gelungene ferienspassaktion : Spielen wie vor 100 Jahren – und das Mittagessen muss warten

Das Spiel Kirschkernweitspucken ist  auch bei Kindern von heute beliebt, wie Annika, Timo und Till (alle 8, v. l.) zeigen.
1 von 2
Das Spiel Kirschkernweitspucken ist auch bei Kindern von heute beliebt, wie Annika, Timo und Till (alle 8, v. l.) zeigen.

13 Kinder nehmen voller Begeisterung an der Aktion Ferienspaß des Heimatmuseums teil. Dagmar Rösner und Angelika Rau machen mit den Jungen und Mädchen eine Zeitreise in die Welt des Spiels von früher

DSC_1119.JPG von
16. Juli 2014, 06:05 Uhr

Spielen ohne Spielzeug? Ist das möglich? Wie haben Kinder vor 100 Jahren gespielt? Durften überhaupt alle Kinder spielen? Auf diese Fragen haben 13 Mädchen und Jungen jetzt eine Antwort parat. Die Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahre nahmen gestern Vormittag im Rahmen der Aktion Ferienspaß an dem Angebot „Spielen wie vor 100 Jahren“ des Heimatmuseums teil.

Annika und Till (beide 8) aus Eckernförde sowie Timo (8) aus Rieseby stehen auf dem Kirchplatz konzentriert in einer Reihe mit den anderen, zerbeißen die rote Kirsche mit ihren Zähnen, postieren den verbliebenen Kern möglichst mittig auf die Zunge, sammeln so viel Spucke wie möglich – und warten auf das Kommando von Angelika Rau. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin und Museumspädagogin Dagmar Rösner bietet die Bibliothekarin ehrenamtlich erstmals diese Aktion an. Jetzt gilt es, den Kirschkern so weit wie möglich zu spucken – ein Spiel, das früher vor allem bei Jungen beliebt war.

Sophie (13) aus Rieseby und Jacqueline (14) aus Loose kennen das Schwenkeltau-Spiel „Teddybär, Teddybär, dreh dich um“. Edith Lemcke (76) aus Hamburg sieht per Zufall das Treiben und ist begeistert: „Das habe ich bestimmt seit 40 Jahren nicht mehr gesehen.“

Von der im Museum ausgestellten Küche um die Jahrhundertwende aus ging es für die Kinder auf Zeitreise. Die Nageljungs hatten nur wenig Zeit zum Spielen. Kinder reicher Eltern durften gar nicht draußen spielen.

Zunächst bekamen die jungen Teilnehmer all das, „was man früher in der Hosentasche hatte“, so Dagmar Rösner. Zeitungspapier, Stoffreste, Knöpfe, Band. Die Aufgabe: Aufgeteilt in drei Gruppen galt es, ein Spiel zu entwickeln. „Ich war echt überrascht, mit wie viel Kreativität und Fantasie die Kinder Spiele entwickelt haben“, lobt Rösner. „Das Handwerk der Kinder ist eben das Spiel“, sagt Angelika Rau. Dieses sorge auch für eine lebendige Museumskultur, die Kinder interessiere.

Acht der Kinder kamen von der Villa Kunterbunt. Eigentlich sollten diese bereits um 11.45 Uhr zwecks Mittagessen zurück sein. Erzieherin Christiane Billmann musste um Verschiebung auf 13 Uhr bitten – die Kinder hatten so viel Spaß.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert