zur Navigation springen

Neues Konzept : SPD setzt auf sternförmige Linien mit „Rendez-Vous“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jens-Otto Vollbehr hat für die SPD ein neues Stadtverkehrskonzept mit direkteren Verbindungen entwickelt

von
erstellt am 02.Dez.2013 | 06:27 Uhr

Rund 880 000 Fahrgäste nutzen pro Jahr die Stadtbusse, um von Grasholz nach Wilhelmsthal oder vom Domsland nach Borby zu kommen. Hört sich viel an, war aber in den 70er und 80er Jahren deutlich mehr: Seinerzeit nutzten teilweise über zwei Millionen Fahrgäste pro Jahr den Eckernförder ÖPNV. Diese Zahlen mögen in Zeiten des Individualverkehrs zwar utopisch klingen, doch der ÖPNV-Experte der SPD, Jens-Otto Vollbehr, hat jetzt ein Konzept entwickelt, dass dem Stadtverkehr wieder neue Impulse und einen Schub nach vorn geben soll.

Seit Jahren beschäftigt sich Vollbehr mit seinem großen Projekt ÖPNV. Sein Konzept ist entsprechend fundiert und umfassend und enthält auf 80 Seiten zahlreiche Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung des Stadtverkehrs. Er hat seinen Entwurf mit den Experten des Stadtverkehrs um Kerstin Bügler rückgekoppelt und weiß, dass man seine Ausarbeitung im Rosseer Weg durchaus befürwortet. Sein Konzept möchte die SPD jetzt gerne in die am 13. Januar 2014 startende Arbeitsgruppe ÖPNV einbringen, erklärten Jens-Otto Vollbehr und Fraktionschef Martin Klimach-Dräger in einem Pressegespräch. Im Zentrum steht die Neugliederung des Liniennetzes. Vollbehrs Ansatz nach Besuchen in einigen deutschen Städten wie Lemgo, Lindau oder Wernigerode: Das Streckennetz muss stern- statt wie derzeit ringförmig angeordnet werden und alle Linien müssen eine zentrale „Rendez-Vous-Haltestelle“ am Bahnhof kreuzen.

Vollbehr möchte die Busse statt langatmig im Ringverkehr auf geraden, schnellen Strecken durch die Innenstadt von Nord nach Süd und umgekehrt schicken. Dabei orientiert er sich an den sogenannte „Durchmesserlinien“, die der 1957 gegründete Stadtverkehr Mitte der 70er Jahre auf den Linien Grasholz – Wilhelmsthal und Borby – Wilhelmsthal eingerichtet hatte. In Wilhelmsthal starteten die Busse im 10-Minutentakt und in Borby und Grasholz im 20-Minutentakt – in diesen Jahren beförderte der Stadtverkehr über zwei Millionen Fahrgäste pro Jahr. Die 80er Jahre waren dann durch ständig sinkende Fahrgastzahlen geprägt, das Angebot wurde reduziert. Mitte der 80er Jahre wurden die heute noch aktuellen Ringlinien 1 und 2 sowie die Linie 3 (nur sonn- und feiertags) eingeführt. In den 90er Jahren ist zusätzlich die Linie 4 eingerichtet worden, die die Feldweg-Siedlung, die Brosbyer-Koppel und das neue Wohngebiet Domsland bedient. Das Liniennetz besteht werktags zurzeit aus drei Ringlinien, die nicht mit einander verknüpft sind: Borby-Grasholz über Wilhelmsthal (Linie 1), Grasholz- Borby über Wilhelmsthal (2), Borby-Domsland-Borby an Samstagen (nachmittags) und Sonntagen (4) und Grasholz/Borby über Wilhelmsthal (3). Linie 1 und 2 werden mit vier Bussen im 30-min-Takt,e Linie 4 mit einem Bus im 1-Stundentakt bedient. Der Fahrplan ist so gestaltet, dass sich in den angefahrenen Stadtteilen ein 30-min-Takt ergibt, allerdings sind dadurch teilweise lange Fahrzeiten in Kauf zu nehmen.

Jens-Otto Vollbehr setzt in seinem Konzept wie in den 70er Jahren auf die schnellen Durchmesserlinien, allerdings mit dem Zusatz einer (noch zu schaffenden) Rendez-Vous-Haltestelle am Bahnhof. Am 30-Minuten-Takt möchte er vorerst nicht drehen, strebt in einem weiteren Schritt aber einen 20-Minuten Takt an. Die Haltestellendichte ist mit 120 Haltestellen – davon 70 Prozent behindertengerecht ausgebaut – sehr gut, sagt Vollbehr. Wichtig für die Zukunft wären zudem Maßnahmen zur Beschleunigung des Stadtverkehrs zum Beispiel durch entsprechend vorrangige Ampelschaltungen, Verkehrssteuerungen oder Busschleusen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen