Städtepartnerschaft mit musikalischer Note

Gemischtes Orchester: Das Jugendrotkreuzorchester spielte gemeinsam mit dem UngdormorkesternMusik& Kulturskolan Hässleholm.
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Gemischtes Orchester: Das Jugendrotkreuzorchester spielte gemeinsam mit dem UngdormorkesternMusik& Kulturskolan Hässleholm.

Jugendrotkreuzorchester tritt mit jungen Musikern aus Eckernfördes schwedischer Partnerstadt Hässleholm auf

shz.de von
18. Mai 2015, 06:35 Uhr

Das war ein fröhliches Konzert in Altenhof, und wohl jeder, der am Freitag dort im „Kuhhaus“ war, kann es bestätigen. 60 Jugendliche, 21 von ihnen aus Hässleholm, Eckernfördes Partnerstadt in Südschweden, gaben eine konzertante Kostprobe ihres Könnens. Gleich unter drei Dirigenten musizierten das UngdormorkesternMusik& Kulturskolan Hässleholm gemeinsam mit dem Jugendrotkreuzorchester Eckernförde.

Da hatten Jonas Enetjärn, Hubbe Holmberg und Torsten Plaß ordentlich was zu tun, denn die 60 Oboen, Posaunen, Trompeten,Querflöten, Klarinetten, Saxophone, das Horn und die Tuba spielten, was das Zeug hielt. Gut aufeinander eingestellt – das waren sie alle, denn sie hatten den ganzen Tag zuvor ordentlich geprobt.

Die Hässleholmer waren per Bus am Mittwoch bereits in Eckernförde eingetroffen und verbrachten die Zeit vom 13. bis 18. Mai in der Fördestadt, wohnten in der Jugendherberge Schloss Noer, probten mit den deutschen Jung-Instrumentalisten in der Krusendorfer Kirche und – hatten alle zusammen sehr viel Spaß.

Das merkte man ihrer Musik auch an. Fröhlich und beschwingt, konzentriert und sehr motiviert gab jeder sein bestes. Das klang hervorragend, wenn sie mit geballter Musikerbegeisterung durch die unterschiedlichen Kompositionen tobten. Bei einem Medley aus Scorpions-Titeln war kein Halten. Band-Chef Plaß war gefühlte fünf Zentimeter über dem Boden, und auch die Youngsters waren allesamt am Abheben – das war heftig, leidenschaftlich und überschäumend, richtig übermütig.

Etwas ruhiger dann das schwedische Intermezzo mit geliebten Abba-Melodien unter dem Dirigat von Jonas Enetjärn – wie gemacht zum Mitsummen. Und ganz international – die Beatles. Hier kannte man jeden Ton und konnte sich gelassen zurücklehnen – denn die schwedisch-deutsche Bigband beherrschte ihr Metier.

Auch als „sinfonisches Blasorchester“ erwiesen sich die Musiker mit „Phantom der Oper“ als Könner, ernteten non-stop Applaus und holten dann die Sonnenbrillen raus. Die „Blues Brothers“ durften schließlich nicht fehlen.

Als Zugabe erklang ein zweites Mal Beethoven und mit seiner Musik die Europahymne. Hier ging’s ans Herz, denn wie Wolfgang Bachor (Vorsitzender des DRK Eckernförde) bereits bei der Begrüßung deutlich gemacht hatte, sind Städtepartnerschaften grade in Zeiten internationaler Krisen und Spannungen ein Hoffnungsträger. Die Städtepartnerschaft zwischen Eckernförde und dem südschwedischen Hässleholm schaffe Nähe, Verbindung, Verständnis über Grenzen hinweg.

Wie schön, dass seit 2010 nun auch die Jugendlichen beider Städte miteinander musizieren und dabei – neben allen Deutsch- und Englischversuchen – die internationale Sprache der Musik „sprechen“.

Vom konzentrierten Spielen ganz rote Wangen hatte dann die 16-jährige Schwedin Emmy, die Eckernförde schon von einem früheren Schüleraustausch kennt. Zum Musizieren war die Klarinettistin allerdings das erste Mal mit. Ja, sie mag die norddeutsche Stadt am Meer, die freundlichen Menschen, die alten Häuser und den schönen Rathausmarkt. Es sei vormittags richtig schön warm und sonnig beim Musizieren auf dem Marktplatz gewesen – „like in Spain“. Das Essen komme ihr allerdings „very sweet“ vor, die schwedischen Mahlzeiten enthielten wohl nicht so viel Zucker. Auch Flötist Erik (16) fühlt sich in Eckernförde wohl und schwärmt vor allem vom Hafen und der Landschaft rings umher. Er freut sich – wie alle anderen – auf das nächste musikalische, deutsch-schwedische Zusammentreffen.


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