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ECKERNFÖRDER WILL EINTRAG INS GUINNESSBUCH : Sprung mit der weltweit größten Fahne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Eckernförder Fallschirmspringer will einen neuen Weltrekord mit einer über 2000 Quadratmeter großen Deutschlandfahne aufstellen. Start ist am 11. Juli in Soest.

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:22 Uhr

Eckernförde | Ralf Grabowsky liebt Extreme. Der Eckernförder bewegt sich gern in lebensfeindlichen Sphären, in denen der Mensch ohne Hilfsmittel nicht existieren kann – unter Wasser und in der Luft. Das Fallschirmspringen übt auf den 55-jährigen Berufssoldat einen unwiderstehlichen Reiz aus. Bereits 1996 stellte er einen Höhen-Weltrekord mit einer Viergruppe in 10  000 Metern Höhe auf. 7629 Sprünge hat der Kampfschwimmer in seiner 30-jährigen Laufbahn absolviert. Dieser Reiz und sein ungeheurer Ehrgeiz, „Geht nicht, gibt’s nicht“ , sind ideale Voraussetzungen für die Verwirklichung seines großen Traums: Grabowsky will mit der weltweit größten Fahne, die je an einem Fallschirm hing, aus dem Flugzeug springen und damit einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde erreichen: „Mein Traum ist es, die größte jemals am Fallschirm geflogene Fahne zu fliegen.“ Zurzeit halten die Amerikaner den Weltrekord mit einer Flaggengröße von 1800 Quadratmetern.

Geschehen soll das zur Eröffnungszeremonie der 41. Militärweltmeisterschaft im Fallschirmspringen in Soest. Es sind riesige Dimensionen, mit denen Grabowsky und sein Team (Cypres Demo Team) hantieren. So wird die Fahne in etwa die Ausmaße eines Fußballfeldes haben. Die genaue Größe bleibt wegen des Eintrags in das Guinnessbuch noch geheim. Sie allein wiegt 89 Kilogramm. Nun kann ein derart großes Tuch weder einfach so während eines Fallschirmsprungs transportiert noch geöffnet werden. Die Größe und das Gewicht bringen auch eine gewisse Gefahr für den Fallschirmspringer mit sich. Der gelernte Fallschirmschneider und seine Mitstreiter aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen, die sich über das Fallschirmspringen kennen gelernt haben, bereiten sich seit einem Dreivierteljahr akribisch auf den Weltrekordversuch vor.

Dazu gehörte auch die Suche nach einem geeigneten Stoff für die Fahne, denn dieser musste herausragende Eigenschaften in Bezug auf Gewicht und Reißfestigkeit haben. Nur 8 Gramm pro Quadratmeter wiegt das Tuch, das er bei der englischen Firma William Reed fand. Drei Kilometer Stoff (15 Rollen à 200 Meter) hat das Team gekauft und selbst für den Zuschnitt gesorgt. Genäht wurde die Fahne in Altenholz von der Firma Schild Flaggen-Store.

Den Gepäckbehälter, mit der Grabowsky die Riesenfahne in die Luft transportieren will, hat er selbst genäht. Insgesamt wiegt dieser 152 Kilogramm. Enthalten ist unter anderem auch ein 35 Kilogramm schweres Bleigewicht, das die Fahne im Wind stabil halten soll. Um mit diesem Gewicht überhaupt fliegen zu können, ist ein besonderer Fallschirm notwendig. Grabowskys Protoyp hat eine Tuchfläche von 48 Quadratmetern (im Vergleich: Sportfallschirm 15 bis 20 Quadratmeter, Tandemfallschirm 30 bis 35 Quadratmeter) und wiegt 38 Kilogramm. Das Gepäck hat eine Größe von 1,10 Meter, der Eckernförder selbst misst 1,70 Meter.

Mittels eines ausgeklügelten Ablasssystems, das der Eckernförder selbst entwickelt hat, soll sich die Fahne in der Luft entfalten können. „Ich springe aus einer Höhe von 2500 Meter ab. Dann lenke ich den Fallschirm in Richtung Ziel, das ist mein Landepunkt. In 1300 Meter Höhe klinke ich den Gepäckbehälter aus. Mithilfe des Ablasssystems öffnet sich das Gepäck, die Fahne streckt sich zuerst nach unten und dann nach hinten“, beschreibt der Soldat den Vorgang. Um ein hundertprozentiges Ausfalten der gesamten Fahne in der Luft zu erreichen, muss das vorherige Zusammenfalten des riesigen Tuchs absolut korrekt verlaufen. „ Wir brauchen fünf Stunden und zwölf Leute für diesen Vorgang“, erklärt Grabowsky.

Seit April hat der Eckernförder, der in seiner Freizeit neben dem Fallschirmspringen auch gern Salsa tanzt, 25 Testsprünge mit Fahnen unterschiedlicher Größe absolviert, um sein Gepäck und sein Ablasssystem auszuprobieren – der letzte war am 26. Juni. „Sicherheit geht vor – ein Notabwurf ist jederzeit möglich“, sagt er.

Für den Weltrekordversuch müssen die Wetterbedingungen ideal sein. Die Windgeschwindigkeit darf maximal sieben Meter pro Sekunde betragen. „Und bei Regen wird definitiv nicht gesprungen.“ Zweifel, dass er und sein Team den Weltrekord nicht schaffen, hat Ralf Grabowsky nicht: „Wir machen den Versuch. Und er wird uns zu 99,9 Prozent gelingen.“ Den Eckernfördern ist Grabowsky als derjenige bekannt, der 2009 mit dem Fallschirm auf dem Rathausmarkt gelandet ist.

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