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Wirtschaft regional : Spargel – Hochgenuss aus der Region

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ernte auf Gut Friedrichshof beginnt / Richard Hoene rechnet mit 16 Tonnen bis Ende Juni / Hoffest am 25. Mai

von
erstellt am 22.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Der Winter war milde, das Frühjahr mit viel Sonne gespickt, so dass etliche Familien auf heimischen Spargel zu Ostern setzten. Für das Edelgemüse war es bisher jedoch noch nicht warm genug – die Ernte auf Gut Friedrichshof, dem einzigen Spargelbetrieb in der Region, läuft in diesem Tagen erst richtig an.

Wer es am Sonnabend früh aus den Federn schaffte, hatte Glück: Nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ging der allererste Spargel im Hofladen auf Gut Friedrichshof über den Tisch. „Nach Ostern geht es wirklich los, da kriegen wir milde Nächte und über Tag 14 bis 15 Grad – dann wird der Spargel in Gang kommen“, erklärt Richard Hoene. Auf der Suche nach etwas Besonderem begann er 1995 mit dem Anbau von Spargel auf einem Hektar Land an der K 19, nachdem Freude aus Nordrhein-Westfalen – allesamt vom Fach – ihn dazu ermuntert hatten. „Wir haben hier kühle Winter, kühle Frühjahre und starken Wind, es wird bei uns nicht so schnell warm“, nennt Hoene die für den Spargel eher schlechten Bedingungen im Wohld. Außerdem komme es noch auf die Beschaffenheit des Bodens an.

Mittlerweile hat der Altenholzer den idealen Boden in der Nachbargemeinde Neuwittenbek gefunden, baut dort auf fünf Hektar das beliebte Gemüse an. Die Äcker werden in jedem Frühjahr beprobt, bevor sie dann bei Bedarf chloridarmen Dünger bekommen. Danach werden die Dämme neu aufgesetzt und mit Folie abgedeckt. „Eine Pflanze kann acht bis neun Jahre beerntet werden“, sagt Hoene, das erste Mal, wenn sie drei Jahre alt ist. In dieser Saison rechnet er mit rund 16 Tonnen Spargel, die von acht Kräften geerntet und von vier Mitarbeitern im Hofladen verkauft werden. Wenn der Andrang groß ist, packt der Chef auch selbst mit an – so wie am Sonnabend. „Der Spargel ist richtig süß, ein Hochgenuss, auch roh ausgesprochen lecker, zum Beispiel im Salat“, gibt Hoene seinen Kunden mit auf den Weg, die bei ihm auch alles andere rund um das Gemüse bekommen: von Kartoffeln über Schinken, Soße und Wein bis hin zum Schäler.

Üblicherweise endet die Spargelzeit mit dem Johannistag am 24. Juni. Doch auch hier gibt es auf Gut Friedrichshof eine Besonderheit: die Erntehelfer werden bis zur Kieler Woche täglich in den frühen Morgenstunden aufs Feld fahren, Spargel stechen, ihn in die Waschanlage einsortieren und anschließend in die Verkaufskisten stapeln. Wenn das weltgrößte Segelsportereignis eingeläutet ist, gehe die Nachfrage nach dem Gemüse abrupt zurück, hat Hoene festgestellt, der außerhalb der Spargelzeit in einer Betriebsgemeinschaft mit Gut Knoop 600 Hektar Land mit Raps, Weizen, Gerste und Hafer bestellt.

Doch bis es soweit ist, können sich Spargelfreunde täglich im Hofladen mit frisch gestochenen Stangen eindecken. Auch gibt es die ursprünglich für das Hoffest kreierte Spargelpizza erstmals tiefgefroren zum Mitnehmen für zuhause. Damit habe er auf die „guten Kritiken“ und die „bombastische Nachfrage“ reagiert, erklärt Hoene, der neuen Ideen und Anregungen stets offen gegenüber sei, verrät er. Das Fest lädt am 25. Mai wieder auf den Hof ein, der den Besuchern nach dem Gottesdienst um 10 Uhr neben Spargel in vielen Variationen Live-Musik, Mitmach-Aktionen für Kinder und Erwachsene sowie Ausstellungen bietet.

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