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Artenschutz : Staatsanwaltschaft stellt Strafverfahren gegen Greifenberg ein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

2011 hat der Carlshöhe-Investor Wolfram Greifenberg rund 40 Großbäume auf seinem Gelände gefällt. Das hat ihm eine Strafanzeige des Nabu eingebracht, weil dadurch möglicherweise Fledermäuse umgekommen sind. Laut Gutachten ist dies nicht der Fall.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 06:06 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat das vom Naturschutzbund (Nabu) angestrengte Strafverfahren gegen den Carlshöhe-Investor Wolfram Greifenberg wegen des Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz eingestellt. Das gab Oberstaatsanwältin Birgit Heß auf EZ-Anfrage bekannt. Es hätten keine Verstöße gegen das Artenschutzgesetz nachgewiesen werden können, sagte Heß. Durch die von Greifenberg veranlasste Fällung von rund 40 großen Laubbäumen auf Carlshöhe seien nach den eingeleiteten Untersuchungen weder Fledermäuse getötet noch Winterruheplätze nachweislich zerstört worden. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren daher an die Ordnungsbehörde der Stadt Eckernförde weitergeleitet, die nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen die Baumschutzsatzung gegen Greifenberg einleiten wird, wie Bürgermeister Jörg Sibbel gestern sagte.

Die vorhandenen Verdachtsmomente hätten sich nicht durch entsprechende Funde im Bereich der gefällten Bäumen erhärten lassen, sagte die Oberstaatsanwältin. Sie verwies auf eine Stellungnahme des Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek. Die Gutachter Rüdiger Albrecht und Arne Drews haben auf Grundlage eines Gutachtens der Fledermaus-Expertin Dorothea Barre vor Ort die gefällten Bäume nach toten Fledermäusen und dem Vorhandensein von Brut- und Ruheplätzen von Fledermäusen untersucht. Sie haben jedoch weder durch die Fällung getötete Tiere noch strafrechtlich relevante Anzeichen für eine Schädigung der acht vorkommenden Fledermausarten auf Carlshöhe finden können, sagte Albrecht gestern auf EZ-Anfrage. Insofern sei auch kein Verstoß gegen das Artenschutzgesetz nachweisbar.

Nun liegt der Fall wieder im Eckernförder Rathaus. Dort wird man sich nach dem Eintreffen der Akten erneut mit der monierten Fällung der rund 40 Großbäumen im November 2011 befassen. Bürgermeister Jörg Sibbel sagte gestern, dass die Stadt plane, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen die Baumschutzsatzung und das unerlaubte Entfernen von Bäumen gegen Greifenberg einzuleiten. Dem Carlshöhe-Investor droht dann ein am möglichen wirtschaftlichen Vorteil der Baumfällaktion – freie Blickachsen für Wohnhäuser aufs Noor – angelehntes Bußgeld, sowie die Vornahme von Ersatzpflanzungen.

Wolfram Greifenberg verwies auf das laufende Verfahren, im Zuge dessen werde er sich zu den Vorwürfen äußern.

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