Borbyer Sportboothafen : Stadt pocht auf stärkeren Einfluss

Erste Planungsskizze des Borbyer Sportboothafens: Mitinvestor Ernst Schliemann möchte seine  bestehende Anlage (blau) deutlich ausweiten. Skizze: Ernst Schliemann
Erste Planungsskizze des Borbyer Sportboothafens: Mitinvestor Ernst Schliemann möchte seine bestehende Anlage (blau) deutlich ausweiten. Skizze: Ernst Schliemann

Geplanter Hafen beschäftigt auch die Politik. Thema in der jüngsten Sitzung der Ratsversammlung.

Avatar_shz von
20. Februar 2013, 09:21 Uhr

Eckernförde | Der Borbyer Yachtschulbetreiber Ernst Schliemann plant ungeachtet der öffentlichen Kritik vor allem der Anlieger am Borbyer Ufer weiter an einem neuen Sportboothafen für rund 100 Boote am Vogelsang. Schliemann möchte - wie berichtet - das Projekt zusammen mit Partnern stemmen und hat dabei unter anderem Sportbootbesitzer aus dem skandinavischen Raum im Blick. Eine Anwohnerinitiative möchte das Projekt verhindern, weil sie unakzeptable Belastungen durch den Bau der notwendigen Infrastruktur an Land und den zusätzlichen Verkehr befürchten sowie eine visuelle Beeinträchtigung des Borbyer Ufers und Eingriffe in die Natur monieren.

Ernst Schliemann hat jetzt die erste konkrete Planungsskizze des Sportboothafens Borby zur Veröffentlichung freigegeben. Darauf ist der insgesamt 105 Meter lange Außensteg zu erkennen, der als schwimmender Betonsteg wie beim gegenüber liegenden Jaichhafen geplant wird und durch Anker gehalten werden soll. Die von Nordost geplante Hafeneinfahrt führt dann zwischen einer Anglerplattform und dem Innensteg hindurch, teilte Schliemann mit. Die beiden westlich liegenden 30 Meter langen Stege sollen von der Yachtschule genutzt werden, am Innensteg soll die Restaurantschwimmplattform festmachen. Die Außenstegoberkante werde nach Angaben des Mitinvestors etwa 60 Zentimeter über der Wasserlinie und damit unter der Uferhöhe der Borbyer Promenade liegen. "Der Steg wird keinerlei Sichtbeeinträchtigung auf die Häuser am Borbyufer darstellen", verspricht Schliemann. Die schraffierte Fläche kennzeichnet die bereits jetzt in seinem Besitz befindliche Pachtfläche, die dunkelblaue Fläche die bereits vorhandene Steganlage.

"In Leserbriefen wurde geäußert, dass ein Ausbaggern der vorgesehenen Hafenfläche schädlich sein könnte. Ein Blick in meine Verträge mit der WSA förderte zutage, dass ich sogar ausdrücklich verpflichtet bin, die in den Seekarten angegebenen Wassertiefen als Mindesttiefen zu garantieren und Sandablagerungen inklusive Bewuchs zu entfernen habe", teilte Schliemann weiter mit.

Der geplante Sportboothafen beschäftigt auch die Politik. In der Ratsversammlung am Montagabend ging Bürgermeister Jörg Sibbel in seinem Verwaltungsbericht auf das Thema ein. Anfang Februar habe es ein Abstimmungsgespräch unter anderem mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Lübeck gegeben. Bei dem Projekt gebe es ein "sehr komplexes Zuständigkeitsverfahren", sagte Sibbel. Eckernförde als Kommune sei nur formal beteiligt. Der Bürgermeister bezeichnete es als "grenzwertig", wenn die Stadt Eckernförde als nur formal Beteiligte von Landes- und Bundesbehörden erfahren müsse, "was vor der eigenen Haustür geplant wird". Die Stadt sei bestrebt, stärker in den Abstimmungs- und Genehmigungsprozess eingebunden zu werden und die eigenen Interessen zu vertreten, sagte Sibbel. Planungsrechtlich sei die Stadt zum Beispiel über die Steuerung der Zufahrten zum Gelände in der Lage, Einfluss auf das Vorhaben zu nehmen.

Nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Lübeck hat der Sportboothafenplaner Schliemann noch keinen genehmigungsreifen Antrag eingereicht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen