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Quartiersnalyse : Stadtplanerin Zastrow empfiehlt Bebauung der Hafenkante

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Hafengebiet ist zwar attraktiv, kann aber noch weiter aufgewertet werden. Die Stadtplanerin Marie-Luise Zastrow hat zum Beispiel die Bebauung der Hafenkante vorgeschlagen.

Eckernförde | Kaum jemand hat die Innenstadt so akribisch durchforstet und kategorisiert wie Stadtplanerin Marie-Luise Zastrow. Die Architektin aus Kiel ist mit der Quartiersplanung und Stadtbildanalyse für Eckernförde betraut und stellte am Mittwochabend im Planungs- und Gestaltungsbeirat das Teilgebiet „Rundsilo – südlicher Binnenhafen“ vor.

In ihrer Bestandsaufnahme ging sie auf die sehr unterschiedlichen Gebäudeformationen und Nutzungen, bewertete diese und gab Handlungsempfehlungen für die künftige Gestaltung dieses sehr zentralen und bedeutenden Teilgebiets, in dem sie ein großes Veränderungspotential sieht.

Neben der geschlossene, kleinparzellierter Struktur rund um den 1980 erbauten Ochsenkopf mit typischer 80-er Jahre Architektur und in der Langebrückstraße dominieren in der Frau-Clara-Straße und am Binnenhafen großvolumige Gebäude. Eine zentrale Stellung nehmen die beiden unter Denkmalschutz stehenden Speichergebäude an der Hafenkante ein. Die Langebrückstraße und der Steindamm sind die historischen Eingänge zur Altstadt. Zastrow sprach von zahlreichen erhaltenswerten Gebäuden, auch wenn diese nicht dem Denkmalschutz unterliegen. Die Gestaltungssatzung findet nach ihrer Verabschiedung auch in diesem Gebiet ihre Anwendung. Ziel der Gestaltungssatzung sei es, dass Neubauten sich in die Umgebung einfügen.

Marie-Luise Zastrow ging auf die Dach- und Fassadengestaltungen der Häuser (65 Prozent der Dächer sind rot, 85 Prozent Ziegelbauten) ein und die bauliche Vielfalt ein. Sie sparte nicht mit Wertungen wie „unbefriedigendes Agglomerat“ aus einer Schrankenanlage, Parkplätzen, Windschutz und einer Lagerhalle für die Fläche rund um den Siemsenspeicher und kritisierte vor allem die versiegelte, große Parkfläche neben dem markanten Rundspeicher, die aus städtebaulicher Sicht dringend einer Aufwertung bedarf. Speziell für die Flächen Rundsilo, Siemsenspeicher und Lagerhalle sieht Zastrow ein großes Umnutzungspotential. Vor allem die „großflächige Versiegelung“ der Parkplatzes am Rundsilo sei „unattraktiv“. Zastrow forderte „intelligente Lösungen“, um parkende Fahrzeuge so weit wie möglich auf dem sichtbaren öffentlichen Raum herauszubekommen. Von großer Bedeutung für die Belebung des Areals „auch nach 20 Uhr“ sei das Wohnen. Auch die Durchgänge vom Hafen zur Innenstadt über den Zweiten Steg und die eher abweisende Verbindung über den Parkplatz Rundsilo müssten erhalten, aufgewertet und stärker in den Fokus gerückt werden. Kritik äußerte sie an der „fragwürdigen Situation am Ochsenkopf, der von Schildern, Bänken, Kästen und Fahrradbügeln überfrachtetet sei.

Ihre Analysen und Empfehlungen waren eindeutig und forderten mehrfach den Beifall der Zuhörer heraus. Ihre zentrale Forderung: Schließung der „Stadtraumkante“ am Binnenhafen durch eine Bebauung der freien Flächen zwischen den beiden Silogebäuden und der Lagerhalle. Dort könnten in zweigeschossiger Bauweise attraktive Wohnflächen und touristische Angebote entstehen. Es sollte weder „kitschig-historisierend“ gebaut werden, noch „weiße Kuben“ entstehen. Die Stadtplanerin empfahl eine kleinparzellige Bauweise mit Satteldächern, wobei sie sich im Bereich der Fenster und Detail durchaus eine moderne Gestaltung vorstellen kann. Aufgrund der Hochwasserschutzes sei Wohnen erst ab 3,50 Über NN und damit ab der zweiten Etage möglich. Die rückwärtigen Grundstücksflächen könnten als Parkflächen genutzt werden, wobei Dächer begrünt werden sollten. Weiter schlug Marie-Luise Zastrow vor, den Stadteingang Langebrückstraße „besser zu dokumentieren“ und den Steindamm nicht mehr als Parkplatz zu nutzen, sondern seine besondere Stellung in der Stadtentwicklung hervorzuheben.

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erstellt am 26.Feb.2016 | 06:41 Uhr

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