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Lichter aus : Stadtwerke bereiten sich auf Sonnenfinsternis vor

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sonnenenergie spielt in Eckernförde zwar kaum eine Rolle, aber ein möglicher Blackout soll vermieden werden

von
erstellt am 11.Mär.2015 | 06:25 Uhr

Die morgendliche Sonnenfinsternis am Freitag, 20. März, sorgt für extreme Leistungsschwankungen im Netz. Bei klarem Himmel schluckt der Kernschatten des Mondes auf der Erde 80 Prozent des Sonnenlichts und setzt die Photovoltaikanlagen mit Beginn der Sonnenfinsternis um 9.38 Uhr sukzessive mit dem Höhepunkt um 10.46 Uhr bis zur wieder mondfreien Sonne um 11.56 Uhr außer Betrieb. Allein in Schleswig-Holstein fehlen dadurch 1300 Megawatt, bundesweit sind es 12,6 Gigawatt. Zwar lässt sich dieser Wert kaum auf Eckernförde herunterbrechen, aber klar ist: Auch im Ostseebad fehlt an diesem Vormittag die aus der Sonne gewonnene regenerative Energie.

Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens hat daher in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen am Montagabend in seinem Hause unter Bezugnahme auf den EZ-Bericht vom 9. März über die anstehende Sonnenfinsternis das Szenario für Eckernförde durchgespielt. „Wir haben entsprechende Übungen und Abschalt-Szenarien mit dem Netzbetreiber Tennet durchgeführt“, sagte Steffens am Montagabend. „Wir wollen möglichen Blackouts vorgreifen“. Dass es sich im Falle Eckernfördes aber um eine reine Vorsorgemaßnahme handelt, machte der Stadtwerke-Chef im weiteren Verlauf deutlich. Denn die 162 Photovoltaikanlagen steuern nur zwei von insgesamt 17 Megawatt zur Stromversorgung bei. Von den 8760 Jahresstunden entfällt auf die Photovoltaik in Eckernförde eine Jahresverfügbarkeit von etwa 750 Stunden. Die Stadtwerke setzen da schon eher auf Bio-Gas von den Anlagen in Windeby und Marienthal, „die sind fast immer verfügbar“ und helfen dabei, mit vier Megawatt die für die Stromversorgung der Stadt notwendige Grundlast zu erzeugen. Dennoch: Für den 20. März stehen alle verfügbaren Diesel-, Notstrom- und mobilen Aggregate stand by, um notfalls Einrichtungen wie das Krankenhaus „für mehrere Tage voll versorgen zu können“. Durch den schlagartigen Wechsel der Einspeisung könnte es infolge der Frequenzbeeinträchtigung durchaus zu einem Netzzusammenbruch kommen, Dietmar Steffens rechnet damit zwar nicht, hält sich aber durch den Einsatz mehrere Aggregate alle Optionen vor, um im Fall der Fälle stützend eingreifen zu können.

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