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Besuch in Eckernförde : SPD-Kreistagsfraktion lobt Strategie des GWU

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die SPD-Kreistagsfraktion hat ihr Sommerprogramm mit einem Besuch der Imland-Klinik und des GWU in Eckernförde begonnen. Das Thema sozialer Wohnungsbau stand beim GWU im Fokus.

Eckernförde | Die Geburtsstation der Imland-Klinik und das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen (GWU) standen am Dienstag auf dem Besuchsprogramm der SPD-Kreistagsfraktion. Die beiden Eckernförder Adressen waren bewusst gewählt. Zum einen wollte die Kreis-SPD ein Zeichen zur Unterstützung der Geburtshilfe in Eckernförde einschließlich einer Kinderstation setzen, zum anderen steht das Thema sozialer Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen ganz oben auf der Agenda der Sozialdemokraten.

Nach dem Besuch in der Imland-Klinik trafen sich die SPD-Fraktionsmitglieder und weitere Mandatsträger vom Bundestagsabgeordneten Sönke Rix über die Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli bis zu Rats- und Gemeindevertretern aus der Region im Familienzentrum im Saxtorfer Weg in großer Runde zur Diskussion mit der GWU-Spitze. Vorstand Dr. Stephan Seliger sowie die nebenamtlichen Vorstandsmitglieder Klaus Buß und Reiner Bunte erläuterten die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt und beantworteten die zahlreichen Fragen.

Das 1920 gegründete Gemeinnützige Wohnungsunternehmen, heute Genossenschaftliches Wohnungsunternehmen, verfügt über rund 2500 Wohnungen, davon 2100 in Eckernförde. „Ein Viertel der Eckernförder leben in GWU-Wohnungen“, sagte Stephan Seliger. Ziel sei es, den Menschen „bezahlbaren und sozial sicheren Wohnraum bereitzustellen“. 750 der 2500 Wohnungen unterlägen der Sozialbindung und seien öffentlich gefördert. Das GWU errichte pro Jahr 50 bis 60 neue Mietwohnungen. Es würden Großprojekte wie am FH-Campus im Lorenz-von Stein-Ring umgesetzt, aber auch kleinere Baugebiete, gerne auch im Umland, entwickelt und verwirklicht. Das GWU sei bereit zur Zusammenarbeit mit den Kommunen und pflege diese auch intensiv in Eckernförde, Gettorf, Kronshagen oder Kiel. Eine große Aufgabe sei zudem die energetische Sanierung der bestehenden Wohnhäuser. Die Mietehöhen orientierten sich am Markt, wobei das GWU das Ziel verfolge, Wohnraum unterhalb des Marktniveaus anzubieten. So betrage die Durchschnittsmiete 5,69 Euro pro Quadratmeter, was nur knapp über dem Mietniveau von 5,20 Euro für sozialen Wohnraum liege. Das GWU nutze Gewinne bei hochpreisigeren Objekten wie dem Wohnprojekt im Kieler Anscharpark zur Förderung kostengünstigen Wohnraums. Das GWU sei zwar ein Wirtschaftsunternehmen, aber eines, das sich aus seiner Tradition heraus dem Gemeinwohl verpflichtet fühle, unterstrich Seliger.

Seine Ausführungen fanden immer wieder Zustimmung und lobende Worte der SPD-Kreispolitiker. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Hans-Jörg Lüth, bedauerte angesichts dieses positiven Wirkens des GWU in Eckernförde, dass sich die von der CDU geführte Kreistagsmehrheit strikt gegen die Diskussion über die Gründung einer Kreiswohnungsgesellschaft wehre. Lüth: „Ich habe kein Verständnis für diese Verweigerung.“

Einig waren sich die Genossen darin, dass sozialer Wohnungsbau unerlässlich für die Wohnraumversorgung weiter Teile der Bevölkerung sei. Die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnungsbau seien „recht gut“, so Seliger. Was fehle, seien die Grundstücke, auf denen gebaut werden kann. Daher sei man angewiesen auf die bauliche Verdichtung auf den eigenen Flächen oder die Zuweisung gemeindlicher Bauflächen. Ein weiteres Problem für den Bau von bezahlbarem Wohnraum seien die oft zähen Genehmigungverfahren sowie fehlende Kapazitäten in Planungsbüros und Handwerkerbetrieben, die den Bau verzögern und verteuern, sagte GWU-Chef Seliger.

Klaus Buß mahnte mehr mehr Entgegenkommen durch die Kommunen an. Das GWU und andere Wohnungsbaugenossenschaften hätten es verdient, von den Städten und Gemeinden stärker unterstützt und auch mal „bevorzugt“ zu werden, schließlich seien sie „prädestiniert, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“. Die Eckernförder Ratsfrau Anke Göttsch betonte in diesem Zusammenhang, dass beim Großprojekt Nooröffnung, „ein B-Plan für das GWU reserviert“ sei. Dem widersprachen allerdings ihre Fraktionskollegen Reiner Bunte und Martin Klimach-Dreger. „Wir präferieren das GWU, reserviert ist aber nichts“, so Klimach-Dreger.

Das GWU engagiere sich auch gerne im Umland, betonte Seliger weiter, und stehe für den Bau gewünschter Wohnungen bereit. Entsprechendes Know-how sei durch das Engagement in Gettorf, Kronshagen oder Kiel vorhanden. Spontane Interessensbekundungen und Nachfragen kamen von Riesebys Bürgermeister Jens Kolls und dem Rendsburger SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden René Sartorius. In beiden Orten seien Bauprojekte in Planung, für die Partner gesucht werden.

Zahlreiche weitere Detailfragen von speziellen Wohnungsangeboten für Azubis oder Asylbewerber über Mietpreisspiegel, Stellplatzvorschriften bei Neubauten oder Mietpreisbindung bis hin zur Strategie bei der Energieversorgung wurden diskutiert.

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erstellt am 20.Jul.2017 | 06:15 Uhr

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