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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 12:30 Uhr

Kommentar : Stadt steht mit leeren Händen da

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zum Kino-Aus im Skaterpark

von
erstellt am 16.Mär.2016 | 06:32 Uhr

Eckernförde | Es ist schwer, überhaupt noch Worte für dieses Trauerspiel zu finden. Vier Jahre nach dem Kino-Aus in der Kieler Straße steht fest: Auf absehbare Zeit wird es kein neues Kino in der Filmfestivalstadt Eckernförde – welch ein Hohn – geben. Der Skaterpark wäre es gewesen. Das Projekt lag auf dem Silbertablett, angereicht von einem Investor und Kinobetreiber. Doch die Mehrheit aus SPD, Grünen, Linken und Bürger-Forum wollte nicht. Argumente wie „grünes Entrée oder Atomisieren der Jugendgruppen“ machten die Runde, das Bürger-Forum beglich noch schnell eine alte Rechnung mit der CDU wegen der abgelehnten Kostenprüfung für einen Stadthallenneubau (dann mit Kino an anderer Stelle) statt einer -sanierung (in jetziger Lage). Ratsherr Thorsten Peuster vollführte bei dieser Gelegenheit gar noch eine Rolle rückwärts und war plötzlich gegen den Standort Skaterpark, nachdem er zuvor im Bauausschuss dafür gestimmt hatte.

Nein, es war irgendwie irreal, kaum zu glauben. Der Kinostandort Skaterpark ist seit vorgestern Geschichte. Und es gibt weder eine ernsthafte noch zeitnahe Alternative. Dass wie einst Wolfram Greifenberg 2008 auf Carlshöhe noch einmal ein weißer Ritter daherkommt und der Stadt hilft, ist kaum wahrscheinlich. So steht die Stadt mit leeren Händen da. Wenn diese Ratsversammlung es noch nicht einmal schafft, in vier Jahren einen konsensfähigen Kino-Standort zu finden, wie will sie denn das viel größere Rad am Bahnhof / Grüner Weg drehen? Die Stadtverwaltung, allen voran Bürgermeister Jörg Sibbel, ist nach diesem Fauxpas bedient und wird künftig weniger euphorisch Aufträge abarbeiten und Verhandlungsmandate ausüben. Gut, im Frühjahr 2018 wird es eine neue, hoffentlich kompromiss- und durchsetzungsfähigere Ratsversammlung geben. Und selbst dann: Bis 2020 wird sich am Bahnhof wegen der komplexen städtebaulichen Zielplanung und der Bauleitverfahrens kaum etwas abspielen. Soviel Zeit hat Eckernförde nicht mehr. Dann ist der Ofen vielleicht schon aus, Eckernförde dauerhaft Kino-Provinz, um einen Kulturträger ärmer und Green Screen in kinofreundlichere Nachbarstädte abgewandert. Das ist zwar schwarz gemalt, aber es sieht derzeit wirklich nicht gut aus.

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