breitbandversorgung : Stadt und Amt planen Glasfasernetz

Wollen das schnelle Internet an die Schlei holen: (v.l.) Ulrich Bendli , Jörg Exner (beide Stadt Kappeln), Bärbel Schiewer (Bauamt Schlei-Ostsee), Amtsdirektor Gunnar Bock, Jan Schmöckel (Marxen&Schmöckel) und Bernd Rabe (GR²PC ). Bei einem Gespräch gestern in Eckernförde wurde das weitere Vorgehen abgestimmt.
Wollen das schnelle Internet an die Schlei holen: (v.l.) Ulrich Bendli , Jörg Exner (beide Stadt Kappeln), Bärbel Schiewer (Bauamt Schlei-Ostsee), Amtsdirektor Gunnar Bock, Jan Schmöckel (Marxen&Schmöckel) und Bernd Rabe (GR²PC ). Bei einem Gespräch gestern in Eckernförde wurde das weitere Vorgehen abgestimmt.

Das Amt Schlei-Ostsee und die Stadt Kappeln gehen einen gemeinsamen Weg für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Erste Vermessungen finden noch in diesem Jahr statt. Die Fertigstellung ist für 2019 geplant.

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21. Mai 2015, 05:27 Uhr

SCHLEI-OSTSEE/KAPPELN Wenn die Rechnung der Amtsverwaltung Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln aufgeht, dann sollen bis 2019 die 19 Gemeinden des Amtes und die Schlei-Stadt mit Breitband-Internet in Hochgeschwindigkeit versorgt sein. Jeder Haushalt soll einen eigenen Glasfaseranschluss bekommen, FTTH (Fiber To The Home) heißt die Technik. So entstehen keine Geschwindigkeitseinbußen auf der letzten Meile.

Die Gespräche zwischen Amt und Stadt sind bereits weit fortgeschritten. „Das Zentrum Kappelns ist gut versorgt“, sagte Ulrich Bendlin vom Bauamt gestern bei einer Arbeitsbesprechung in der Amtsverwaltung in Eckernförde. In Außenbereichen, wie Kopperby oder Olpenitz, sehe es aber ganz anders aus. Hier seien es maximal zwei Megabite pro Sekunde. Immer wieder würden Bürger die Stadt auffordern, endlich tätig zu werden.

„Wir werden ein betriebsfähiges Netz erstellen“, verspricht Bernd Rabe, Geschäftsführer des Ingenieurbüros GR²PC aus Oeversee. In den nächsten Wochen werden Mitarbeiter des Büros das gesamte Amtsgebiet abfahren, um ein Oberflächenkataster zu erstellen. Mit bislang 2000 Euro hat sich jede der 19 Gemeinden an der Erstellung dieser Konzeption beteiligt. „Es wird dokumentiert, wo welche Bodenverhältnisse vorliegen, um die Trassen des Netzes festzulegen“, sagte Bernd Rabe. Die Bürger sollten nicht beunruhigt sein, wenn ein Fahrzeug langsam durch die Straßen fahre, gerade vor Schulen oder Kindergärten, so Amtsdirektor Gunnar Bock. Die Mitarbeiter könnten sich zudem ausweisen.

Auch die Stadt Kappeln wird parallel dazu ihr Netz planen lassen. „Wir habe dafür Geld im Haushalt eingeplant“, so Bendlin. „Eine Zusammenarbeit mit Kappeln kann sich nur gegenseitig befruchten, da die Wirtschaftlichkeit einer Breitbandversorgung entscheidend von der Anschlussnehmerquote innerhalb eines zusammenhängenden Gebietes abhängt“, betonte Gunnar Bock.

Das Kataster dient als Grundlage für einen Businessplan und die Kostenberechnung des Projekts. Parallel erfolgen auch eine juristische und eine steuerliche Beratung. „Wir wollen nach den Sommerferien den Gemeinden das Konzept zur Entscheidung vorlegen“, so der Amtsdirektor. Bis Jahresende werde man sich auf die Organisationsform einigen. Vieles spreche dafür, dass man einen Zweckverband gründet, um die Trägerschaft für das Glasfasernetz zu übernehmen. Anfang 2016 könne dann die europaweite Ausschreibung einer Dienstleistungskonzession für den Betrieb eines Glasfasernetzes im Amt Schlei-Ostsee und Kappeln auf den Weg gebracht werden. Diese bereitet die Ingenieurgesellschaft Marxen & Schmöckel aus Henstedt-Ulzburg vor.

Fördergelder für die Ausschreibung können eingeworben werden, ansonsten wird das Projekt vermutlich zu 100 Prozent aus Fremdmitteln finanziert werden müssen. Das Netz soll langfristig, 25 Jahre, verpachtet werden“, erläutert Jan Schmöckel. Aus den Pachteinnahmen soll das Netz refinanziert werden.

Davor stehen noch Verhandlungen unter anderem mit der Bundesnetzagentur, der Deutschen Bahn und anderen Behörden an. Schließlich müsse die Schlei, eine Bundeswasserstraße, gedükert werden. „Mit der Verpachtung wird für Ende 2016 gerechnet, sodass ab 2017 mit dem Netzbau begonnen werden kann, der 2019 zum Abschluss gebracht werden soll. 

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