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Brekendorf : Staatsanwältin gibt beschlagnahmte Pferde zurück

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Behörde sieht den Verdacht der Tierquälerei weitgehend bestätigt. Die Besitzer sind dagegen empört über das Vorgehen.

Brekendorf | Vier Pferdebesitzerinnen aus dem Reit- und Fahrverein Brekendorf haben ihre Tiere zurück. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat die Beschlagnahmung der Pferde aufgehoben. So groß die Freude bei den Reiterinnen auch ist – sie sind noch immer empört über das Vorgehen der Behörde. Die Staatsanwaltschaft bestätigte unterdessen ihren Verdacht der Tierquälerei.

Am Mittwochabend haben Pia Basener und ihre Mutter Britta Buchholz ihren Holsteiner-Wallach „Mikado“ zurückbekommen, gleichzeitig mit der New-Forest-Stute „Jolina“ von Jessica Spiering. Bereits am vergangenen Wochenende war das erste Pferd zu seiner Besitzerin zurückgebracht worden. Und ein weiteres offenbar am Donnerstag.

Ende Januar waren 57 Pferde aus Stallungen und von Koppeln des Reit- und Fahrvereins wegen des Verdachts auf Tierquälerei beschlagnahmt worden. Der Verein bestreitet die Vorwürfe. Vorsitzender Arno Krause glaubt, dass die Bürgeranzeigen, die zu der Beschlagnahmung geführt haben, dem Ruf des Vereins schaden sollten.

Oberstaatsanwältin Birgit Heß sagte auf Zeitungsnachfrage: „Ich habe keinen Hinweis darauf, dass auch nur eines der beschlagnahmten Pferde nicht geschädigt ist.“ Die Untersuchungen seien zum Teil abgeschlossen. „Es besteht nach wie vor der Verdacht, dass zahlreichen Pferden Leiden nach dem Tierschutzgesetz zugefügt wurde.“ Bei länger anhaltenden Leiden handelt es sich um eine Straftat (Paragraf 17), sonst um eine Ordnungswidrigkeit (Paragraf 18).

Doch die Besitzerinnen von „Mikado“ und „Jolina“ sind sich einig: Ihre Pferde haben nicht gelitten. Ihnen seien bei der Rückgabe auch keine Untersuchungsergebnisse ausgehändigt worden. Stattdessen seien ihre Pferde mit Schäden zurückgekommen: Scheuerstellen bei „Mikado“ und ein beschädigter Huf sowie eine Verletzung am Bein bei „Jolina“. Sie glauben, dass ihre Pferde wegen einer Untätigkeitsbeschwerde ihrer Anwälte gegen die zuständige Staatsanwältin herausgegeben wurden.

Birgit Heß sagte, dass für jedes Pferd ein Gutachten erstellt werde. Die Rückgaben der vergangenen Woche seien vorgezogen worden, weil die Besitzerinnen ihre „Ansprüche mit beeindruckender Mühe glaubhaft“ gemacht hatten. „Es melden sich recht wenige Menschen bei uns, die ernsthaft nach ihren Pferden suchen.“

Das nährt dort offenbar den Verdacht, dass die Tiere doch dem stellvertretenden Vorsitzenden Johannes Kahlke gehören. Gegen ihn richten sich die Vorwürfe in erster Linie. Er bestreitet jedoch sowohl die Tierquälerei als auch den Besitz der Pferde. Er hat großen Rückhalt im Verein. Laut Britta Buchholz und Jessica Spiering gibt es lediglich eine mündliche Auflage seitens der Staatsanwaltschaft, dass ihre Pferde nicht wieder auf den Hof des Vereins und in die Hände Kahlkes gelangen. Birgit Heß bestätigte diese Auflage.

„Mikado“ und „Jolina“ sind in anderen Ställen untergekommen. Das sei aber nur übergangsweise, denn: „Wir gehen rechtlich gegen die Staatsanwaltschaft vor und wollen den Hof unseres Vereins retten“, sagen Buchholz und Spiering.

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erstellt am 22.Feb.2014 | 07:17 Uhr

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