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Gymnasium Altenholz : Staffel-Übergabe in der Sozial-AG

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Astrid Witt übergibt Leitung mit ihrer Pensionierung an Bettina Bülow / Weitere Mitwirkende in der Schülerschaft gesucht

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2014 | 06:11 Uhr

Zehn Jahre – von 2004 bis zum Eintritt in den Ruhestand am 31. Oktober dieses Jahres – war Astrid Witt als Lehrerin am Gymnasium in Altenholz tätig. Sechs Jahre davon leitete sie die von ihr im Jahr 2008 ins Leben gerufene Sozial AG, die mittlerweile ein fester Bestandteil der Schule ist. Jetzt wurde sie von Bettina Bülow übernommen.

Die Sozial AG verfolgt das Ziel, Freude zu schenken, gleichzeitig erhalten die Schülerinnen und Schüler von den überwiegend älteren Empfängern ihrer freiwilligen Hilfsleistungen Anerkennung und Dankbarkeit. Auf die Idee der Sozial AG kam Witt durch eigene Erfahrungen. „Ich hatte meine Eltern gepflegt, und mein Vater musste irgendwann in ein Pflegeheim. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht hatte – unter anderem, dass etwa 80 Prozent der Heimbewohner niemals Besuch von den Angehörigen bekommen – brachte mich auf die Idee“, so die Lehrerin für Mathematik und Sport. So engagieren sich die älteren Schüler im Rahmen der Nachbarschaftshilfe und helfen beim Umgang mit Handys und Computern, unterstützen bei leichten Gartenarbeiten oder erledigen Einkäufe. „Sie machen das, womit der Enkel den Großeltern oder Nachbarn helfen kann, wenn er denn vor Ort verfügbar wäre“, sagte Astrid Witt. Die Teilnehmer aus den unteren Klassen sind regelmäßig zu Besuch im Meritus Pflegeheim, um mit den Senioren zu spielen, zu basteln, Musik zu machen oder sich zu unterhalten – kurz: sie bringen „Leben in die Bude“. So wie der zehnjährige Leon, der im Oktober erstmals im Heim war. „Wir haben Mensch ärgere dich nicht und Schach gespielt und uns viel unterhalten. Und beim Schach habe ich gewonnen“, so der Quintaner, der nach seinem inzwischen zweiten Besuch bei den Senioren auf jeden Fall am Ball bleiben will. Schließlich profitieren nicht nur die Senioren, sondern auch die Schüler, die durch ihr Engagement Hemmungen verlieren, offener für die Bedürfnisse anderer werden und sich gebraucht fühlen, was alles in allem das Selbstbewusstsein stärkt. Man kann es also als absolute Win-Win-Situation bezeichnen.

Mit ihrer Pensionierung legte Astrid Witt die Verantwortung für die Sozial AG gestern im Beisein des fünfköpfigen Orga-Teams der AG sowie zweier frisch hinzugekommener Fünftklässler offiziell in die Hände von Bettina Bülow, die seit 2008 Englisch, Religion und Musik in Altenholz unterrichtet und die auch schon viele neue Ideen im Kopf hat. „Viele Schüler sind anfangs begeistert, bei manchen bröckelt das Interesse im Laufe der Zeit aber“, so die 41-Jährige. Deshalb will sie zunächst unter den Schülern für eine Teilnahme an der AG werben und mit ihnen neue Ideen entwickeln. Außerdem soll die Werbung nach außen verstärkt werden, um neue „Auftraggeber“ zu gewinnen, wobei sie sich auch eine Ausdehnung der Aktivitäten auf benachbarte Orte vorstellen kann. Kommen doch Schüler auch aus Kiel, Schilksee oder Dänischenhagen.

Pro Schuljahr engagieren sich rund 50 Schüler auf rein freiwilliger Basis in wechselnder Besetzung in der Sozial AG. Ein Engagement, das die Scheu vor der jeweils anderen Generation überwindet und somit zum beiderseitigen Verständnis und Respekt beiträgt. Wie sagte schon Wilhelm Busch? „Nicht wie glücklich man lebt ist entscheidend, sondern wie beglückend“.

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