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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 02:17 Uhr

Gettorf : Sport als Mittel zur Integration

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Angebot des Gettorfer TV für Flüchtlinge wird sehr gut angenommen. Neue Regeln sollen Andrang auf Fitnesssparte aufheben.

Gettorf | Mit so einer Resonanz hatte der GTV nicht gerechnet: 30 der rund 110 Flüchtlinge in Gettorf nutzen das Angebot des Sportvereins, in den Sparten aktiv zu werden und so Abwechslung im monotonen Alltag und Anschluss in der Bevölkerung zu finden. Vor allem die Fitnessabteilung ist gefragt. Um dem Ansturm gerecht zu werden, haben sich der GTV-Vorsitzende Gunnar Buchheim und Geschäftsführer Thomas Glüsing einige Neuerungen überlegt.

Viele der Flüchtlinge trainierten an den 23 Stationen im Fitnessraum ohne eine Einweisung. „Anders als bei Fußball oder Karate gibt es hier Erklärungsbedarf“, macht Glüsing deutlich. Wer sich nicht informiert, laufe Gefahr, gesundheitlich Schaden zu nehmen. Auch könnten die Geräte bei falscher Bedienung leiden, so Glüsing weiter. Um beidem vorzubeugen, gibt es für Flüchtlinge, die das Fitnessangebot nutzen möchten, künftig dienstags und donnerstags zwischen 13 und 15 Uhr eine Einweisung. In dieser Zeit läuft im Studio normalerweise kein Übungsbetrieb. Ammar Khalfah, Flüchtling aus Syrien, wird die Termine begleiten und übersetzen – er spricht neben deutsch auch englisch und arabisch. Außerdem hat er einen Flyer mit Erläuterungen erstellt, in dem auch auf die Regeln zur Nutzung des Angebots hingewiesen wird.

Um den Andrang im Raum zu entzerren – die Fitnessparte zählt 230 Mitglieder –, hat Peter Nentwig, Integrationsbeauftragter, die Flüchtlinge über ihre Paten gebeten, sich in Zukunft untereinander so abzustimmen, dass nicht mehr als zwei zur Zeit trainieren. Außerdem sollen den Flüchtlingen nach den Sommerferien die anderen 49 Sparten des Vereins dienstags und donnerstag jeweils von 22 bis 23 Uhr in der Turnhalle der Parkschule vorgestellt werden, um sie beispielsweise für Basketball, Handball, Volleyball oder Tischtennis zu begeistern. „Mit Videos und in der Praxis wollen wir zeigen, was es noch alles im GTV gibt“, erklärt der Vorsitzende, der die Übungsstunden selbst leiten wird.

Schon jetzt können die Flüchtlinge beim Training für das Sportabzeichen einsteigen – immer dienstags um 18 Uhr auf dem Sportplatz an der Isarnwohldschule. Ein besonderes Angebot für Frauen wurde mit Oriental Dance geschaffen, den Sara Wildemann, die ursprünglich aus Marokko stammt, mittwochs um 17 Uhr im Saal des Vereinsheims in der Kirchhofallee anbietet.

Christian Schnarke, Sprecher des Flüchtlingsbeirats, begrüßt die Bemühungen des Gettorfer TV. „Sport hat eine wichtige Rolle für die Integration“, betont er. „Beim Sport sind alle gleich, egal woher sie kommen.“

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erstellt am 06.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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