zur Navigation springen

Sportlerheim: Anwohner fühlen sich nicht ernst genommen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bewohner des Sander Wegs fürchten Lärmbelästigung durch Gaststättenbetrieb / Antworten auf Eingaben stehen noch aus

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Gettorf | Mit der Umwidmung des an die Isarnwohld-Schule angrenzenden Gebiets Sander Weg/Süderstraße vom reinen in ein Allgemeines Wohngebiet steht in der Gemeindevertretung am kommenden Mittwoch ein weiterer rechtlicher Baustein in der Realisierung des Sportforums zur Abstimmung an. Die Gemeinde will damit Unstimmigkeiten zwischen dem Wohngebiet und dem Schulzentrum in dem über 40 Jahre alten Bebauungsplan Nr. 9 beseitigen, heißt es von Stadtplanung und Verwaltung (wir berichteten). Die Anwohner fürchten jedoch, dass die Änderung nur dazu dienen soll, den Betrieb der Gaststätte zu ermöglichen und fühlen sich mit ihren Sorgen von der Politik nicht ernst genommen.

Galt für das Wohngebiet bisher ein Grenzwert von 50 dB (A) am Tag und 35 dB (A) in der Nacht, werden die Werte nach der Änderung auf 55 dB (A) am Tag und 40 dB (A) in der Nacht ansteigen. „Diese fünf Dezibel braucht die Gemeinde auch“, meint Anwohner Werner Timmler, der allerdings fest davon ausgeht, dass der Betrieb der Sportgaststätte den neuen Grenzwert überschreiten wird. Einen organisatorischer Schallschutz etwa durch eine Beschränkung der Öffnungszeiten hält er für wenig hilfreich. Einzig nützlich sei ein Lärmschutzwall wie er an der B  76 bei Blickstedt steht, fügt Nachbar Egon Hansen hinzu. Doch die Gemeinde sehe dafür keine Notwendigkeit, bedauert er und vermutet die damit verbundenen Kosten von 175 Euro je Quadratmeter als Grund dafür. Günstiger könnte ein Lärmschutzwall geschaffen werden, wenn die Arena und der Platz 3 getauscht würden, hat Hansen recherchiert. Die Böschung, die für den Platz abgetragen wird, könnte als Wall angelegt werden, zudem würden die Ligaspiele weiter weg von der Wohnbebauung ausgetragen werden, gibt Hansen zu bedenken. Auf dem dann näheren Platz 3 liefe nur der Schulsport. Zwar habe die Gemeinde eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr zugestanden, merkt Claudia Schnackenberg an. „Ich glaube jedoch nicht, dass sich die Liga daran halten wird.“ Die Gemeinde mache Versprechungen, ohne auf die Einhaltung Einfluss zu haben, macht Rainer Hansen deutlich.

Schnackenberg fürchtet nicht nur Lärm vom Spielbetrieb, sondern auch von den anschließenden Zusammenkünften der Sportler: „Wenn Gruppen vor der Tür stehen und noch eine rauchen, das höre ich ja jetzt schon von der Sporthalle zu uns herüber, gerade abends, wenn die Umgebungsgeräusche weg sind.“ Ute Schwab denkt nicht nur an den Lärm am Sportlerheim, sondern auch auf dem Heimweg der feiernden Gäste, der vorbei an der angrenzenden Wohnbebauung führe. Schon jetzt sorgten Gruppen am Bolzplatz immer wieder für Lärm, auch nach 24 Uhr, hat sie festgestellt.

Schwab bedauert, wie ihre Nachbarn, dass die Gemeinde nicht das Gespräch mit den Anwohnern gesucht hat, um all diese Punkte anzusprechen und auszuräumen. Ein entsprechendes Angebot ihres Anwalts sei nicht wahrgenommen worden, sagt Timmler. „Das hätte viele Spitzen rausgenommen. Und wir hätten uns ernst genommen gefühlt“, findet Claudia Schnackenberg. Zudem hätten die zehn Anlieger aus dem Gebiet, die Eingaben zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 9 gemacht haben, noch keine schriftlichen Antworten darauf erhalten.

Die werden noch kommen, kündigt Amtsdirektor Matthias Meins auf Nachfrage unserer Zeitung an. Allerdings erst nach Beschluss der Gemeindevertretung, der eine Abwägung vorgelegt wird, in der die Anmerkungen der Anwohner enthalten sein werden. Fassen die Gemeindevertreter den Änderungsbeschluss, so bleibe Bürgern die Rechtsschutzmöglichkeit, gegen den Bebauungsplan vorzugehen. Die Anwohner seien durchaus gehört worden, auf ihre Belange wurde eingegangen und die Planung entsprechend angepasst, hält Meins fest.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen