Spezialist für knifflige Fällarbeiten

Kran, Zange und Säge zugleich: Die Spezialmaschine zerlegt die Eiche schnell.
Kran, Zange und Säge zugleich: Die Spezialmaschine zerlegt die Eiche schnell.

Kran-Koloss im Hüttener Forst unterwegs

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30. November 2018, 19:04 Uhr

Gut eine halbe Stunde brauchte das Ungetüm, dann war die einst über 30 Meter große Roteiche bis auf wenige Meter des Stammes zusammengeschrumpft. Dabei knickte der Fällkran mit seinem 24 Meter langen Teleskospausleger die Äste des Baumes wie Zahnstocher. Dabei nahm sich die Spezialmaschine aus dem hessischen Eppstein erst die Baumkrone vor, dann arbeitete sie sich langsam weiter nach unten. Solange, bis nichts mehr übrig war.

„In der Krone ist viel Totholz“, sagte Förster Rainer Mertens, auch der Stamm weise bereits Spuren auf, die den Förster dazu veranlassten, den stattlichen und vermutlich rund 120 Jahre alten Baum fällen zu lassen. Denn bei einem Sturz würde der Baum unweigerlich Mertens’ Försterei treffen. Auch eine ähnlich groß gewachsene Kastanie musste gefällt werden, hier war der bakterielle Befall deutlich.

Mit üblichen Baumpflegeeinsätzen hatte dieses Szenario in Brekendorf aber wenig zu tun. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten hatten der Firma MB Baumdienste den Auftrag gegeben, in den Forsten des Landes vom Umfallen bedrohte Bäume zu fällen. Das Unternehmen ist im Besitz von drei von ihnen konstruierten Fällkränen – Spezialisten für knifflige Fällarbeiten. Die Arbeitsweise beschreibt Firma MB selbst als „chirurgische“ Fällung. Über Hindernisse hinweg wird der Baum Stück für Stück entastet und anschließend gefällt. Denn fast mit chirurgischer Präzision greift die mächtige Schere des Geräts nach jedem Ast und hält diesen fest im Griff. Im Anschluss heult kurz das Sägewerk auf und der Stamm gleitet per Kranarm zu Boden. Die MB-Mitarbeiter Roger Merz und Nicolai Vaduva hatten den Koloss jederzeit voll unter Kontrolle.

Bis auf 24 Meter in der Höhe und 21 Meter seitliche Auslage bringt es der zweifach teleskopierbare Ausleger. Montiert ist das MB-Fällkran-Teleskop auf einer Kransäule. Der Fällkran hält bis zu 1,5 Tonnen Last. Die Zange packt bis zu 110 Zentimeter starke Bäume und sägt bis 80 Zentimeter. Der Kran schneidet die Krone aber nicht nur ab, sondern legt sie auch auf die Seite.

Auch im Hüttener Forst war der Fällkran unterwegs und hat vor allem an den Straßen Bäume gekappt und gefällt. „Einige Hochstubben lassen wir jedoch stehen“, sagte Försterin Annika Valentin, diese würden als Lebensraum für Specht und Co. dienen.

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