionalen Bildungszentrums gut aufgestellt. Dadurch hätten alle guten Schüler die Möglichkeit, dort ihr Abitur abzulegen.

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